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Referee Michael Oliver shows a red car to Juventus goalkeeper Gianluigi Buffon during a Champions League quarter final second leg soccer match between Real Madrid and Juventus at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Wednesday, April 11, 2018. (AP Photo/Francisco Seco)

Schiedsrichter Michael Oliver zeigt Gianluigi Buffon die Rote Karte. Bild: AP/AP

Buffon wie einst Zidane – Drama um das Ende einer grossen internationalen Karriere

Ist gestern die internationale Karriere von Gianluigi Buffon mit einem Platzverweis zu Ende gegangen? Es wäre ein unwürdiges Ende einer grossartigen Karriere – mit Parallelen zu Zinédine Zidane, der das Drama gestern von der Seitenlinie miterlebte und wohl ein Déja-vu hatte.



Der gestrige Fussball-Abend, so spannend er auch war, hinterlässt wohl nicht nur bei den Juve-Fans einen bitteren Nachgeschmack. Da führt Juventus Turin bei Real Madrid 3:0 und steht sensationell vor der Verlängerung, als ein Penalty-Pfiff und ein Platzverweis alles über den Haufen wirft.

Es war vielleicht das letzte Spiel in der Königsklasse für Gianluigi Buffon. Und dann verabschiedet sich die 40-Jährige Torhüter-Legende, einer der letzten Gentlemen des Fussballs, tatsächlich mit einer Roten Karte von der grossen Bühne?

Der Platzverweis gegen Buffon – es war sein erster im 118. Champions-League-Einsatz – war wohl gerechtfertigt. Nach dem Foul in der Nachspielzeit von Medhi Benatia an Lucas Vazquez regt er sich fürchterlich über den Penalty-Entscheid von Schiedsrichter Michael Oliver auf. Buffons Ärger ist verständlich – die Szene war auch äusserst strittig. Das gibt dem Juve-Keeper aber noch lange kein Recht, gleich derart auf den Schiedsrichter loszugehen und ihm wüste Worte an den Kopf zu werfen. «Fahr zur Hölle!», soll er gesagt haben.

Buffon geht nach dem Penalty-Pfiff auf den Schiedsrichter los.

Buffon hatte sich auch nach dem Schlusspfiff noch nicht beruhigt. Im Interview nach dem Spiel warf der Italiener dem Schiedsrichter vor, «einen Mülleimer anstelle seines Herzens» zu haben. Wenn man nicht die Sensibilität habe, die Tragweite eines solchen Entscheids zu verstehen, solle man besser mit Frau und Kindern auf der Tribüne sitzen und Chips essen, fuhr Buffon fort. 

«Ich werde nicht beurteilen, was der Schiedsrichter gesehen hat. Wenn es in der 93. Minute eine Situation gibt, muss man nicht den Zynismus haben, all das zu zerstören, was eine Mannschaft in der K.o.-Runde geleistet hat. Du bist dann kein Mann, sondern ein Tier.»

Gianluigi Buffon

Nicht nur Buffon, auch seine Fans, ja die ganze Fussball-Welt ist aufgebracht. Ausgerechnet «Gigi», der auf der ganzen Welt für seine Klasse auf, vor allem aber auch neben dem Platz verehrt wird, soll sich SO für immer aus der Champions League verabschieden. Buffon, der neben grandiosen Paraden auch immer wieder seine Menschlichkeit zeigte.

Während die italienischen Fans bei der schwedischen Hymne pfeifen, klatscht Buffon demonstrativ. 

Noch ist nicht klar, ob Buffon Ende Saison tatsächlich zurücktritt – im Nationalteam hat er zumindest den Rücktritt vom Rücktritt gegeben. Aber Ende Juni läuft sein Vertrag bei den Turinern aus. Falls es aber tatsächlich so weit kommt, wäre es ein Abgang, der seiner unwürdig ist.

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass sich ein Weltklasse-Spieler mit Misstönen von der ganz grossen internationalen Bühne verabschiedet. Tatsächlich gibt es erstaunliche Parallelen zwischen Buffon und Real-Trainer Zinédine Zidane. 2006, im letzten Spiel seiner Karriere, notabene im WM-Final, flog der Franzose nach dem legendären Kopfstoss gegen Marco Materazzi vom Platz. Danach musste der damalige Mittelfeldspieler mit ansehen, wie sich Italien mit Buffon im Elfmeterschiessen den Weltmeistertitel holte.

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Coup de boule! Zidane haut Materazzi nieder. Video: YouTube/SlyRoyal

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Aus der obigen Szene entstand dieser legendäre Song. Video: YouTube/GeraldIRD93

Nun ist es umgekehrt: Buffon musste aus der Garderobe zusehen, wie Zidane am Ende jubelte, weil Cristiano Ronaldo den strittigen Penalty in der 98. Minute verwandelte und so Juventus aus der Champions League warf. Und höchstwahrscheinlich die europäische Karriere einer Legende beendete. 

Ronaldo, der seinerseits die Gemüter mit seinem euphorischen Oben-Ohne-Jubel erhitzte, hofft aber, dass Buffon weiterspielt. Der portugiesische Weltfussballer lobt seinen Gegner in den höchsten Tönen. Nach dem Spiel treffen sich die beiden Stars und Ronaldo tröstet Buffon mit einer Umarmung.

«Ich habe viel Respekt für Buffon, was wir über einander sagen... Er ist ein Gentleman und ich hoffe, dass er nicht zum letzten Mal in der Champions League gespielt hat. Er ist einer der besten Torhüter der Geschichte.»

Cristiano Ronaldo.

Ronaldo tröstet Buffon nach dem Spiel. 

Ronaldos Sixpack-Jubelshow

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Ronaldos Sixpack-Jubelshow
quelle: epa/efe / rodrigo jimenez
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