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Geneve-Servette's defender Henrik Toemmernes, of Sweden, left, vies for the puck with Zug's forward Dario Simion, right, during the second leg of the National League Swiss Championship final playoff between Geneve-Servette HC and EV Zug, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Wednesday, May 5, 2021. The game is played behind semi closed doors (only 50 personnes can be present in the arena) due to the coronavirus COVID-19 pandemic. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Tömmernes wird von den Zugern nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Nur die Richter reagieren auf Alatalos Check – ist Servette halt doch zu weich?

Gegen Zugs Santeri Alatalo wird ein Verfahren eröffnet und der «Bösewicht» ist für das dritte Finalspiel gesperrt. Aber entscheidend ist: Die Genfer haben seinen Angriff auf ihr Nervenzentrum auf dem Eis fast tatenlos hingenommen.



Der Check von Zugs Santeri Alatalo gegen Servettes Henrik Tömmernes bleibt doch nicht ungesühnt. Gegen den eingebürgerten Finnen ist ein Verfahren eingeleitet worden. Es wird nicht bei einer Spielsperre bleiben. Santeri Alatalo muss mit dreimaliger Verbannung rechnen. Sollte Zug morgen Meister werden, dann wird er die restlichen Sperren halt im nächsten Herbst bei seinem neuen Arbeitgeber Lugano absitzen.

Der Check von Alatalo gegen Tömmernes. Video: SRF

Die «Video-Richter» haben also reagiert. Aber Servette hat zuvor auf dem Eis nichts unternommen. Das könnte sich als entscheidender Punkt in diesem Final erweisen.

Henrik Tömmernes ist Servettes wichtigster Spieler. Er ist das offensive und defensive Nervenzentrum der Mannschaft. Also sind die Zuger auf dem Eis hinter ihm her wie der Teufel hinter einer armen Seele. Das gehört zum Eishockey.

Aber wer Meister werden will, muss seinen wichtigsten Spieler schützen. Er kann diesen Schutz nicht den Schiedsrichtern überlassen. In einem immer schneller werdenden Spiel kommt es vor, dass ein Foul übersehen wird.

Noch so ein Check gegen Tömmernes:

Die Schiedsrichter haben einen gesundheitsgefährdenden Angriff auf Henrik Tömmernes übersehen. Das ist ein Fehler. Hier sei aber auch erwähnt: Der grosse «Beckenbauer des Genfer Hockeys» machte im ersten Final in Zug den Fehler, der das Spiel (1:0 für Zug) entschieden hat. Wir sehen: Die Besten machen in diesem unberechenbaren Spiel auf rutschigem Terrain nicht immer alles richtig.

Das Handtuch geworfen

Härte ist ein legales Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele. Und weil die Schiedsrichter eben nicht alles sehen, gibt es auch ungeschriebene Regeln.

Wer Meister werden will, muss nicht nur die im Regelbuch niedergeschriebenen Regeln kennen. Noch viel wichtiger: Er muss die ungeschriebenen Gesetze des Eishockeys befolgen. Und diese Gesetze sagen: Schütze deine wichtigsten Spieler. Lass es niemals zu, dass deine wichtigsten Spieler regelwidrig attackiert werden.

Schlaegerei auf dem Eisfeld nach dem Spielende im ersten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem EV Zug und Geneve-Servette HC am Montag, 3. Mai 2021, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Im ersten Finalspiel ging Servette noch richtig zur Sache. Bild: keystone

Wenn der Final vorüber ist und wenn Zug Meister werden sollte, wird niemand mehr von Santeri Alatalos Check reden. Aber wenn Zug Meister wird, dann war diese Aktion ein entscheidende Augenblick in diesem Final. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls steht es 1:2. Noch ist jeder Ausgang des Spiels und des Finals möglich.

Aber Servette nimmt den Angriff auf sein Nervenzentrum einfach hin. Ohne nennenswerte Reaktion auf dem Eis.

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Die besten Szenen von Spiel 2. Video: YouTube/MySports

Nach den ungeschriebenen Gesetzen des Hockeys hätten sich mindestens zwei oder drei Genfer auf Santeri Alatalo stürzen müssen. Mit dem Risiko, dass es halt Spielsperren absetzt. Wer einen gegnerischen Spieler nach einer solchen Aktion praktisch ungeschoren davonkommen lässt, wer nach einer solchen Attacke auf den wichtigsten Spieler nicht heftig reagiert, wirft das Handtuch.

Servette war im Viertelfinal härter als Gottéron. Das ist weiter nicht überraschend. Gottéron ist unter Christian Dubé das weichste Team der Liga geworden. Servette war im Halbfinal nicht härter als die ZSC Lions. Aber mindestens so robust, hartnäckig und leidenschaftlich wie die Zürcher.

Das ist die eigentliche Überraschung: Das neue Zug ist im Final böser, härter als Servette. Als die «Erben von Chris McSorley», die drauf und dran waren, das böse Klischee von den weichen welschen Teams aufs Eindrücklichste zu widerlegen.

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