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Munich's players leave the pitch after defeat in the DFB Cup 2nd round match between Holstein Kiel and Bayern Munich at the Holstein Stadium in Kiel, Germany, Wednesday Jan. 13, 2021. (Christian Charisius/dpa via AP)

Niedergeschlagen verlassen die Bayern-Spieler das Feld. Bild: keystone

Müller nach Pokal-Aus stinkig: «Ja was denken Sie? Sie lachen jetzt hier!»



Sensation im DFB-Pokal: Der FC Bayern München ist nach 17 Jahren erstmals wieder gegen einen Unterklassigen ausgeschieden. In der 2. Runde verlor der Rekordmeister gegen Holstein Kiel, einen Spitzenklub der 2. Bundesliga, im Penaltyschiessen. Nach 120 Minuten stand es 2:2.

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Video: YouTube/DFB

Während die Sieger im leeren Stadion feierten, verabschiedeten sich die Münchner schnurstracks in die Kabine. Nach einiger Zeit kehrte Thomas Müller, einer ihrer Leader, ins Schneegestöber zurück, um Interviews zu geben. In der ARD analysierte der «Raumdeuter» lange sehr sachlich die Partie.

«Kiel hat das aus ihrer Sicht gut gemacht», lobte Müller den Underdog. «Wir hatten nichtsdestotrotz gute Möglichkeiten, deutlich mehr vom Spiel. Es war keine Pokalsensation, die sich von Anfang an abgezeichnet hat. Kiel hat uns kaltschnäuzig bestraft.»

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Thomas Müller in der ARD. Video: YouTube/Bundesligastimmen

Provozierende Frage, gereizte Antwort

Eine sehr schlechte Figur gab die Bayern-Abwehr beim Gegentreffer zum 1:1 durch Kiels Routinier Fin Bartels ab. «Über diese Art Gegentore sprechen wir nun schon seit einiger Zeit. Diesen Schuh müssen wir uns anziehen», ärgerte sich Müller. Danach habe Bayern das Spiel aber gut im Griff gehabt, dank dem 2:1 gleich nach Wiederbeginn habe es nach einem Weiterkommen ausgesehen, «wenn auch nicht glanzvoll», wie Müller zugab. «Und dann hat Kiel in der letzten Sekunde mit einem Kopfball gegen die eigene Schulter ein Tor erzielt.»

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Das 1:1 ist ein Tor, das ein Team wie die Bayern gegen einen Unterklassigen niemals kassieren darf. Video: streamja

Rund zwei Minuten dauerte Müllers Analyse, in der er besonnen das Geschehene Revue passieren liess. Doch dann platzte dem 31-jährigen Weltmeister plötzlich der Kragen. Als ARD-Reporterin Valeska Homburg wissen wollte, wie die Stimmung in der Kabine sei, blaffte Müller sie an: «Was denken Sie denn? Sie lachen jetzt hier. Natürlich haben Sie gelacht. Wir sind natürlich bedient, das können Sie sich ja vorstellen. Dass die Stimmung nicht gut ist, kann man sich denken.»

Keine Larifari-Einstellung

Auch bei «Sky» musste Müller vors Mikrofon. «Wir haben in manchen Details schwach agiert», gab er zu, er fand aber auch Positives im Bayern-Spiel. «Auch wenn sich das blöd anhört nach einer Pokalniederlage gegen den Underdog aus Kiel: Das Spielglück war heute nicht auf unserer Seite. Wir haben uns ganz gut gefühlt, haben guten Fussball gespielt, hatten ordentliche Kombinationen, immer wieder Abschlüsse, waren 1:0 in Führung.»

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Thomas Müller bei Sky. Video: YouTube/Bundesliga News & Highlights

Müller betonte, dass die Mannschaft alles gemacht habe, um weiterzukommen. «Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir mit einer Larifari-Einstellung das Spiel abgeschenkt hätten. Auch im Elfmeterschiessen haben wir erst im sechsten Versuch einen verschossen.»

In der Bundesliga unterlag Bayern München zuletzt Borussia Mönchengladbach trotz 2:0-Führung mit 2:3. «Es ist sicherlich gerade nicht die beste Phase des FC Bayern», stellte Thomas Müller deshalb fest. Am Selbstvertrauen hat dies aber noch nicht gekratzt. Er bleibt zuversichtlich: «Wir haben ja alle drei Tage ein Spiel und ich bin mir sicher, dass wir die nächsten Spiele wieder gewinnen werden.»

Flick: «Wir haben viel zu tun»

Bayern-Trainer Hansi Flick bezeichnete das Ausscheiden als «Schock». Der Ausgleich zum 1:1 ärgere ihn, sagte er in der ARD. «Wir haben die Dinge angesprochen. Das war wieder das gleiche Muster. Wir müssen das Zentrum dicht machen, die Tiefe sichern, und das haben wir nicht gemacht.» Auch beim 2:2 sei die Abwehrarbeit nicht gut gewesen. «Glückwunsch an Kiel, sie haben gefightet. Es ist so, wir müssen es abhaken und die Dinge besser machen. Wir haben viel zu tun.»

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Hansi Flick in der ARD. Video: YouTube/Bundesligastimmen

Die Bayern hatten die Partie an den Jahresbeginn verschieben lassen, um eine etwas längere Weihnachtspause zu haben. Die Belastung ist trotzdem hoch, doch Trainer Flick mochte nicht darüber sprechen. «Wir müssen einfach schauen, dass wir wieder in die Spur kommen. Es gibt auch keine Ausrede, dass wir viele Spiele hatten. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, über 120 Minuten Tempo zu machen. Kiel hat einen herausragenden Torhüter gehabt, hat gut verteidigt. Wir müssen mit dem Ergebnis leben, so wie es ist.»

Ganz anders war die Gefühlslage naturgemäss bei den Siegern. Kiels Trainer Ole Werner sprach von einem «aussergewöhnlichen Erlebnis. Das ist etwas, an was man sich noch in vielen Jahren erinnert.» Umso bitterer für die Anhänger, dass sie diesen Exploit ihrer Mannschaft wegen der Corona-Pandemie nicht im Stadion erleben durften. (ram)

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Fin Bartels bei Sky. Video: YouTube/Bundesliga News & Highlights

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