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epa08080238 Freiburg's Nils Petersen (L) in action against Bayern's David Alaba (R) during the German Bundesliga soccer match between SC Freiburg vs FC Bayern Munich in Freiburg, Germany, 18 December 2019.  EPA/ARMANDO BABANI CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Bayern München – SC Freiburg: Gleicher Sport, gleiche Liga, zwei Welten. Bild: EPA

Gutachten zeigen: Salary Cap im europäischen Fussball ist möglich

Der Spitzenfussball ist krank. Die Gehaltsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter, die Schere zwischen superreichen und weniger begüterten Klubs geht immer weiter auseinander. Die Corona-Krise verschärft die Probleme bei vielen Vereinen – und könnte der Anlass dafür sein, das Fussballgeschäft grundlegend zu erneuern.



Dass jede Krise auch eine Chance ist, betonen die meisten Politiker gerne. Bestimmt gehört auch Thomas Oppermann dazu. Er ist SPD-Vizepräsident in Deutschland und wollte herausfinden, wie das Fussballgeschäft vor dem Corona-Tod gerettet werden kann. Ist ein Salary Cap wie in Nordamerika, also die Begrenzeng der Spielerlöhne, etwa die Lösung?

Mit diesem wird seit einiger Zeit vor allem von Fanseite her geliebäugelt. Ein Salary Cap sorgt schliesslich dafür, dass kein Klub mehr Geld ausgeben darf als die anderen. In einer idealen Welt sorgt er für Chancengleichheit, für mehr Wettbewerb, mehr Spannung. Gerade die Bundesliga lechzt momentan danach, Bayern München wurde gerade zum achten Mal in Folge Meister. In Italien holte Juventus gar den neunten Scudetto in Serie, in Frankreich heisst der Serienmeister Paris Saint-Germain. In Spanien wird das Meisterrennen seit Jahren zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona entschieden. Die grösste Ausgeglichenheit an der Spitze verspricht die englische Premier League.

Das sind Europas Rekordmeister

Unabhängige Gutachten erarbeitet

Ein Salary Cap also, um den Wettbewerb anzukurbeln? Die Idee ist verlockend. Plötzlich können auch Werder Bremen oder der VfB Stuttgart wieder Titelkandidat sein, vielleicht setzt Sampdoria Genua zu einem Höhenflug an oder Valencia und dank Trainerfuchs Marcelo Bielsa Leeds United.

So verlockend die Idee ist, so wenig Chancen wurden bis dato ihrer Umsetzung gegeben. In den USA sei dies vielleicht möglich, hiess es, doch mit dem EU-Recht sei ein Salary Cap nicht möglich, wurde behauptet. Politiker Oppermann wollte das genauer wissen. Also gab er bei den Wissenschaftlichen Diensten des deutschen Bundestags zwei unabhängige Gutachten in Auftrag, die klären sollten, ob eine Gehaltsobergrenze in Europa möglich ist.

Das Resultat: Ja, ist es. «Gehaltsobergrenzen können nach deutschem und europäischem Recht zulässig sein», schreibt der Wissenschaftliche Dienst gemäss der «Süddeutschen Zeitung». Es käme auf die konkrete Ausgestaltung an. Oppermann freut sich über dieses Ergebnis. «So viel Rückenwind für eine vernünftige Regelung des Spielermarktes gab es noch nie», sagte er der Zeitung. Weit über Fankreise hinaus habe er von niemandem gehört, dass er dagegen sei.

UEFA-Präsident für Neues offen

Die Gutachten kamen beide zum Schluss, dass die UEFA den Salary Cap einführen müsste und nicht die Staaten. «Die Einführung im Wege der Selbstregulierung im Rahmen der Organisationsstruktur des Fussballs erscheint sachgerechter», wird betont. Dies ist umso wichtiger, da etwa die englische Premier League nach dem Brexit nicht mehr mittels EU-Recht ein Salary Cap aufgezwungen werden könnte. Der Ball liegt also beim europäischen Fussballverband.

FILE - In this Thursday, Feb. 7, 2019 file photo, UEFA President Aleksander Ceferin listens to reporter's questions during a press conference at the end of the 43rd UEFA congress in Rome. Ceferin told leaders from European leagues not to forget the importance of big clubs in generating cash during a private meeting in which plans were detailed for a closed-off Champions League favoring the elite. A recording and images obtained by The Associated Press from the meeting at the UEFA headquarters on Wednesday, May 8 highlights the schism between clubs and leagues over the ability to influence UEFA as it considers revamping its club competitions starting with the 2024-25 season. (AP Photo/Alessandra Tarantino, file)

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. Bild: AP

Dessen Präsident ist offen für Veränderungen. Aleksander Ceferin brachte unlängst die Idee einer Luxussteuer ins Spiel. Demnach wäre die Überschreitung eines Salary Caps möglich, aber mit einer Sonderausgabe verbunden. Das Geld der Reichen ginge dann an Klubs, die die Obergrenze nicht überschreiten.

Von den Reichen nehmen, den Armen geben – Robin Hood hätte seine wahre Freude an diesen Gedankenspielen. Der «König der Diebe» ist der kulturelle Botschafter der Stadt Nottingham, der aktuelle Zweitligist Forest der sportliche. Noch so ein Fussballklub, der vielleicht wiederaufstehen könnte. Zuletzt hatte der Meistercup-Sieger von 1979 und 1980 dramatisch die Aufstiegs-Playoffs in die Premier League verpasst. Die Corona-Krise lädt auch zum Träumen ein.

Ach ja, einen habe ich noch:

abspielen

Apropos «Salary»: K2 mit «Der Berg ruft» und den Songzeilen «Boomshakalaka I got my salary today» – «Wos sogt er: Sellerie? Wos sogt er, da Rasta?» Video: YouTube/MrLights1

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JYT 04.08.2020 14:09
    Highlight Highlight Zwingend notwendig! Die Leistungsdichte wäre wieder hergestellt. Aktuell hat es nichts mehr nur mit Leistung zu tun sondern mit Macht. Klar haben die kleinen Clubs auf die Saison aus keine Chance mitzuhalten, da die Teams mit viel Geld immer Gleichwertige Spieler 1:1 ersetzten können. Zumal die Löhne und die Ablösesummen so oder so viel zu hoch sind.
  • messanger 03.08.2020 10:53
    Highlight Highlight Wie soll denn der Cap aussehen?
    - Maximallohn pro Spieler? Dann werden die grössten Teams etwas gehemmt, haben dafür breitere Kader. Mittelmässige Teams betrifft es nicht, kein Konkurs wird verhindert.
    - Begrenzung der Ausgaben pro Team in % des Umsatzes?
    Dann haben wir dasselbe Problem wie jetzt mit dem Financial Fairplay: Geld von Scheichs wird als Umsatz verbucht. Ausserdem ist diese Quote bei Klubs wie Bayern sowieso schon tiefer las bei anderen in der BuLi. Es würde wohl vor allem kleine Teams treffen. Die Liga wird nicht spannender.
    • Joseph Quimby 03.08.2020 15:31
      Highlight Highlight Halt eine maximale Lohnsumme für die Mannschaft und eine festgelegte Kadergrösse, so wie es die NFL schon lange hat...
    • messanger 03.08.2020 16:06
      Highlight Highlight Begrenzung für die Kadergrösse gibt es bereits.

      Das Hauptproblem ist, dass in den Ligen Klubs gegeneinander spielen, die völlig unterschiedliche finanzielle Situationen haben. Wie soll ein Klub mit 50Mio Umsatz mithalten, wenn der Konkurrent 500Mio Umsatz hat?
      Mmn sollten v.a. die Fernsehgelder gleichmässig verteilt werden (wie in ENG, wo die Liga momentan ausgeglichener scheint). Gleichzeitig müsste man Fremdfinanzierung verbieten, aber ManCity zeigt gerade wie man das umgehen kann.
  • Bran_don 03.08.2020 10:39
    Highlight Highlight Da bis heute noch nie eine einheitliche Obergrenze für Schulden gemacht wurde von Seiten UEFA. Wird auch das wieder in der Versenkung verschwinden. Weil bis jetzt jeder Landesverband bestimmt wo die Schuldengrenze ist um an europäischen Wettbewerben teilzunehmen. Alleine dadurch würden schon viele Grossklubs ab sofort nicht mehr an die Lohnenswerte Prämien aus den europäischen Wettbewerben zu Teil werden und auch ein Stück weit näher bringen zur Chancen Gleichheit.
  • bokl 03.08.2020 10:10
    Highlight Highlight Wenn schon die Vergleiche mit dem US-Profisport bemüht werden, müsste man aber auch das gleiche System zum Ziel haben. Also eine gesamteuropäische, geschlossene Liga.
  • Victor Paulsen 03.08.2020 09:55
    Highlight Highlight Man müsste einfach eine gesamteuropäische Lösung, also über die UEFA machen. Denn wenn nur eine Liga das einführt, würde das sowohl zu einem Qualitätsverlust, wie auch zu einem Popularitätsverlust führen
  • Simon_Müller 03.08.2020 09:50
    Highlight Highlight Lässt einfach die Ablösesummen noch weiter steigen. Sehe ich nicht als sinnvolle Lösung.

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