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Die Mannschaften laufen ins leere Stadion ein beim Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem Grasshopper-Club Zuerich am Samstag, 5. August 2006 im St. Jakob Park in Basel. Der FC Basel bestritt dabei sein zweites Geisterspiel im Rahmen der auferlegten Strafe rund um die Ereignisse vom Meisterschaftsspiel der letzten Saison vom 13. Mai 2006 gegen den FC Zuerich, wo es zu massiven Ausschreitungen gekommen war. (KEYSTONE/ Georgios Kefalas)

So könnte die Zukunft des Schweizer Fussballs aussehen. Bild: KEYSTONE

Der SFL-Plan im Detail – so könnte die Super League fortgesetzt werden

Die Swiss Football League will die Super-League-Saison trotz Corona-Krise zu Ende spielen lassen. Für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs wurde ein 36-seitiges Konzept erarbeitet. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.



Zusammen mit dem Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern hat die Swiss Football League (SFL) ein 36-seitiges Konzept erstellt. Darin wurde bis ins letzte Detail dargelegt, wie sie sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Super League vorstellt. Dem Blick und dem Tages-Anzeiger liegt das Papier vor, das sind die wichtigen Fragen und Antworten dazu.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Noch trainieren sämtliche Profi-Fussballer zu Hause. Im Konzept werden zwei Optionen vorgestellt, die auf der Annahme basieren, dass am 27. April mit dem Training in Kleingruppen und ohne Körperkontakt begonnen werden kann. In beiden Fällen wäre es möglich, dass die letzten 13 Meisterschafts- und drei Cup-Runden sowie die beiden Barrage-Spiele bis zum 2. August ausgetragen werden könnten.

Option 1:

Option 2:

epa08345504 Players of Bayern Munich in action during a training session at the Club's ground in Munich, Bavaria, Germany, 06 April 2020. Bayern Munich players return to training  for the first time since the Bundesliga campaign was halted by the coronavirus pandemic. The Bundesliga remains suspended until at least 30 April following a meeting of league clubs on 31 March.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS

In der Bundesliga – hier bei den Bayern – wird bereits in Kleingruppen trainiert. Bild: EPA

Wie sehen die Massnahmen rund um die Trainings aus?

Eine Kasernierung aller Beteiligten, wie das für die Serie A in Italien vorgeschlagen wurde, ist in der Schweiz zwar nicht vorgeschrieben. Wenn möglich sollten Spieler und Staff aber gemeinsam auf dem Trainingsgelände oder in einem Hotel übernachten. Auch sonst müssen zahlreiche Empfehlungen berücksichtigt werden:

HANDOUT - Umkleidekabine im Stade de la Mosson in Montpellier, Aufnahme vom 3. Juli 2015. Wie der Schweizer Fussballverband SFV am Mittwoch, 23. Dezember 2015, mitteilt, wird das Schweizer Nationalteam wird die EURO 2016 in Frankreich sein Team Base Camp in Montpellier-Juvignac beziehen. Das Vichy Spa Hotel dient als Unterkunft fuer die knapp 50-koepfige Delegation. Das rund 10 Bus-Minuten entfernte Stade de la Mosson von Ligue-1-Verein Montpellier steht dem Schweizer Nationalteam als Trainingszentrum zur Verfuegung. (Handout SFV/Marco von Ah)*** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Im Kleingruppen-Training teilen sich drei Spieler eine Garderobe. Bild: SFV

Was passiert, wenn sich ein Spieler infiziert?

Spieler mit Krankheitssymptomen werden sofort von der Mannschaft isoliert. Weil ständig alle Spieler getestet werden, muss der Rest des Teams nicht in häusliche Quarantäne genommen werden.

Wie sehen die Massnahmen rund um ein Spiel aus?

Alle Partien werden als Geisterspiele ohne Zuschauer durchgeführt. «Uns erscheint ein reduzierter Spielbetrieb ohne Zuschauer in einer ersten Phase der einzige gangbare Weg, den Schweizer Fussball in seiner heutigen Form zu retten», schreibt die SFL dazu. Folgendes muss berücksichtigt werden:

Die Spieler laufen ins leere Stadion im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Zuerich und dem FC Sion im Letzigrund, am Mittwoch, 22. Mai 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Auf Einlaufkinder wird verzichtet. Bild: KEYSTONE

Wer darf bei einem Geisterspiel ins Stadion?

Nur 200 Personen dürfen sich bei seinem Super-League-Spiel im und ums Stadion aufhalten. Jede Person, die Zugang ins Stadion erhält, hat eine Selbstdeklaration auszufüllen und muss sich ausweisen. Ohne diese Dokumente wird der Eintritt verwehrt.

Jede Person muss sich beim Betreten des Stadions nicht nur die Hände desinfizieren, sondern sich auch kontaktlos Fieber messen lassen. Bei Spielern, Staff-Mitgliedern, Schiedsrichtern und Mitarbeitern der TV-Produktionsanstalten wird am Spieltag ein Corona-Test verlangt.

Folgende Personen sind zugelassen:

Bei einem Challenge-League-Spiel sind gar nur 40 Personen zugelassen.

Technicians of the Teleclub remove their equipment after the referee postponed the soccer match of the Super League Swiss Championship between FC Lausanne-Sport and FC Basel because parts of the pitch are frozen, at the Stade Olympique de la Pontaise stadium, in Lausanne, Switzerland, on Saturday, February 24, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die TV-Leute machen einen Grossteil der anwesenden Personen aus. Bild: KEYSTONE

Wo wird gespielt?

Auch hier gibt es zwei Optionen: Das Wunschszenario wäre natürlich, dass die Partien wie ursprünglich geplant in den 10 Super-League-Stadien ausgetragen werden können. Es wäre aber auch möglich, dass alle fünf Spiele pro Runde in einem Stadion über die Bühne gehen. Zum Beispiel am Samstag zwei und am Sonntag drei Partien. So könnte die Anzahl involvierter Personen reduziert werden und Kosten gesenkt werden.

ARCHIVBILD ZUR AUSSETZUNG ALLER SPIELE DER SUPER LEAGUE UND CHALLENGE LEAGUE FUER DIE KOMMENDEN DREI WOCHEN, AM MONTAG, 2. MAERZ 2020 - Une vue generale vide du stade de la Maladiere, le stade de football du club Neuchatel Xamax FCS le vendredi 28 fevrier 2020 a Neuchatel. La Swiss Football League (SFL) a reagit a l'ordre du Conseil federal et renvoie tous les matches de la 24eme journee de Super League et de Challenge League de ce week-end, en raison du risque de propagation du coronavirus. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Alle Spiele in einem Stadion? Einen Heimvorteil gibt es bei Geisterspielen ohnehin nicht. Bild: KEYSTONE

Wird das alles so umgesetzt?

Das steht noch in den Sternen. Der Plan kann noch so detailliert sein, am Ende entscheidet nicht die SFL, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, sondern die dafür zuständigen Bundesbehörden. (pre)

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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Curly Turkey
23.04.2020 10:44registriert October 2018
Eins vorneweg: Ich bin ehemaliger Sportjournalist und war an zahlreichen Super-League-Spielen dabei.
20 TV-Redaktoren
17 Journalisten
What? Wozu braucht es bei einem Geisterspiel 17 Journalisten und 20 TV-Redaktoren (für unsere paar Stationen)? Natürlich ist es für eine Berichterstattung wünschenswert, live vor Ort zu sein. Aber "wünschenswert" gilt derzeit nicht. Wenn man die Australian Open aus dem Leutschenbach kommentieren kann (muss), dann kann man auch ein Super-League-Spiel aus dem Studio begleiten. Andere Sender machen das ständig.
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Vexfjell
23.04.2020 11:02registriert March 2020
„Umarmungen, Abklatschen, Händeschütteln nach dem gemeinsamen Einlaufen und vor dem Anpfiff sind untersagt.“
Versteh ich jetzt nicht ganz. Die Spieler werden ja vor dem Spiel ohnehin alle auf das Virus getestet. Somit sollte ja das Risiko gleich null sein.
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LukeSkywalker
23.04.2020 10:10registriert October 2019
Die Ausgangslage ist so spannend wie schon lange nicht mehr. YB hat in den letzten zwei Saisons die jahrelange Dominanz des FCB etwas gebrochen. Diese Saison spielt der FCSG erfrischend und mutig völlig verdient vorne mit. Servette auch (m.E.) überraschend auf einem tollen 4. Platz. Diese Saison würde eigentlich Emotionen und volle Stadien bis zur letzten Minuten verdienen.
Jedoch geht die Gesundheit vor! Und wie sagt man so schön: Fussball ist die schönste Nebensache der Welt.
Bin gespannt wie und ob es weiter geht...
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