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SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und dem SC Bern am Dienstag, 30. Januar 2018, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Kari Jalonen fehlt in der Olympia-Pause das halbe Kader. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Erinnerungen an Lugano 2006 – muss der SCB den Trainer entlassen, um Meister zu werden?

Zwischen Operetten-Training und Reality-TV: Muss auch der SC Bern den Trainer entlassen, um nach einem olympischen Turnier Schweizer Meister zu werden?



Kostet das olympische Turnier den SCB die Titelverteidigung? Die Frage ist mehr als billige Polemik. 13 SCB-Stars, darunter alle fünf Ausländer, reisen nach Südkorea. Kari Jalonen muss während der Olympia-Pause ohne die bessere Hälfte der Mannschaft trainieren. Er sagt: «So etwas habe ich noch nie erlebt.» Der ehemalige finnische Nationaltrainer macht sich keine Sorgen um seine olympischen Helden. «Ein olympisches Turnier ist ein inspirierendes Erlebnis. Sie werden eher Energie gewinnen als verlieren. Das einzige Risiko sind Verletzungen.

Der SCB-Meistertrainer macht sich mehr Gedanken über die Spieler, die in der Schweiz bleiben. Diese «zweite Hälfte» des Teams wird in den Playoffs entscheidend sein. Sie trägt die Stars in meisterliche Höhen. Durch Härte, Fleiss, Disziplin und Wille. Eine hohe Trainingsintensität während der olympischen Pause ist also wichtig. Aber wie die Playoffs simulieren, wenn die Besten weg sind? Wie verhindern, dass es nur noch ein «Operetten-Training» wird.

Die Spieler des SC Bern verfolgen die Anweisungen des Headcoach Kari Jalonen, links, beim zweiten Eistraining der neuen Saison, am Montag, 2. August 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Manuel Lopez)

Der SCB braucht Verstärkung fürs Training. Bild: KEYSTONE

Kari Jalonen hat nächste Woche erst einmal trainingsfrei gegeben und will dann die Mannschaft in den Trainings jeweils mit fünf Junioren und fünf Spielern aus der MySports League – der neu geschaffenen dritthöchsten Liga in der Schweiz – ergänzen. «Das ist aber nicht so einfach», sagt Sportchef Alex Chatelain. «Die besten Junioren sind mit den Junioren-Nationalteams unterwegs und viele unserer Nachwuchsspieler sind in Schulen und Berufslehren integriert und können nicht einfach zu jeder Zeit trainieren. Aus der MySports League bekommen wir lediglich Spieler aus den Teams, die sich nicht für die Playoffs qualifiziert haben.

So viele Spieler müssen die NL-Klubs an Olympia abstellen:

SC Bern: 13
ZSC Lions: 6
EV Zug: 6
HC Lugano: 5
HC Davos: 4
HC Friboerg-Gottéron: 4
EHC Kloten: 3
HC Genève-Servette: 3
HC Ambri-Piotta: 1
EHC Biel: 1​

Es wäre immerhin möglich, die Situation zu vermarkten. Warum nicht eine Reality-Show «Be a big bad bear» über die eigene Internet-TV-Station «SCB TV» mit Marc Lüthi als Moderator lancieren? Immerhin war der SCB-Manager einst beim Lokalsender TeleBärn ein beliebter Moderator. Wer will, kann sich im Rahmen dieser Show einen Platz im SCB-Training kaufen.

Und sollte der SCB in den Final kommen, folgt eine zweite Staffel. Titel: «Be Mark Streit». Der Teilnehmer könnte wie Mark Streit während des Stanley-Cup-Finals einfach dabei sein, ohne zu spielen. Für ein solches Marketing-Konzept kann sich Marc Lüthi allerdings nicht begeistern: «Ich habe auch eine Idee: Wir schlagen Sie fürs Dschungel-Camp vor.»

The Stanley Cup trophy in Bern, Switzerland, August 2, 2017. Switzerland's Mark Streit won the trophy with the Pittsburgh Penguins in 2017. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Grandios! Bei «Be Mark Streit» darf man am Ende auch den Stanley Cup in die Schweiz bringen. Bild: KEYSTONE

Die Konzentration auf das heimische Training macht Sinn. Aber möglicherweise unterschätzt Kari Jalonen den olympischen Energieverlust. Zumal es ja auch noch die Zeitverschiebung von acht Stunden (!) zu verarbeiten gilt. Grundsätzlich gilt für Spitzensportler: Pro Stunde Zeitverschiebung braucht es einen Tag Angewöhnungszeit.

Fester im Sattel als der Papst

Bis heute hatte erst ein Klub eine halbwegs ähnliche Ausgangslage zu verarbeiten. Lugano im Frühjahr 2006. Sieben Spieler traten in Turin an, darunter die drei finnischen Stars Ville Peltonen, Jukka Hentunen und Petteri Nummelin. Trainer Larry Huras erinnert sich noch lebhaft an diesen Albtraum.

«Wir haben alles Menschenmögliche vorgekehrt und auch Saul Miller beigezogen.» Saul Miller ist einer der weltweit besten Sportpsychologen. «Aber es hat alles nichts geholfen. Es war einfach für die Spieler nicht möglich, nach dem olympischen Turnier schon für den Playoff-Start mental wieder bereit zu sein.»

Der Head Coach des HC Lugano, Harold Kreis, rechts, feiert mit den Topscorer von Lugano, Glen Metropolit den gewonnenen 7. Meistertitel nach dem fuenften Playoff-Finalspiel der Eishockey NLA zwischen dem HC Lugano und dem HC Davos, am Donnerstag, 13. April 2006, in Lugano. Das Spiel endet 3:1 zugunsten von Lugano.  (KEYSTONE/PHOTOPRESS/Karl Mathis)

Mit Harold Kreis wurde Lugano 2006 Meister. Bild: PHOTOPRESS

Lugano (2. Qualifikation) startete damals im Viertelfinal mit zwei Niederlagen gegen Ambri. Larry Huras wurde gefeuert und durch Harold Kreis ersetzt. Schliesslich gelang es, die Serie nach drei Niederlagen doch noch zu kehren und den bisher letzten Titel zu holen. Dass es in Bern so kommt, ist ausgeschlossen: Der SCB kann zwar Meister werden – aber bevor Kari Jalonen mit Vertrag bis 2020 entlassen wird, gibt es ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Papst.

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Sloping
03.02.2018 16:34registriert October 2014
Bei Lugano war damals nicht Olympia das Problem, sondern das Huras die Kabine und insbesondere Nummelin verloren hat. Darum war der Wechsel alternativlos. Aus dem Grund ist der Artikel und Vergleich mit der Situation des SCB absurd.
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keplan
03.02.2018 20:57registriert August 2014
K. Zaugg im Dschungelcamp, wäre sogar für mich ein Grund die Sendung einzuschalten, wie er schnecken und Gotthelf zusammen bringt 😂😂😂
@Tikkanen hoffe ihr opfert den Titel für edelmetal
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BeatBox
03.02.2018 17:53registriert January 2014
Hmm, der SCB musste Larry Huras auch schon entlassen, er leidet noch heute darunter ;-) Siehe The Hockey Week 😂
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