Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Berns Simon Bodenmann jubelt nach den 2:0, waehrend dem Eishockey National League Spiel zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 3. Februar 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Berns Simon Bodenmann jubelt nach dem 2:0 gegen den EVZ. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Warum morgens um 5 Uhr die Hockeywelt beim SCB so richtig in Ordnung ist

Eishockey-Saison 2017/18 ist, wenn der SCB gegen Zug gewinnt. Und wenn wahre SCB-Freunde am Sonntag um 05.00 Uhr aufstehen.



Ob netto oder brutto – Meister Bern ist für Zug nach wie vor eine Nummer zu gross. Der SCB ist nach dem 2:0 gegen Zug vorzeitig Qualifikationssieger und hat die Chance, nach 1991, 1997, 2010 und 2017 zum 5. Mal das «Double» zu gewinnen – die Qualifikation und die Meisterschaft.

Die SCB-Nettoversion ist ohne Bösartigkeit, ohne Provokationen, ohne einschüchternde Härte, ohne durchschlagende Wucht. Die SCB-Bruttoversion ist hingegen mit allem Drum und Dran. Mit Bösartigkeit, Provokationen, einschüchternder Härte und durchschlagender Wucht. Das Finale 2017 haben die Zuger gegen eine SCB-Bruttoversion verloren. Und diese Saison am spektakulärsten am 22. Dezember nach einer 2:0-Führung auf eigenem Eis 2:5.

Zugs Spieler geschlagen nach dem Eishockey National League Spiel zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 3. Februar 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Für die Zuger gab's am Samstag in Bern nichts zu holen.  Bild: KEYSTONE

Am Samstag zogen sie gegen einen freundlichen Netto-SCB in Bern den Kürzeren (0:2). Somit sind alle vier Partien dieser Qualifikation gegen den Meister verloren gegangen. NLA-Eishockey in der Saison 2017/18 ist, wenn Zug gegen Bern verliert.

Zug ohne Rezept 

Da stellt sich schon die Frage: Findet Trainer Harold Kreis gegen den SCB einfach kein Rezept? Die Berner können spielen, wie sie wollen, laut oder leise, rau oder sanft, am Ende gewinnen sie immer. «Was heisst kein Rezept? Es ist einfach so, dass Bern ein sehr gutes Team hat und auch defensiv sehr gut die Räume eng macht. Und wenn du dann doch einmal an allen vorbei bist, muss du noch das Bollwerk Genoni überwinden» sagt Trainer Harold Kreis.

Schlechte Laune hatte er nach dem Spiel nicht. Dafür hatte er ja auch keinen Grund. Es war ein sehr gutes, schnelles und oft spektakuläres Spiel. Es fehlte bei diesem «Gipfeltreffen» zwischen dem alten und neuen Qualifikationssieger und seinem Verfolger lediglich die wilde Entschlossenheit, die Versuche, mit Härte und Provokationen dem Gegner unter die Haut zu gehen. Niemand ging so zur Sache, als gäbe es keinen neuen Tag mehr. Was ja auch kein Wunder ist: 19 Spieler, die gestern auf dem Eis standen, werden nächste Woche nach Südkorea fliegen – 13 beim SCB, 6 bei Zug. Eine Verletzung riskierte keiner.

Ein Sieg in einem Qualifikationsspiel ist Ruhm für einen Abend. Olympischer Ruhm aber währet ewiglich.

Zugs Cheftrainer Harold Kreis beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem EHC Kloten, am Freitag, 15. Dezember 2017, in der Bossard Arena in Zug.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Zugs Trainer Harold Kreis findet kein Rezept gegen den SCB. Bild: KEYSTONE

Zugs neue Bescheidenheit

Zug ist nach wie vor das punktbeste Team des Jahres 2018 und kann die Qualifikation auf dem zweiten Platz abschliessen. «Das ist jetzt unser nächstes Ziel.» Muss es sein.

Zug hat diese Saison ausser gegen den SCB gegen jeden Gegner schon gewonnen. Nur mit dem 2. Platz kann sichergestellt werden, dass Zug das nächste Mal in dieser Saison erst im Finale auf den SCB treffen.

Die Zuger haben das Privileg, nach dem verlorenen Spitzenkampf in Bern auszuschlafen. Die Berner hingegen nicht alle. Wenn du diese Zeilen liest, sind ein paar SCB-Stars schon lange aufgestanden. Die drei Kanadier Maxim Noreau (30), Andrew Ebbett (35) und Mason Raymond (32) sind bereits heute Sonntag um 08.00 Uhr von Zürich nach Riga geflogen.

Rüfenachts frühes Flughafen-Shuttle

Von dort werden sie später nach Südkorea weiterfliegen. «Wir müssen um 05.00 in Bern wegfahren» erzählte ein gut gelaunter Andrew Ebbett nach dem Spiel. «Thomas Rüfenacht wird uns nach Kloten chauffieren. Er hat sich spontan dazu bereit erklärt. Er sei sowieso schon früh wach. Thomas ist eben ein wahrer Teamspieler.»

Wahrlich, morgens um 05.00 Uhr ist die Hockeywelt in Bern noch in Ordnung. Erst am Montag reist dann Thomas Rüfenacht definitiv nach Kloten, um mit Nationalmannschaft zum olympischen Abenteuer einzurücken. Die Schweizer testen am Dienstag in Kloten gegen Deutschland und fliegen am Mittwoch nach Südkorea.

Am 15. Februar beginnt für sie das olympische Turnier mit der Partie gegen Kanada.

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte 

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
goldmandli
04.02.2018 08:34registriert November 2014
Ich sehe die Niederlage nicht so ernst. Bern hat auch "nur" ein glückliches Tor geschossen und den empty netter. Bern war zwar insgesammt etwas die bessere Mannschaft, aber es hätte wohl auch anders enden können. Die Playoffs stehen ja zum Glück schon fast vor der Tür, dann hat das Mutmassen ein Ende und der Meister wird auf dem Eis und nicht mehr in Zauggs Feder entschieden. Aber jetzt erst mal Daumen drücken für eine erfolgreiche Olympiafahrt👍
1179
Melden
Zum Kommentar
LebeauFortier
04.02.2018 08:02registriert March 2016
„Nur mit dem 2. Platz kann sichergestellt werden, dass die Zug das nächste Mal in dieser Saison erst…im Finale auf den SCB treffen.“
Schöner Satz, aber falsch. Der 3. Platz würde ebenfalls reichen.
834
Melden
Zum Kommentar
Röbi Roux
04.02.2018 09:05registriert December 2014
Schon lustig wie hier immer über den SCB oder die Tigers geschrieben wird. Sogar bei einem Text über das Wetter in Samoa findet Hr Zaugg einen Bezug ins Emmental oder in die PostFinance Arena.
508
Melden
Zum Kommentar
17

Hockey-Fans starten Petition – sie fordern, dass der Bundesrat die 1000er-Grenze aufhebt

Hinter den Kulissen des Sports bewegt sich viel: Eishockey-Fans haben am Donnerstagnachmittag die Petition «Verantwortungsvolle Sportevents» gestartet. Und Vertreter des Eishockey- und Fussballverbands sprachen beim Bundesamt für Gesundheit vor.

Nun kommt doch noch Druck auf die Politik – aus dem Eishockeybereich. Fans, Spieler, Klubs und sportinteressierte Politiker haben sich hinter den Kulissen zusammengerauft. Sozusagen in letzter Sekunde versuchen sie, den Bundesrat mit einer Petition davon zu überzeugen, die 1000er-Grenze für Sportanlässe aufzuheben.

Die Regierung berät am 12. August – der ersten Sitzung nach der Sommerpause – über das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als tausend Zuschauern.

Der Bundesrat werde darüber …

Artikel lesen
Link zum Artikel