DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Torwart Roman Buerki spricht waehrend einer Medienkonferenz in Feusisberg am Dienstag, 6. Oktober 2015. Die Schweizer Fussball Nationalmannschaft spielt am 9. Oktober in St. Gallen ein EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino.  (KEYSTONE/Anthony Anex)

Trotz der heftigen Kritik hat Roman Bürki sein Lachen nicht verloren.
Bild: KEYSTONE

Bürki nervt sich über den Sturm der Empörung: «Ich spielte bisher solid. Gegen Bayern hatte ich meinen ersten schlechten Tag»

Roman Bürki reagiert 24 Stunden nach der teilweise vernichtenden Kritik wegen seiner Fehler im Liga-Gipfel gegen die Bayern (1:5) auf die medialen Attacken – angemessen und durchaus selbstkritisch.



In ihrer Aufarbeitung der Dortmunder Lektion in München waren sich die zahllosen Bundesliga-Experten rasch einmal einig: Schuld am BVB-Debakel trug für sie primär Roman Bürki. Als «Gürki» und «Hampelmann» verspotteten die Kritiker renommierter Medienhäuser den Keeper gnadenlos. Und auch die oberste deutsche Fussball-Instanz meldete sich: «Das haben wir schon vor 200 Jahren gelernt. Wenn er rauskommt, muss er den Ball haben», keifte Franz Beckenbauer.

Animiertes GIF GIF abspielen

Vor allem beim 3:1 durch Robert Lewandowski sah Bürki nicht gut aus.
gif: streamable

«Der Kaiser darf sagen, was er will. Das ist sein gutes Recht», entgegnet Bürki sachlich. Von der medialen Breitseite bekam der 24-jährige BVB-Torhüter nicht alles mit, aber die Welle der Empörung schwappte natürlich bis ins Camp des Nationalteams über. An den Umgang mit Kritik in Orkanstärke muss er sich gewöhnen. «Die Dimension in Dortmund ist eine andere. Ich habe früher auch schon Fehler gemacht, aber Reaktionen in einem solchen Ausmass habe ich noch nie erlebt.»

Kritische Voten seien zwar berechtigt. Er trage an den Gegentoren «eine Mitschuld», aber sie hätten «fünf Tore erhalten, nicht nur zwei». Den Rückschlag relativierte er. Nach der ersten Niederlage in der aktuellen Saison müssten weder er noch die Mannschaft alles infrage stellen.

Bürki vermisste bei gewissen Kommentatoren den Respekt, die Schärfe der Urteile goutierte der Berner nicht. «Ein gewisses Niveau der Kritik muss schon noch da sein.» Nur Floskeln und Wortspiele zu verbreiten, sei zu einfach. Das direkte Spiel auf den Mann sei schwer nachvollziehbar. «Ich spielte bisher solid. Gegen Bayern hatte ich meinen ersten schlechten Tag.»

Roman Buerki waehrend dem Training der Schweizer Nationalmannschaft in Freienbach am Montag, 5. Oktober 2015. Die Schweizer Fussball Nationalmannschaft spielt ein EM Qualifikationsspiel gegen San Marino am 9. Oktober in St. Gallen. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Roman Bürki wäre bereit, Yann Sommer gegen San Marino zu ersetzen.
Bild: KEYSTONE

Trotz der heftigen Attacken fürchtet Bürki nicht um seinen Statuts beim BVB. Coach Thomas Tuchel habe sich öffentlich bereits deutlich für ihn ausgesprochen, so Bürki. «Ich denke nicht, dass es nach einem weniger guten Spiel einen Grund gibt, mich gleich auszuwechseln.» Er sei selbstbewusst genug, mit der ungemütlichen Situation richtig umzugehen.

Goaliefrage nicht drängend

Im Nationalteam bewegt sich Bürki in der Regel weniger im Brennpunkt. Am Freitag könnte sich das indes ändern. Womöglich steht gegen San Marino das Debüt in einem Ernstkampf mit der SFV-Auswahl an. Yann Sommer, im Normalfall die unumstrittene Nummer 1, ist wegen eines Nasenbeinbruchs handicapiert und trainiert derzeit mit einer Karbonmaske.

Mit einem Einsatz des Mönchengladbachers ist eher erst Anfang nächster Woche in Estland zu rechnen. «Ich bereite mich immer auf alles vor und trainiere entsprechend fokussiert», kommentiert Bürki die ausnahmsweise offene Ausgangslage.

Torwart Roman Buerki spricht waehrend einer Medienkonferenz in Feusisberg am Dienstag, 6. Oktober 2015. Die Schweizer Fussball Nationalmannschaft spielt am 9. Oktober in St. Gallen ein EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino.  (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bürki im Gespräch mit Schweizer Journalisten.
Bild: KEYSTONE

Aus der Sicht von Vladimir Petkovic ist die Goaliefrage im Vorfeld des Duells mit dem 196. des FIFA-Rankings, der keine seiner bisher 120 Qualifikations-Partien gewonnen hat, selbstredend kein drängendes Problem. «Ich entscheide mich im letzten Moment.» Der Selektionär wird seine Nominierung in erster Linie von der Rückmeldung Sommers abhängig machen.

Finnischer Schiedsrichter

Das vorletzte EM-Ausscheidungsspiel der Schweiz in St.Gallen (20.45 Uhr) wird Mattias Gestranius leiten. Der finnische Labortechniker arbitriert seit 2011 Spiele auf FIFA-Level. In 188 Einsätzen in der «Veikkausliiga» zückte der 37-Jährige 353 gelbe Karten und verhängte 28 Platzverweise. In der aktuellen EM-Kampagne kam er bereits mehrfach zum Zug. (pre/si)

Die 20 besten Nati-Spieler aller Zeiten

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Christian Gross motiviert Hakaaaan bis in die Zehenspitzen und wir dürfen zuschauen

9. Mai 2002: Das Schweizer Fernsehen strahlt einen Dok-Film über den FC Basel aus, der auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Neuzeit ist. In Erinnerung bleibt besonders eine Pausenansprache von Trainer Christian Gross.

Acht Meistertitel in Folge zwischen 2010 und 2017 – bis YB zu seinem Höhenflug ansetzte, war der FC Basel das Mass aller Dinge im Schweizer Klubfussball. Dabei liegen die Zeiten, als Rot-Blau selber zu den Habenichtsen gehörte, noch gar nicht weit zurück.

Erst 2002 holt der FCB den ersten Titel der Neuzeit und aus dieser Zeit stammt auch ein köstliches Video. Es zeigt die Halbzeit-Ansprache von Trainer Christian Gross im Rückspiel des UI-Cup-Finals bei Aston Villa im August 2001, die bei seinem …

Artikel lesen
Link zum Artikel