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Claudius Schaefer, CEO SFL, spricht anlaesslich einer Medienkonferenz der KKJPD und der Swiss Football League (SFL) ueber

SFL-Präsident Claudius Schäfer muss sich mit Corona-Problemen herumschlagen. Bild: KEYSTONE

Die Super League hat Corona-Probleme, die grossen Ligen Europas nicht – woran liegt das?

Die Super League steht vor grossen Problemen, weil sich mehrere Spieler mit dem Coronavirus infiziert haben. In Deutschland, Italien, Spanien und England läuft dagegen alles nach Plan. Wo liegen die Unterschiede?



Das Coronavirus wirbelt derzeit den Schweizer Fussball durcheinander. Positive Tests beim FC Zürich, den Grasshoppers und neu auch bei Neuchâtel Xamax sorgen für Match-Absagen, Verschiebungen im Spielplan und diverse ungeklärte Fragen.

Lange war nicht klar, was mit der Partie zwischen Xamax und Sion, die ursprünglich für heute Abend 18.15 Uhr angesetzt war, passieren wird nach dem positiven Test in den Reihen der Neuenburger. Mittlerweile weiss man, dass das Spiel auf morgen Donnerstag verschoben wurde. Weitere Verschiebungen oder gar eine Absage der Meisterschaft sind aber immer noch möglich.

Kaum eine andere Liga kämpft derzeit so stark mit dem Coronavirus wie die Schweizer Super League. In der 2. Bundesliga haben Infektionen bei Dynamo Dresden ebenfalls für Chaos im Spielplan gesorgt. Sonst lief, respektive läuft in Deutschland, England, Italien und Spanien aber alles rund – obwohl gerade die letzten drei Länder stärker von der Pandemie betroffen waren als die Schweiz.

Woran liegt das? Sind die Schutzmassnahmen in der Schweiz etwa lockerer als im Ausland? Wir haben in den Corona-Konzepten der Ligen nach möglichen Gründen gesucht.

Die Übersicht

Fussball Regelungen nach liga

Bild: watson/lea senn

Bei grauen Feldern gab es keine definitiven Informationen zum entsprechenden Thema.

Maskenpflicht

In Sachen Maskenpflicht müssen sich Super League und Challenge League nur von der Bundesliga etwas vormachen lassen. In der in Deutschland mittlerweile beendeten Meisterschaft mussten die Spieler auch auf der Ersatzbank eine Maske tragen – als einzige der hier erwähnten Ligen.

L?entraineur du FC Basel Marcel Koller, arrive avec un masque lors du quart de final de la Coupe de Suisse de football entre le FC Lausanne-Sport, LS et le FC Basel 1893 le dimanche 14 juin 2020 au stade olympique de la Pontaise a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Innerhalb der Katakomben gilt im Schweizer Fussball die Maskenpflicht. Bild: keystone

Die Swiss Football League (SFL) setzt auch in der Garderobe, im Doping-Kontrollraum, im Mannschaftsbus und bei Physio-Behandlungen auf eine Maskenpflicht, während in England und in Italien in der Garderobe kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.

Abstandsregeln

Die Abstandsregeln sind im Schweizer Fussball weniger klar definiert als in Deutschland, England oder Italien. Die Anreise als Gastklub soll zwar «wenn möglich mit mehreren Bussen/Transporten erfolgen», eine Pflicht, mehrere Busse zu benutzen und so garantiert die Abstandsregeln einzuhalten, gibt es aber nicht.

Thuns Ridge Munsy, Mitte, jubelt mit seinen Teamkollegen Basil Stillhart, Leonardo Bertone, Chris Kablan und Nicolas Hasler, von links, nach seinem Tor zum 1-0 im Super League Spiel zwischen dem FC Thun und Xamax Neuchatel, am Sonntag, 12. Juli 2020 in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Umarmungen wie hier beim FC Thun sind in der Schweiz erlaubt. Bild: keystone

Auch beim Torjubel ist die SFL weniger strikt als Deutschland, England oder Spanien. Wie Italien verbietet sie Umarmungen beim Jubeln nicht konkret, sondern empfiehlt einfach auch dann, die Abstandsregeln einzuhalten. In der Garderobe besteht in der Schweiz zwar ebenfalls eine Abstands-Empfehlung, aber keine Pflicht. Im Konzept der SFL steht: «In der Garderobe wenn möglich 2 Meter Abstand halten (zeitliche Staffelung oder örtliche Trennung).»

Tests

Ein weiterer möglicher Grund, warum die Super League mit dem Coronavirus mehr Mühe bekundet als die vier grossen europäischen Ligen, könnte das Test-Verfahren sein. In Deutschland wurden Spieler und Trainer regelmässig ein bis zwei Mal pro Woche getestet. Auch in der Premier League unterziehen sich die Mannschaften zwei Mal pro Woche einem Test. Und in der Serie A sind es alle vier Tage.

Die Swiss Football League (SFL) verzichtet dagegen auf regelmässige Tests bei den Teams. Im Schutzkonzept der SFL steht: «Die Klubs können im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer der ‹Personengruppe rot› [Spieler, Trainer, Staff und Funktionäre der Teams, Anm. der Red.] auf Covid-19 testen lassen.»

Sie können, müssen aber nicht. Erst bei auftretenden Symptomen sind die Spieler verpflichtet, sich sofort testen zu lassen.

Das war ursprünglich anders geplant. Bei der Pressekonferenz vor dem Restart sagte Ligapräsident Claudius Schäfer: «Wir haben dem BAG ein Konzept vorgelegt, dort war eine intensive Testerei vorgesehen. In der Besprechung mit dem BAG wurde uns gesagt, wir sollen das alles rausstreichen. Denn die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen. Zudem gebe ein negativer Test eine falsche Sicherheit.»

Das ist zwar Spekulation, aber möglicherweise hätte man mit regelmässigen Tests die Infektion des «Patient 0» beim FC Zürich früher entdeckt und ihn so vom Rest der Mannschaft isolieren können.

Zuschauer

Ebenfalls als einzige der hier erwähnten Ligen, wurden in der Schweiz bereits wieder Zuschauer ins Stadion gelassen. In Deutschland waren und in England, Italien und Spanien sind weiterhin nur Spieler, Trainer, Teamfunktionäre sowie Journalisten erlaubt. Das dürfte allerdings auf die Infektionen von Spielern gar keinen Einfluss haben, da die Zuschauer und Spieler strikt voneinander getrennt werden.

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