Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Eismeister Zaugg

Warum Kossmann und Schläpfer nicht lange arbeitslos sein werden

Die zwei Trainer, die in diesen Tagen die Schlagzeilen schreiben, haben nächste Saison keine Arbeit mehr. Dabei wären die Traumjobs für Hans Kossmann (ZSC Lions) und Kevin Schläpfer (Kloten) eigentlich jetzt schon klar.



Zuerichs Trainer Hans Kossmann gibt seinen Spielern waehrend einem Timeout Anweisungen, im fuenften Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, am Donnerstag, 5. April 2018, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kossmann bleibt bis Ende Saison in Zürich. Und dann? Bild: KEYSTONE

Hans Kossmann (56) rockte im Viertelfinale Zug, jetzt rockt er in den Halbfinals den SCB und doch muss er Ende Saison gehen. Die Zürcher haben mit Serge Aubin (aus der österreichischen Operettenliga) bereits einen Trainer für nächste Saison verpflichtet. Das war bereits klar, als Hans Kossmann das Kommando im Hallenstadion übernommen hatte.

Was nun? Arbeitslos? Nein. Den neuen Traumjob für Hans Kossmann gibt es schon. Und vorher kann er erst noch ausgiebig Sommer- und Herbstferien machen und braucht sich um nichts zu kümmern.

Hans Kossmann ist nämlich der perfekte «Feuerwehrtrainer» für den EV Zug. Das Potenzial dieses Hockeyunternehmens mit stark nordamerikanischer Kultur ist meisterlich. Aber ein kluger, freundlicher Präsident, ein netter Manager, ein sanfter Sportchef, ein liebenswürdiger Trainer und verweichlichte Spieler sind einfach nicht dazu in der Lage, dieses Potenzial auszuschöpfen. Sie können nicht rocken. Zu viel Harmonie. Zu viele Ausreden. Zu wenig Leistungskultur.

Es bringt nichts, Trainer Harold Kreis jetzt schon zu feuern und seinen noch bis Ende der nächsten Saison laufenden Vertrag auszuzahlen. Zugs Präsident ist auch deshalb ein sehr, sehr, sehr reicher Mann geworden, weil er das Geld nicht zum Fenster hinauswirft.

Die Lösung liegt auf der Hand: Harold Kreis beginnt die Saison und sorgt dafür, dass es seinen Jungs bis zur Weihnachtspause in der Hockey-Wohlfühloase Zug wohl ist.

Und dann kommt in der Weihnachtspause Hans Kossmann mit einem Vertrag bis Saisonende (wie jetzt in Zürich), scheucht die Zuger aus der Komfortzone und macht aus Qualifikations-Buben richtige Playoff-Männer. Meisterlicher Rock'n'Roll. Und sein Vorteil ist erst noch, dass er jungen Spielern ganz im Gegensatz zu Harold Kreis eine echte Chance gibt.

Während Hans Kossmann mit den Zuger die Liga aufmischt, kann Sportchef Reto Kläy in aller Ruhe einen neuen Trainer für die Saison 2019/20 suchen. Harold Kreis ist so freundlich, dass er ihm dabei sicherlich beratend zur Seite stehen würde.

Hans Kossmann im Laufe der nächsten Saison in Zug? Zug mit Hans Kossmann 2019 Meister? Natürlich ist das erst eine Vision. Aber dagegen würde ich nicht wetten.

Und was ist mit Kevin Schläpfer (48)?

EHC Kloten Cheftrainer Kevin Schlaepfer gestikuliert zum Schiedsrichter im vierten Eishockey Spiel des Playout-Final der National League zwischen dem EHC Kloten und dem HC Ambri-Piotta am Montag, 2. April 2018, in Kloten. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bild: KEYSTONE

In Biel entlassen und nun in Kloten gescheitert. Die Sportchefs der Titanen (Zug, ZSC Lions, Lugano, SC Bern, Davos) nehmen ihn nicht ernst. In Biel war er schon. Weil er französisch weder spricht noch versteht, kommt er für die welschen Klubs nicht in Frage. Langnau und die Lakers brauchen noch keinen neuen Trainer. Bei der Nationalmannschaft duldet der charismatische Selbstdarsteller Patrick Fischer keine fremden Götter neben sich an der nationalen Bande.

Und doch gäbe es auch für Kevin Schläpfer einen Traumjob. Wenn nicht bereits im Sommer, dann spätestens im nächsten Frühjahr. In Visp. Visp? Ja, ein Hockeyunternehmen wie geschaffen für Kevin Schläpfer.

In Visp wird eine neue Arena gebaut. Nun geht es darum, auch eine konkurrenzfähige und mittelfristig aufstiegsfähige Mannschaft zusammenzustellen.

Nun hat ja Visp mit Matti Alatalo (vormals GCK Lions) und Sportchef Bruno Aegerter die sportlichen Schlüsselpositionen optimal besetzt. Optimal? Nein. Matti Alatalo ist ein freundlicher Ausbildner und, wenn es drauf ankommt, ein netter Verlierer. Im Pulverdampf an der Bande verliert er zu schnell den Überblick und wird zum «Harold Kreis des armen Mannes». Er ist kein Bandengeneral, der entscheidende Spiele gewinnt.

Bruno Aegerter hat Visp zwischen 2000 und 2005 als Trainer geführt. Er kennt die Mentalität im «Wilden Westen» der Schweiz. Durch seine Gastspiele in verschiedenen Funktionen in unter anderem in Zürich, Martigny, Sierre, Langnau, Meran oder Davos hat er ein gutes Beziehungsnetz. Obwohl er längst den Stallgeruch der Visper Hockeykultur in den Kleidern hat, ist er als Sportchef keine charismatische Integrationsfigur wie Kevin Schläpfer.

Kevin Schläpfer ist der sportliche Erbauer des modernen EHC Biel. Erst als Sportchef, dann zeitweise als Sportchef und Trainer und am Schluss als Trainer. Er hat die Bieler aus der 13-jährigen Verbannung in die Zweitklassigkeit ins gelobte Land der NLA zurückgeführt und zu einer Playoffmannschaft geformt. Warum sollte ihm in Visp dieses Kunststück nicht ein zweites Mal gelingen?

Visp braucht einen charismatischen Hockey-Leitwolf, der die Hockeybegeisterung auf und neben dem Eis und über die Grenzen des Dorfes hinaus befeuert. Einen wie Kevin Schläpfer. Er würde mit seiner Art perfekt zu den Wallisern passen und hier eher noch früher als in Biel den Status eines «Hockeygottes» erreichen.

Visp als nächste Station für Kevin Schläpfer. Natürlich ist das erst eine Vision. Aber dagegen würde ich nicht wetten.

Für Hans Kossmann und Kevin Schläpfer werden sich schneller Türen zu neuen Jobs öffnen als sie denken. Wichtig wird nur sein, dass sie dann parat sind, durch diese Türen zu gehen und ein neues Abenteuer zu beginnen.

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Video: Angelina Graf

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

Eishockey Saison 2017/18

«Als würde man zum Geburtstag keinen Kuchen kriegen» – das sagt der ZSC zur Playoff-Absage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

So sieht der neue Gästesektor in Fribourg aus (es ist ein «Käfig»)

Link zum Artikel

Das banale Ende aller Träume – kein Meister, keine Dramen

Link zum Artikel

Nichts, einfach nichts – ein Wochenende ohne Sport und der Anfang einer neuen Zeitrechnung

Link zum Artikel

Die NHL pausiert, aber «gespielt» wird trotzdem – Goalie wehrt 98 Schüsse ab

Link zum Artikel

Keine Eishockey-WM – Patrick Fischers verlorener Traum

Link zum Artikel

Hoffnung für Hockey und Fussball – Kurzarbeit wird bald möglich sein

Link zum Artikel

6 grosse Schweizer Hockey-Karrieren, die durch das Coronavirus vorzeitig beendet wurden

Link zum Artikel

Wegen Corona-Krise: Bleibt René Fasel ein Jahr länger Hockey-Welt-Präsident?

Link zum Artikel

Die WM ist abgesagt – was die Folgen sind und wie es beim Verband weitergeht

Link zum Artikel

Profisportler kaufen für Ältere ein oder bieten sich als Babysitter an

Link zum Artikel

Simon Sterchi kommt – was für eine schauderhafte SCB-Transferbilanz

Link zum Artikel

Der Star aus der Hundehütte – wie Kevin Fiala vom Mitläufer zum Teamleader gereift ist

Link zum Artikel

Gaëtan Haas: «Das Spiel in der NHL ist nicht schneller, es sieht nur schneller aus»

Link zum Artikel

Solange man ins Stadion durfte, war Eishockey so populär wie nie

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andrin89 07.04.2018 17:53
    Highlight Highlight Wieso ersetzen wir nicht einfach Patrick Fischer als Nati-Coach durch Schläpfer? Ich bin sicher nicht der einzige, der sich einen neuen Nati-Coach wünscht...
    • Zanzibar 07.04.2018 21:49
      Highlight Highlight Bitte nicht Schläpfer.... dann lieber Kossmann.
    • andrin89 07.04.2018 23:35
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Aber der Verband setzt ja auf "Swissness"... Da rolle ich auch mit den Augen...
  • Bobby Sixkiller 07.04.2018 13:20
    Highlight Highlight Ich wünschte, Klaus hätte recht. Bei uns in Visp gibt es momentan, abgesehen von der Stadion Baustelle, wenig erfreuliches. Aber es wird wohl nichts mit Schläpfer. Bei uns spart man sich momentan zu Tode. Fast wie bei Kloten.
  • länzu 07.04.2018 12:01
    Highlight Highlight Wann fängt Klaus Zaugg seinen neuen Job bei Mike Shiva an?
  • DerSeher 07.04.2018 10:25
    Highlight Highlight Als Zuger muss ich sagen, den EVZ auf den Punkt zusammengefasst! Chapeau!
  • San_Fernando 07.04.2018 09:29
    Highlight Highlight Österreichische Operettenliga? Ziemlich grosse Worte aus einem Land, welches am schwächsten Olympia-Turnier aller Zeiten nur gerade gegen Südkorea gewinnen konnte...
    • Roman Stanger 07.04.2018 10:26
      Highlight Highlight Moment! Das war nicht abwertend gemeint. Hast du schon mal ein Spiel der Ösi-Liga gesehen? Die müssen tatsächlich nach jedem Tor eine Arie singen, sonst zählts nicht, und Forechecking darf man nur machen, wenn man dabei Can-Can tanzt. Wissen die wenigsten, ist aber so.
  • Tikkanen 07.04.2018 08:58
    Highlight Highlight ...sehr interessante Visionen, Chlöisu👍🏻Tatsächlich wird sich für den Kevin die NLB als einzige Option zeigen, wieso also nicht Visp👍🏻Beim Hans schaut es ganz anders aus🤔Wie schon mehrfach geschrieben, durfte ich ihn in seiner Berner Zeit kennenlernen, ich habe ich grossen Respekt vor seiner Persönlichkeit und Leistung😊Die Work Ethic und Sozialkompetenz vom Hans ist vorbildlich, er ist ein klassischer oldfashiond Lead by example Typ👍🏻Auch habe ich bereits im Dezember geschrieben dass der Z unter Hans den SCB herausfordern wird😳

    Jänu, zurück ins hier und jetzt🤗:

    Nur noch 6 bis🐻🏆🍻
    • Scrj1945 07.04.2018 10:05
      Highlight Highlight 3:2 hinten und immer noch eine grosse klappe... eigentlich wär ich in der serie ja für bern, aber du bist der grund wieso ich hoffe, dass der zsc weiterkommt
    • Patrick59 07.04.2018 11:13
      Highlight Highlight @SCRJ1945.. Und Du bist der Grund dass ich Kloten die Daumen drücke. Wie so viele hier...
    • Wildes Pony 07.04.2018 11:49
      Highlight Highlight und dein team schafft denn aufstieg gegen kloten nicht😀😀
    Weitere Antworten anzeigen
  • goschi 07.04.2018 08:55
    Highlight Highlight Klaus Zaugg übernimmt bereits wieder die Aufgabe des Trainer-Vermittlers und Job-Beschaffers.
    Kriegt er eigentlich Provision?
  • Zanzibar 07.04.2018 08:28
    Highlight Highlight Tatsächlich sind das zwei nicht all zu unrealistische Szenarien. Ich würde es so wie beschrieben in Zug begrüssen 😎
    • goldmandli 07.04.2018 10:29
      Highlight Highlight Ich würde es lieber sehen, wenn Kreis schon vor Saisonbeginn einen Abgang macht. Bis zur weihnachtspause sind genügend Spiele, in denen ein neuer Trainer junge Spieler einbauen könnte. Kreis wird das nicht tun. In der Quali werden 50 Spiele gespielt, wann sollen die talentierten Jungen NLA Erfahrung sammeln, wenn nicht dann. Würde Schläpfer und Kossmann nehmen, beide würden das Herti wieder in ein Festzelt verwandeln, in das man gerne geht, um Hockey zu schauen.
    • Mia_san_mia 07.04.2018 13:15
      Highlight Highlight Das wäre doch peinlich für einen Verein wie Zug.
    • Dynamischer-Muzzi 07.04.2018 19:03
      Highlight Highlight Wieso Mia??

Eismeister Zaugg

Joe Thornton kann nächste Saison mit Davos spielen – wenn er will

Am Samstag ist NHL-Star Joe Thornton (41) in Davos eingetroffen. Er kann nächste Saison für den HC Davos spielen. Sofern er das wünscht. Er hat den Schweizer Pass und würde keine Ausländerlizenz beanspruchen.

Seit der Saison 2004/05 ist Joe Thornton ein Teil der HCD-Kultur. Er verbrachte damals die verlorene NHL Saison («Lockout») zusammen mit Rick Nash und Niklas Hagmann bei Davos, feierte den Meistertitel und den Spengler Cup-Triumph. In 40 Partien produzierte er 54 Punkte und in den Playoffs schwebte er über dem Eis: 29 Punkte in 14 Partien. Beim zweiten Lockout (2012/13) kehrte er erneut zum HCD zurück (33 Spiele/36 Punkte).

Seither gehört Joe Thornton sozusagen zum HCD. Jedes Jahr «pilgert» er …

Artikel lesen
Link zum Artikel