Sport
FC Liverpool

Nach drei Meistertiteln in drei Jahren: Conte verlässt Juve – wird er jetzt Nati-Trainer?

Conte verabschiedet sich von Turin.
Conte verabschiedet sich von Turin.Bild: Massimo Pinca/AP/KEYSTONE
Nicht einverstanden über die Transferpolitik

Nach drei Meistertiteln in drei Jahren: Conte verlässt Juve – wird er jetzt Nati-Trainer?

Trainer Antonio Conte hat den Vertrag mit Juventus Turin per sofort aufgelöst. Der 44-jährige Italiener holte mit dem Rekordmeister in drei Saisons dreimal den Scudetto. Womöglich wird Conte nun neuer Nationalcoach von Italien.
15.07.2014, 20:3916.07.2014, 08:42
Mehr «Sport»

Die Bombe platzte am zweiten Tag des Juventus-Vorbereitungscamp im Trentino. Erfolgstrainer Antonio Conte und der italienische Meister gehen per sofort getrennte Wege. Ein Blitz aus heiterem Himmel war es trotzdem nicht, denn Conte hatte sich schon zum Ende der letzten Saison Gedanken über einen Rücktritt gemacht. In den Verhandlungen über die Verlängerung des bis 2015 laufenden Vertrags hatten die Parteien im Mai keine Einigung erzielt – sich aber immerhin darauf geeinigt, zumindest den Vertrag bis nächsten Sommer zu erfüllen.

Vidal als Ausschlaggeber

Das ist nun Makulatur. Dem Vernehmen nach ist Conte nicht einverstanden über die Transferpolitik der Turiner. Seine Wunschspieler Juan Cuadrado (Kol/Fiorentina) und Alexis Sanchez (Chile/FC Barcelona) bekommt er nicht und der Franzose Patrice Evra, den er ebenfalls gerne verpflichtet hätte, wechselt nun von Manchester United zur AS Roma.

Conte wurde mit Juve dreimal hintereinander Meister.
Conte wurde mit Juve dreimal hintereinander Meister.Bild: MAX ROSSI/REUTERS

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat in den letzten beiden Tagen wohl die Personalie Arturo Vidal. Für Conte ist der Chilene ein Schlüsselspieler und der Klub versprach dem Trainer, den Mittelfeldspieler zu keinem Preis zu verkaufen. Das Versprechen galt solange, bis Manchester United, ausgestattet mit einem 94-Millionen-Euro-Ausrüstervertrag von Adidas, das Angebot auf 45 Millionen Euro aufbesserte. Die Juventus-Führung scheint nun schwach zu werden.

Conte verfügt über einen aussergewöhnlichen Leistungsausweis. Der frühere italienische Internationale (20 Länderspiele) schaffte zu Beginn seiner Trainerkarriere mit Siena den Aufstieg in die Serie A und führte zuletzt Juventus dreimal zum Titel. Er gilt als unnahbar, stur, hart und extrem fordernd. Nun scheint er bereit für den nächsten Schritt. Ab sofort gilt Conte als Kronfavorit auf den seit der WM freien Posten des italienischen Nationaltrainers.

Italienisches Sesselrücken?

Übernimmt Conte tatsächlich die «Squadra Azzurra», würde das grosse Sesselrücken unter der Trainer-Elite Italiens perfekt. Conte bekäme den Posten von Cesare Prandelli, der wiederum Roberto Mancini bei Galatasaray Istanbul beerbte. Und Mancini? Dieser gilt neben dem ex-Milan-Trainer Massimiliano Allegri als Hauptkandidat für das Traineramt bei Rekordmeister Juventus. (si/qae)

Prandelli unterschrieb nach einer enttäuschenden WM mit Italien bei Galatasaray.
Prandelli unterschrieb nach einer enttäuschenden WM mit Italien bei Galatasaray.Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
YB-Trainerin krebst nach Ausraster zurück: «Ich muss mich entschuldigen»
Nach Servettes Cupsieg gegen die YB-Frauen sorgte YB-Trainerin Imke Wübbenhorst mit einem gehässigen Interview für Schlagzeilen. Nun entschuldigte sich die 35-Jährige für ihre Worte. Der SFV stellt sich indes hinter die Schiedsrichterin, räumt aber auch Fehler ein.

Nach dem verlorenen Cup-Final gegen Servette am vergangenen Wochenende holte YB-Trainerin Imke Wübbenhorst zum Rundumschlag gegen die Siegerinnen und die Schiedsrichterinnen aus. Das Video, in dem sich die Deutsche nach der Niederlage den Frust von der Seele redete, sorgte dafür, dass selbst ausländische Medien wie die Frankfurter Allgemeine über den Schweizer Cup-Final der Frauen berichteten.

Zur Story