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Bremen's Leonardo Bittencourt, left to right, Torsch'tze Marco Friedl and Michael Lang jubilate bringing the score to 2:2, in action during their 6th round Bundesliga soccer match Borussia Dortmund against Werder Bremen at Signal Iduna Park in Dortmund, Germany, Saturday Sept. 28, 2019.(Marius Becker/dpa via AP)

Werder hatte selten Grund zum Jubeln: Lang gesellt sich zu den feiernden Bittencourt und Friedl. Bild: AP

«Es kann sein, dass es nun sogar bessere Spiele gibt!»

Am Wochenende nimmt die Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder auf – und damit kehren auch zahlreiche Schweizer Fussballer auf den Rasen zurück. Einer davon ist Michael Lang, Verteidiger bei Werder Bremen. Wie er die vergangenen Wochen erlebt hat und ob er sich aufs Spielen freut.

Michael Lang



Ich habe die vergangenen acht Corona-Wochen gut über die Runden gebracht. Meine Freundin und ich wohnen etwas ausserhalb von Bremen in der Nähe eines Parks und konnten das schöne Wetter in der freien Natur geniessen.

Ich bin mega glücklich, dass sie die ganze Zeit über bei mir war. Es hätte ja sein können, dass sie vor der Krise in der Schweiz zu Besuch gewesen wäre und dann nach dem Schliessen der Grenzen nicht mehr nach Bremen hätte kommen können.

Kein aktuelles Bild: In Bremen sieht es ein bisschen anders aus …

Jetzt bin ich extrem happy, dass wir in der Bundesliga wieder loslegen können. Für uns Spieler war es eine Selbstverständlichkeit, auf einen Teil des Lohnes zu verzichten. Wir haben in den letzten Wochen die Zeit genützt und sehr gut gearbeitet. Als wir am Donnerstag ins Mannschaftstraining einstiegen, begegnete ich Teamkollegen, die ich zwei Monate lang nicht gesehen hatte. Es war schon komisch, ihnen nicht die Hand geben zu können.

Ein 5:4 oder 7:2 statt ein 1:1?

Trotz der Corona-Fälle in Köln und Dresden habe ich keine Angst vor einer Ansteckung. Zwar hat ein Arzt im Fernsehen erklärt, dass eine Infizierung bei Fussballern zu Langzeitschäden führen könne, aber über solche Dinge darf man sich nicht den Kopf zerbrechen. Ich fühle mich gut geschützt durch all die Massnahmen.

Nun bin ich neugierig darauf, was für einen Fussball wir sehen werden. Ich selber habe noch nie ein Spiel ohne Zuschauer bestritten. Dinge, die vorher wichtig waren, sind vielleicht nicht mehr so bedeutend. Warum soll es da nicht mal ein 5:4 oder 7:2 geben? Ich kann mir vorstellen, dass die Spiele weniger von der Taktik und noch weniger von der Emotionalität geprägt sein werden. Es kann sein, dass plötzlich die technischen Fähigkeiten mehr im Vordergrund stehen und es sogar bessere Spiele gibt! Für Teams, die über den Kampf kommen, kann es schwierig werden, weil keine Zuschauer da sind, die sie pushen.

epa07877681 Bremen's Michael Rico Lang (L) in action against Dortmund's Raphael Guerreiro (R) during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and SV Werder Bremen in Dortmund, Germany, 28 September 2019.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Lang gegen Dortmunds Guerreiro: In der Bundesliga kam der Ostschweizer bloss zu acht Einsätzen, der letzte war im Dezember. Bild: EPA

Werder muss aus dem Sumpf

Leider stecken wir tief im Abstiegskampf. Ein Abstieg wäre eine sportliche Tragödie. Werder ist das Aushängeschild dieser Region. Für uns könnte die Corona-Pause aber ein Vorteil gewesen sein. Es geht wieder bei null los. Die Niederlagen sind verarbeitet und wir denken positiv. Auf uns warten zehn brutal wichtige Spiele. Auch für mich persönlich ist die Saison bisher nicht nach Wunsch verlaufen. Mein Credo: Gas geben, dranbleiben und hoffen. Aber ich weiss: Jetzt geht es nicht um Einzelschicksale.

Seit gestern sind wir nun bis zum Spiel gegen Bayer Leverkusen in einem Hotel in Quarantäne. Ich hoffe, wir können dann am Montag unseren Fans vor dem Fernseher eine Freude machen. Ohne dass wir uns zu wichtig nehmen.

(Aufgezeichnet von Markus Brütsch, CH Media)

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