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Switzerland`s Sven Andrighetto during a training session of the Swiss team at the IIHF 2019 World Ice Hockey Championships, at the Ondrej Nepela Arena in Bratislava, Slovakia, on Monday, May 13, 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Wie viel müssen die ZSC Lions für die Dienste von Silberheld Sven Andrighetto zahlen? Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Löhne in Zeiten des Salary-Cap – wie viel verdient eigentlich Sven Andrighetto?

Welch eine Ironie der Hockey-Geschichte. Während die Fans darüber rätseln, ob die ZSC Lions Sven Andrighetto zum bestbezahlten Schweizer in der Geschichte der National League gemacht haben, arbeiten die Klubbosse an der Einführung einer Lohnobergrenze.



Die Frage nun also: Ist Sven Andrighetto der bestverdienende Spieler mit Schweizer Pass der Liga? Eine Antwort ist gar nicht so leicht zu finden. Die Spielerlöhne werden bei uns – anders als in der NHL – nicht publiziert. Und sie werden von den direkt Betroffenen logischerweise nicht preisgegeben. Sein Agent Dani Giger sagt denn auch auf Anfrage: «Wir geben über Vertragsdetails unserer Spieler keine Auskunft.»

NHL-Scout Thomas Roost hat es in einer Kolumne wunderbar formuliert: Sven Andrighetto sei «kein Monetär-Romantiker». Wir können beifügen: Dani Giger auch nicht.

Sven Andrighetto spricht über seine Rückkehr zum ZSC. Video: SRF

Im Alter von 27 Jahren hatte der neue ZSC-Star bei der Rückkehr in die Schweiz nach neun Jahren Nordamerika und Russland die bestmögliche Verhandlungsposition. In der NHL hat er insgesamt 4,205 Millionen Dollar brutto und in der KHL letzte Saison rund 1,22 Millionen Franken verdient. Und wie viel sind es nun in den nächsten fünf Jahren bei den ZSC Lions?

Nach einer Telefonrunde durch die Liga lässt sich hingegen sagen: Der Wert des Fünfjahresvertrages von Sven Andrighetto wird von den Sportchefs, Scouts und Agenten auf rund vier Millionen Franken brutto geschätzt. Also rund 800 000 Franken pro Jahr. Zitieren lässt sich keiner. Logisch.

Frage also an ZSC-Sportchef Sven Leuenberger:

Eismeister Zaugg

Ist diese Schätzung in etwa richtig?

Sven Leuenberger

Nein.

Eismeister Zaugg

Zu tief?

Sven Leuenberger

Nein, zu hoch.

Eismeister Zaugg

Viel zu hoch?

Sven Leuenberger

Zu hoch.

Eismeister Zaugg

Ist Sven Andrighetto der bestverdienende Schweizer der Liga?

Sven Leuenberger

Nein.

Wieder eine Telefonrunde durch die Liga. Ist Sven Andrighetto der bestverdienende Schweizer der Liga? Dazu gibt es eine Anmerkung: Besser ist eigentlich die Frage, ob er der teuerste Schweizer sei. Aus dem Grund, weil der Nationalstürmer bis zu seinem Wechsel in die nordamerikanischen Juniorenligen im Sommer 2011 bei den ZSC Lions gespielt hat. Dadurch entfällt für die Zürcher die alljährlich zu entrichtende Ausbildungsentschädigung an den oder die Klubs in der Schweiz, die WM-Silberhelden von 2018 ausgebildet haben. Die Summe wird von Jahr zu Jahr zwar kleiner, dürfte aber für die nächsten Jahre gut 50'000 Franken ausmachen.

Die Antwort auf die Frage, ob Sven Andrighetto der teuerste Schweizer der Liga sei, lautet nach dieser Telefonrunde «nein.» Der «Klub der Teuersten» (oder «Klub der Besten») umfasst demnach Leonardo Genoni, Grégory Hofmann, Raphael Diaz (Zug), Reto Berra (Gottéron) und neu eben Sven Andrighetto (ZSC Lions). Nicht ganz einig sind sich die Kenner, ob nicht auch Simon Moser (SC Bern) zu dieser illustren Runde gehört.

Interessant ist die Frage nach einer Rangierung der teuersten Eidgenossen. Nach Auswertung aller Antworten lässt sich folgende Rangliste der «monetären Nicht-Romantiker» erstellen (ohne Gewähr):

  1. Grégory Hofmann
  2. Leonardo Genoni
  3. Sven Andrighetto
  4. Reto Berra
  5. Raphael Diaz

Dazu ist zu sagen: die Jungs sind ihr Geld wert.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet während der Virus-Krise im Sommer 2020, in der wirtschaftlich wohl schwierigsten Zeit für die Klubs, über ein mögliches Rekordsalär debattiert wird. In einer Zeit, da im Rahmen der Krisenhilfe selbst die Landesregierung Lohnreduktionen angemahnt hat und die Ligaführung erstmals in unserer Geschichte das Konzept einer Lohnobergrenze (Salary-Cap) ausarbeitet.

CAPTION CORRECTION: VORNAME PETER ZAHNER --- ZSC Lions CEO Peter Zahner strahlt nach dem Ja des Stimmbuergers der Stadt Zuerich fuer ein neues Eishockeystadion der ZSC Lions im Zuercher Stadthaus am Sonntag, 25. September 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)

ZSC-CEO Peter Zahner ist kein Fan des Salary Caps. Bild: KEYSTONE

Dazu ist festzustellen: Die ZSC Lions sind ehrlich. Sowohl Manager Peter Zahner als auch Sportchef Sven Leuenberger legen ihre Bedenken in Sachen Salary-Cap offen dar. Sie nennen gut durchdachte Gründe, warum die durchaus gutgemeinte Absicht, auf diesem Wege die Löhne zu reduzieren, nicht funktionieren wird.

Die Zürcher mögen auf dem Transfermarkt Wein trinken (den sie sich leisten können). Aber sie haben – anders als einige ihrer Berufskollegen – nie Wasser gepredigt.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jeff Scout 22.07.2020 22:07
    Highlight Highlight Bern bezahlt wohl keine Spitzenlöhne mehr, dafür überdurchschnittlich hohe Gehälter für irgendwelche Mitläufer der dritten Linie. Gesamthaft betrachtet ergibt dies schlussendlich eben auch eine teure Mannschaft.
  • uicked 22.07.2020 21:02
    Highlight Highlight 4.2-4.6 in 5 Jahren sind logisch und verdient.
  • Deltahpe 22.07.2020 19:35
    Highlight Highlight Gregory Hofmann 1‘000000
    Leonardo Genonie 950‘000
    Sven Andrigetto 950‘000
    Reto Berra 800‘000
    Raphael Diaz 750‘000
    • Eiswalzer 22.07.2020 23:53
      Highlight Highlight Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung...😂😂😂
    • Deltahpe 23.07.2020 08:40
      Highlight Highlight Und du weist es besser ?
    • Nummelin 23.07.2020 10:07
      Highlight Highlight Genoni soll um 1 Mio. kassieren. Das schrieben jedenfalls verschiedene Journalisten. Ob es denn stimmt... who knows.

      Was man aber sicher weiss: Zug hat sicher die teuersten drei Spieler mit Genoni, Hofmann und Diaz im Kader.

      Ich schätze eher mal so:

      Genoni: 1 Mio.
      Hofmann: 850'000
      Andrighetto: 800'000
      Berra: 700'000
      Diaz: 700'000

      Wenn man dann noch bedenkt, dass sicher alle noch irgendwelche Meister-Boni's erhalten (ausser Berra natürlich 🤣) ist das schon eine Hausnummer. Aber ich denke, dass Problem sind nicht diese Top-Spieler, sondern die Overpaid-Spieler welche 400k verdienen.
  • el capitano 22.07.2020 19:14
    Highlight Highlight in Langnau hat kein spieler mehr als 200k ajser der capitano hat mehr
    • Antiklaus 23.07.2020 01:13
      Highlight Highlight und Dido und Pesonen spielten für 100000.-
  • ELMatador 22.07.2020 16:40
    Highlight Highlight Ich bin für eine allgemein Lohntransparenz im Sport. Dies würde vieles vereinfachen.

    Dann würde mann eher sehen ob jemand über oder unterbezahlt ist, und die Fans würden Druck machen. Dies würde ebenfalls die Nachwuchsförderung ankurbeln um die Leistung zu steigern während die Preise tief gehalten werden können.
  • Antiklaus 22.07.2020 16:16
    Highlight Highlight Salarycap bei Hockeyspieler? Da gäbe es bei Banken, Versicherungen, Pharmakonzernen viel nötigere Bremsen zu implementieren. Auch wäre bei einigen Politiker ebenfalls viel Spielraum vorhanden
  • Staal 22.07.2020 15:54
    Highlight Highlight 3 Zuger in den Top 5 sagt eigentlich schon alles wo die Lohntreiber sitzen
    • holden27 22.07.2020 16:06
      Highlight Highlight Ja in daffos ;)
      schon lange nichts mehr von dir gehört Staal, hab dich und dein Zug bashing fast schon vermisst!

      ...

      Wobei... Nein, eigentlich nicht :)
    • scnoters 22.07.2020 16:06
      Highlight Highlight Wenn die Liste stimmt 😉 Doch viel schlimmer sind die Lohntreiber in den hinteren Linien. Wie z.B einen Bieber für 200-300TCHF, welcher max. in der 3. Linie spielt
    • Lümmel 22.07.2020 16:12
      Highlight Highlight In Davos?
  • Amarillo 22.07.2020 15:54
    Highlight Highlight Es ist nicht verboten, dass vermögende Fans als Privatpersonen ihren Klub finanzieren. Wie das Geld in den Klub fliesst, ist auch egal. Ob einer die Millionen einfach auf das Bankkonto des Klubs überweist, oder ob die Stadionmiete bzw. -kosten oder das Budget für den Nachwuchs bezahlt wird - völlig Wurst. All das sind Ausgaben, welche der Klub dann eben NICHT mehr hat. Und das Geld dafür z.B. für hohe Gehälter verwenden kann. Deshalb ist das Geleier, man finanziere ja nicht die 1e Mannschaft, sondern nur dieses und jenes, höchstens solange auszuhalten, wie man das Gehirn ausgeschaltet hat.
    • #schwizer12 22.07.2020 16:11
      Highlight Highlight @Amarillo
      Vielen Dank für deinen Beitrag!! Mehr ist da nicht mehr hinzuzufügen!!
    • W.Dusel 22.07.2020 16:50
      Highlight Highlight Da gebe ich dir absolut Recht, aber im Fall von Zug muss man auch sagen, dass sie ohne den Apotheker weder ein OYM (in welchem sie Miete bezahlen) noch eine Academy hätte. Das müssten sie ja dann nicht bezahlen. Der Rest des Nachwuchses wird nicht von Strebel bezahlt. Aber diese Investitionen haben natürlich einen positiven Effekt für den EVZ
  • Ranger55 22.07.2020 14:58
    Highlight Highlight Simon Moser gehört ganz sicher nicht zu dieser illustren Runde. Dies wäre ja praktisch ein Verrat an der bestgeführten Organisation ausserhalb der NHL, welche ja finanziell nicht mithalten kann gemäss unseren Hardcore Kritikern. Dies alles aufgrund von fehlenden Mäzenen oder etwa doch..? Vermin spielt ja in Kürze wieder im Bärengraben, somit neu

    Zum Schluss noch dies:
    Item, Aus nach Pre-Playoffs!
    • das Otzelot 22.07.2020 15:33
      Highlight Highlight Na ja Ranger, du kannst es ins lächerliche ziehen wie du willst.
      Es ändert halt nichts an der Tatsache, dass der SCB schon länger nicht die Besten Löhne zahlt. (In der Spitze)
      Bern zahlt dafür wohl in der Mitte eher zu viel.
    • Ranger55 22.07.2020 16:38
      Highlight Highlight @Otzelot, es ist nur der Umkehrschluss des ewigen Bashings aus dem Bärengraben. Wenn wir Simon Moser dazunehmen, sind (waren) 1/3 der Namen aktuelle (ehemalige) Spieler aus Europas Nichthockeyhauptstadt, ergo SCB. Gehört der Club somit nicht auch zu der erlesenen Liste der Topsalärzahler oder besser gesagt Treibern... Genoni wird kaum für ein Butterbrot beim SCB gespielt haben. Man muss immer beide Seiten betrachten, was leider oftmals vergessen geht.
    • das Otzelot 22.07.2020 17:20
      Highlight Highlight So kann man es auch sehen. Negmen wir Moser weg und Kovar dazu, der ja auch 800K + verdient wären da aber 2/3 Zuger in der Liste.
      Am Ende ist es ja auch egal wer wie viel bezahlt. Das Dorfclubgehabe aus Zug nervt einfach. Freut euch doch das ihr Kohle ohne Ende habt und steht dazu. Ist ja nicht verboten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thomfrey 22.07.2020 14:39
    Highlight Highlight Was sind den die gut durchdachten Gründe warum der Salary Cap nicht funktioniert?
    • InfulänzerAufInstagähn 22.07.2020 15:13
      Highlight Highlight Zu viel Transparenz. Das ist zu "unschweizerisch"...
    • BöserOnkel 22.07.2020 16:54
      Highlight Highlight Man kann dann nicht mehr so einfach bescheissen und Spieler neben dem Budget vorbei fremdfinanzieren. Wäre ja auch ne Schande, wenn sich Sportklubs den gleichen oder zumindest ähnlichen Regeln zu unterziehen hätten wie jede 0815 Firma.
  • Für immer Bern 22.07.2020 14:35
    Highlight Highlight es wäre auch noch interessant veranschaulicht zu bekommen, wie viel die bestbezahlten Ausländer der Liga verdienen, auch im Verhältnis zu den Schweizern.
    • Chalbsbratwurst 22.07.2020 14:58
      Highlight Highlight Wie soll man das veranschaulichen wenn die Clubs die Löhne nicht öffentlich machen müssen? Klar wäre es interessant aber eigentlich geht es uns auch nichts an. Du musst ja deinen Lohn auch nur dem Staat mitteilen und sonst niemandem.
    • Für immer Bern 22.07.2020 15:22
      Highlight Highlight @Chalbsbratwurst
      was ich gemeint habe ist eine ähnliche Darstellung/Auflistung der Löhne, wie sie im Artikel oben zu finden ist :)

Eismeister Zaugg

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