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Davos' Oliver Heinen, links, kaempft um den Puck gegen Zuerichs Axel Simic, rechts, im Eishockeyspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Freitag, 30. Oktober 2020, im Zuercher Hallenstadion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Zürichs Axel Simic (Mitte) im Duell mit Davos' Oliver Heinen. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Die HCD-Aktion «billiger & jünger» läuft – Simic und Nussbaumer kommen

Zwei der grössten Stürmertalente des Landes wechseln auf nächste Saison zum HC Davos: ZSC-Nationalstürmer Axel Simic und Biels Supertalent Valentin Nussbaumer. Diese Transfertätigkeiten verschärfen die Krise ausgerechnet beim … EHC Olten.



HCD-Sportdirektor Raeto Raffainer hat den Auftrag, auf nächste Saison über eine Million einzusparen. Das geht nur durch eine Verjüngung der Mannschaft. Die Aktion «jünger & billiger» ist überaus erfolgreich angelaufen. Zwei der talentiertesten jungen Schweizer Stürmer wechseln definitiv auf nächste Saison zum HCD: Axel Simic (21) von den ZSC Lions und Biels Valentin Nussbaumer (20).

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger ist erbost und verärgert, dass Axel Simic bereits jetzt in Davos unterschrieben hat. Zur Strafe hat er den Nationalstürmer, der bisher immerhin 4 Punkte gebucht hatte und bis ins zweite Powerplay vorgerückt war, per sofort ins Farmteam zurückversetzt. Das ist wahrlich Pech für den EHC Olten. Bei der gestrigen 2:3-Penalty-Niederlage gegen die GCK Lions spielte der künftige HCD-Stürmer eine zentrale Rolle.

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger an einer Medienkonferenz in Zuerich am Dienstag, 5. Maerz 2019. Die ZSC Lions verlieren das letzte Qualifikationsspiel gegen Genf mit 2:3 und verpassen damit erstmals seit 2006 die Playoffs. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Hat gar keine Freude: ZSC-Sportchef Sven Leuenberger. Bild: KEYSTONE

Bei beiden Treffern stand er auf dem Eis, zum 1:1 gab er den Assist und im Penalty-Schiessen war er einmal erfolgreich. So gesehen hat also der Transfer von Axel Simic Oltens Krise verschärft. Wären es normale Zeiten, würde in Olten sogar unter dem klugen, besonnenen Präsidenten Marc Thommen zügig, aber ohne Hast ein Trainer-Amtsenthebungs-Verfahren in Gang gesetzt.

Ein teuflisch schneller Stürmerfloh

Raeto Raffainer bedauert auf Anfrage diese Rückversetzung seines künftigen Stürmers sehr. «Sie ist sehr schade und der Entwicklung dieses jungen Spielers nicht förderlich. Bei uns bekäme er viel Eiszeit. Aber leider haben wir keinen Spieler, den wir den ZSC Lions im Tausch anbieten können, um den Transfer sofort zu machen.» Die heftige Reaktion des ZSC-Sportchefs zeigt, dass dem HCD ein guter Transfer gelungen ist. Axel Simic ist ein kompletter, mutiger, giftiger, robuster, teuflisch schneller und smarter Stürmerfloh (173 cm / 82 kg). Der perfekte Spieler für unsere Lauf- und Tempoliga sowohl für die Aussenbahnen wie auch für die Center-Position.

Die zweite Neuerwerbung der Davoser heisst Valentin Nussbaumer. Raeto Raffainer war in den letzten Wochen nicht entgangen, dass dem eigenwilligen Künstler in Biel etwas trainerliche Zuneigung und Nestwärme fehlten. Und so ist es ihm gelungen, ihn für nächste Saison zu verpflichten.

L'attaquant biennois Valentin Nussbaumer, gauche, lutte pour le puck avec l'attaquant fribourgeois Andrei Bykov, droite, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg-Gotteron et le EHC Biel-Bienne le samedi 14 novembre 2020 a la patinoire de la BCF Arena a Fribourg. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Valentin Nussbaumer (links) war bei der letzten U-20-WM der beste Schweizer Skorer (5 Spiele / 7 Punkte). Bild: keystone

Im Wissen um das Schicksal von Axel Simic geht die Frage an Biels Sportchef Martin Steinegger, der noch nichts davon weiss, dass sein Supertalent bereits in Davos signiert hat: Mal angenommen, Valentin Nussbaumer würde jetzt schon bei einem anderen Klub unterschreiben – würde er dann seinen Platz im Team verlieren oder gar nach Langenthal, Ajoie oder La Chaux-de-Fonds strafversetzt? «Nein, nein, das würden wir sicher nicht tun. Er hat eine gute Rolle in unserer Mannschaft.» Sollte er schon jetzt anderorts unterschrieben haben, so sei das halt der Lauf der Dinge und hätte keinerlei Auswirkungen auf die aktuelle Saison.

So darf der Chronist also schon jetzt ohne Gewissensbisse den Wechsel von Valentin Nussbaumer zum HCD verkünden. Da Raeto Raffainer noch nichts vom Grossmut der Bieler in der Sache weiss, mag er diesen Transfer noch nicht offiziell bestätigen. Nun wird er es aber bald tun. Valentin Nussbaumer hat anderthalb Jahre Nordamerika-Erfahrung, war bei der letzten U-20-WM der beste Schweizer Skorer (5 Spiele / 7 Punkte), ist bereits ein NHL-Draft (Arizonas Nr. 207) und wenn er noch etwas flinker wird, kann er in drei bis fünf Jahren in unserer Liga die erste Linie als Center führen.

Nach diesen beiden Transfers ist der HCD nun dazu in der Lage, den drohenden Verlust von Fabrice Herzog (25) im Falle eines Falles zu kompensieren. Raeto Raffainer sagt zwar: «Wir wollen den Vertrag mit ihm wenn möglich verlängern.» Doch er weiss wohl, wie sehr sich Zugs Sportchef Reto Kläy um den Nationalstürmer bemüht, dessen Familie nach wie vor im Zugerland lebt. Fabrice Herzog würde Zugs Schmerz über den Verlust von Grégory Hofmann (25) etwas mildern. Es ist durchaus möglich, dass der Liga-Torschützenkönig der vorletzten Saison im nächsten Sommer in die NHL wechseln wird.

Wie ihm General Manager Patrick Lengwiler aufgetragen hat, fabuliert Reto Kläy, er müsse Geld sparen – wie viel, sagt er wohlweislich nicht – und Zug könne sich keine Transfers leisten. Nur glaubt ihm das niemand. Inzwischen zirkuliert in der Liga ein Witz: Wenn Reto Kläy Kopfschmerzen wegen Budgetkürzungen habe, könne er einfach in die klubeigene Apotheke gehen und dort bekomme er so viel (Kopfweh-)Pulver, dass ihm sofort wieder vögeliwohl sei.

Zugs spendabler Präsident und Milliardär Hans-Peter Strebel war einst Apotheker.

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