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Langnaus Simon Sterchi, Raphael Kuonen und Yannick-Lennart Albrecht, von links, sind enttaeuscht, nach dem siebten Playoff-Finalspiel der National League B zwischen den SCL Tigers und dem EHC Visp am Dienstag, 8. April 2014, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Sterchi, hier links im Bild, im Trikot der SCL Tigers. Bild: KEYSTONE

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Simon Sterchi kommt – was für eine schauderhafte SCB-Transferbilanz

Die sportliche Führung beim SC Bern überrascht immer wieder mit wunderlichen Transfers. Nun ist es dem grossen SCB gelungen, dem SC Langenthal den Stürmer Simon Sterchi auszuspannen. Zeit, für eine Bilanz der Schweizer-Transfers beim nach wie vor amtierenden Meister.



Der SCB ist ein Eishockey-Konzern mit über 50 Millionen Umsatz im Jahr. Mit den höchsten Zuschauerzahlen Europas. Mit hohen sportlichen Ansprüchen. Wir müssen das erwähnen. Um die Transfers richtig einzuordnen.

Der neuste Transfer-Coup heisst Simon Sterchi (25). Ein guter Stürmer in der Swiss League mit einem Punkt pro Spiel in der vergangenen Saison. Allerdings dürfte sein Vater – Radio- und TV-Reporter Christoph Sterchi – berühmter sein.

Simon Sterchi wechselt für etwas mehr als 130'000 Franken für ein Jahr nach Bern. Setzt er sich nicht durch, wird ihn Bern ausleihen. In diesem Falle dürfte Olten und nicht der SC Langenthal zum Zuge kommen. Die Langenthaler haben in diesem Falle kein entsprechendes Abkommen mit dem SCB. Die Oltner hatten sich um Simon Sterchi bemüht, aber mit der SCB-Offerte konnten sich nicht mithalten. Längst ist der SCB der schlimmste Lohntreiber für Durchschnittspieler geworden.

Deception des joueurs neuchatelois Simon Sterchi et Daniel Eigenmann, lors du 5eme match des quarts de finales de playoff du championnat suisse de hockey sur glace, Swiss League, entre le HC La Chaux-de-Fonds et le HC Ajoie ce mercredi 7 mars 2018 a la patinoire des Melezes a La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Sterchi spielte auch zwei Saisons bei La Chaux-de-Fonds. Bild: KEYSTONE

Erstaunlich ist bei diesem Transfer: mit Marc Kämpf (29) hatte der SCB einen wertvollen Ergänzungsspieler, der sich in den letzten drei Jahren gut in die Mannschaft integriert hatte. Aber er wollte nicht mehr bleiben und ist zum SC Langenthal zurückgekehrt.

Wir wiederholen es gerne noch einmal: Der SCB ist ein Eishockey-Konzern mit über 50 Millionen Umsatz im Jahr. Mit den höchsten Zuschauerzahlen Europas. Mit hohen sportlichen Ansprüchen. Wir müssen das erwähnen. Um die Transfers richtig einzuordnen. Es sind Transfers, die wir von den Lakers, Ambri oder Langnau erwarten.

Von Davos kommt die offensive Nullnummer Thierry Bader (22). Von Zug zum SCB wechseln die beiden ausgemusterten Verteidiger Miro Zryd (25) und Thomas Thiry (22). Und aus Biel kommt der Drittlinien-Stürmer Jan Neuenschwander (27), an und für sich ein guter Transfer. Aber viel zu teuer.

Wir können auch noch Torhüter Philip Wüthrich (22) zu den Transfers zählen. Der SCB hatte ihn diese Saison erneut an Langenthal ausgehliehen. Dass Langenthals Meistergoalie von 2019 viel Talent hat, erkannte die sportliche Führung in Bern allerdings erst, als sich im letzten Herbst auch Biel um den SCB-Junior bemühte. Und so ist die Vertragsverlängerung halt ein paar Zehntausend Franken teurer geworden.

Der SCB hat mit den Verpflichtungen von Simon Sterchi, Thierry Bader, Miro Zryd, Thomas Thiry und Jan Neuenschwander gut und gerne 800'000 Franken für Ergänzungsspieler verschwendet. Eine geradezu irrwitzige Transferstrategie. Der SCB führt eine der besten Nachwuchs-Organisationen im Land. Tatsächlich vermögen hin und wieder Talente durch das Nadelöhr zur ersten Mannschaft zu schlüpfen (zuletzt mehr oder weniger überzeugend Yanik Burren und André Heim).

Berns Yanik Burren, links, und Zuerichs Reto Schaeppi, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Yanik Burren hat es in die erste Mannschaft des SCB geschafft. Bild: KEYSTONE

Aber zu viele SCB-Talente suchen ihr Glück bei der Konkurrenz: Marco Müller (Ambri) Joël Vermin, Christoph Bertschy, Etienne Froidevaux (Lausanne), Luca Hischier (Davos) oder Pascal Berger (Langnau) – dafür hat sein weniger talentierter Bruder Alain Berger beim SCB verlängert. Was braucht der SCB Thierry Bader und Thomas Thiry, wenn zum halben Preis Mika Henauer, Colin Gerber oder Jeremi Gerber aus dem eigenen Nachwuchs zur Verfügung stehen?

Es mag sein, dass es halt bei einem Spitzenteam für eigene Junioren schwieriger ist, einen Platz zu erkämpfen. Aber es ist unverzeihlich, dass der SCB nicht mehr dabei ist, wenn am grossen Transferrad gedreht wird. Wenn Grégory Hofmann eine neue Herausforderung sucht. Oder wenn SCB- Junioren wie Joël Vermin und Christoph Bertschy aus Nordamerika zurückkehren.

Weil, ach, das Geld fehlt, das für Duzendtransfers verschwendet wird. Es gibt ein ganz einfaches Transfer-Rezept für den Aufbau oder den Erhalt eines Spitzenteams: Nicht kleckern, sondern klotzen.

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