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Luganos Spieler jubeln nach dem Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem HC Fribourg Gotteron und dem HC Lugano, am Dienstag, 3. Dezember 2019, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lugano kann nur ein Wunder helfen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Halbzeit-Bilanz: Ausgeglichen wie nie und nur der SCB kommt noch über den «Strich»

Die Liga ist ausgeglichen wie nie seit der Einführung einer Meisterschaft im Jahr 1915. Deshalb werden Fehler der Sportchefs umgehend bestraft, aber kluger Mut zum Risiko und gute Arbeit reichlich belohnt. Eine Halbzeit-Bilanz zeigt es.



Eine einzige Zahl verrät die Besonderheit dieser Saison: 27. Ambri hatte als Tabellenletzter bei Halbzeit 27 Punkte auf dem Konto. Noch nie seit der Einführung unserer Meisterschaft im Herbst 1915 hatte ein Schlusslicht zu diesem Zeitpunkt der Saison so viele Punkte gesammelt. Es ist der simple statistische Beweis, dass unsere höchste Liga so ausgeglichen ist wie nie zuvor.

Verschiedene Faktoren haben zu dieser Ausgeglichenheit geführt. Unter anderem professionelle Arbeitsbedingungen bei allen Klubs, eine grössere Anzahl von Spielern, die für das höchste Niveau taugen (obwohl die Besten im Ausland spielen) und besseres Management im sportlichen und kommerziellen Bereich.

Berns Simon Moser jubelt nach seinem Tor zum 3-2, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg Gotteron, am Samstag, 7. Dezember 2019 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bern wird es knapp über den «Strich» schaffen. Bild: KEYSTONE

Es ist eine Nivellierung nach oben. Die National League ist eine der besten ausserhalb der NHL. Was sich auch daran zeigt, dass gleich drei Vertreter um den Einzug ins Halbfinale der Champions League spielen.

Diese nie dagewesene Ausgeglichenheit führt zu einer Atemlosigkeit, der sich auch die vermeintlichen Spitzenklubs nicht mehr entziehen können. Schlendrian geht nicht. Was ein Grund für die Qualität der Liga ist.

Jahrelang war die Qualifikation für die Titanen selbst dann ein Schaulaufen, wenn die Sportchefs Fehler machten. Es blieb genug Spielraum für Krisenmanagement. Hin und wieder geriet zwar einer in eine Krise. Aber erst 2013 verpasste der Meister (SCB) zum ersten Mal die Playoffs, 2019 hat es die ZSC Lions erwischt. Ausnahmen, die die jahrelange Leichtigkeit des Seins der Grossen bestätigen.

Die Zuercher jubeln nach dem 4-3 beim Eishockeyspiel der National League ZSC Lions gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers in Zuerich am Freitag, 6. Dezember  2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die ZSC Lions haben 2019 die Playoffs nicht erreicht – diese Saison sieht es für die Zürcher wieder etwas besser aus. Bild: KEYSTONE

Wer aber heute in einigermassen ruhigen Gewässern durch die Qualifikation segeln will, darf sich keine Fehler mehr leisten. Auch eine erstklassige Besetzung ist keine Garantie mehr für eine Spitzenposition – und Arroganz wird bestraft. Selbst ein nominelles Spitzenteam kann sich nicht mehr an der Spitze halten, wenn nicht alles stimmt. Auch ein Titelanwärter braucht inzwischen schon während der Qualifikation verlässliche Torhüter und gute Ausländer.

In erster Linie aber eröffnet die Ausgeglichenheit Chancen. Noch vor zehn Jahren nützte das beste Konzept wenig. Die sportliche und wirtschaftliche Differenz zu den Titanen war zu gross. Bei einer Halbzeit-Bilanz zeigt sich: Das hat sich geändert. Nicht nur das Absturz-Risiko der Favoriten ist grösser geworden und hält die Titanen in Atem. Wer jetzt den Mut zu Veränderungen hat, wer alles oder doch fast alles richtig macht, wird belohnt.

Die Halbzeit-Bilanz

Und natürlich braucht es in diesen Zeiten der Ausgeglichenheit auch ein wenig Glück. Ohne Beistand der Hockeygötter ist selbst der Klügste und Tüchtigste verloren. Schon der grosse Napoléon wusste um die Unwägbarkeiten des Schicksals: wenn ihm eine Beförderung zum General vorgeschlagen wurde, pflegte er zu fragen: «Aber hat er auch Glück?»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Klein 09.12.2019 15:13
    Highlight Highlight Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass es für Lugano mit den PO's schwierig wird aber mit Platz 6 machbar. Wenn ich heute die Prognose wagen darf ist Rappi und Ambri def. unten, auch Langnau wird es nicht packen. Somit ist da noch Bern, Fribourg und Lugano, welche um 2 Plätze an der Sonne sich bewerben. Bern meinte ich auch, dass die es schaffen. Lugano oder Fribourg ist schwierig zu sagen. Lugano holt noch einen Ausländer, damit ist das Problem gelöst. Zu was Lugano fähig ist, haben sie ja bereits gezeigt vor der Niederlagenserie. Daher tippe ich auf Lugano und gegen Fribourg
  • hopplaschorsch12 09.12.2019 13:45
    Highlight Highlight Der SCB wird noch Meister!
    • MARC AUREL 09.12.2019 19:02
      Highlight Highlight Wäre nichts Neues! Bern ist mehr als gut genug! GRANDE BERN!!!
  • Tikkanen 09.12.2019 08:24
    Highlight Highlight ...richtige Einschätzung. Der SCB wird die PO schaffen, die Verpflichtung vom Karhunen sowie das langersehnte Comeback vom Bidu haben die Verteidigung so stabilisiert, dass endlich wieder nach vorne gespielt werden kann. Auch wurde klar ersichtlich, dass die Probleme beim SCB hauptsächlich durch die beiden völlig untauglichen Lotter-Goalies entstanden sind. Und wie oft, hat auch hier der Lüthi intuitiv richtig gehandelt. Statt den üblichen Weg der Trainerentlassung zu bedenken, wurden stattdessen angesichts des immer intakten Teams die richtigen Schlüsse gezogen, TOP!

    Item, Schweizermeister
    • uicked 09.12.2019 09:39
      Highlight Highlight Bei Caminada weiss ich es nicht, aber Schlegel ist erst "Lotter" seit er bei Bern ist. Die Berner-Unfähigkeit mit Talent etwas anfangen zu können, ist nicht seine Schuld. Wobei es auch von mir ein Wenig zu einfach ist, Bern als solches zu beschuldigen. Einzelne können Talent nicht fördern.
    • MARC AUREL 09.12.2019 11:05
      Highlight Highlight Der Druck und Erwartungshaltung für Torhüter in Bern ist ziemlich gross... nicht jeder kann damit umgehen! Schlegel muss lernen damit umzugehen...
    • BeatBox 09.12.2019 11:45
      Highlight Highlight Auch Schlegel konnte beim ZSC den Gang in die Playouts nicht abwenden.

      Er hatte beim SCB schon einige Chancen sich zu beweisen und er wird noch paar kriegen, vielleicht erst nächstes Jahr. Die muss er dann aber nutzen.

      Ein Goalie ist ein Einzelkämpfer und muss lernen sich gegen alle Widerstände durchzusetzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maylander 09.12.2019 07:41
    Highlight Highlight Nach einem Fehlstart ist Fribourg auf Kurs. Das bedeutet, dass des Eismeisters Lieblingsmannschaft dem SCB Platz machen muss.
  • BeatBox 09.12.2019 07:04
    Highlight Highlight Ich bin mir sicher, dass einer der oberen sechs, die sich in Sicherheit wiegen, noch in den Strichkampf einsteigen wird!
    • Gondeli 09.12.2019 15:13
      Highlight Highlight Ich tippe auf die Meisterschaftsverfälscher aus Biel. Die werden mit den Tigern noch den Platz tauschen...
    • Dynamischer-Muzzi 10.12.2019 12:18
      Highlight Highlight Gondeli, meinst Du die Bieler, welche die Tigerlis 🐯 im Cup mit einer besseren U20 eliminiert haben? 🤔 🤣🤣🤣
      Mol mol, schau lieber das es am Samstag nicht unter den Strich geht, sonst kannst du im Frühjahr die roten "Placheli" putzen zum raus hängen 😋
  • bullygoal45 09.12.2019 06:51
    Highlight Highlight Man stelle sich vor Arcobello, Hiller oder Hoffmann verletzten sich. Da könnte das eine oder andere Team aus den Top 6 auch noch ins straucheln kommen.

    Natürlich wünschen wir das niemandem. Bin gespannt ob Rappi noch lange am Strich dranbleiben kann 🛑🛑🛑
    • egemek 09.12.2019 10:12
      Highlight Highlight Zug ist nicht so stark von Hofmanns Toren abhängig wie viele glauben. Nach seinem Hattrick hat er 5 Spiele nicht getroffen, Zug holte dabei 13 Punkte. Könnte schlimmer sein, und Genoni hat da ja auch nicht gespielt... 😉
    • Hallo22 09.12.2019 10:45
      Highlight Highlight Hofmann ist nicht so wichtig für Zug. Diaz ist im moment der wichtigste Einzelspieler. 7 Spiele in Folge getroffen und auch sonst spielt er sehr gut. Wenn er so weitermacht (24 Spiele 23 Punkte) wird diese seine punktemässig beste Saison.
    • CuJo 09.12.2019 11:33
      Highlight Highlight Dieses Problem hat die ausgeglichene Mannschaft von Rappi nicht, die ist ja Gott sei Dank nicht von Spielern wie Cervenka oder Clark abhängig gell.
    Weitere Antworten anzeigen
  • P1erre991 09.12.2019 05:27
    Highlight Highlight Also eines verstehe ich nicht. Wieso hat der SCB stehts die schlechtesten Ausländer. Früher war das nicht so, wenn nächstes Jahr Arcobello weg ist wirds noch schlimmer! Hat Bern die schlechtesten Scouts oder zu wenig Geld? Die Nummer 1 bröckelt! Schade!
    • maylander 09.12.2019 08:18
      Highlight Highlight Haben sie gar nicht. Nur wird in Bern schneller und lauter gejammert.
      Im Gegensatz zu den 90ern existieren heute mehr NHL Mannschaften und die Russen haben mit der KHL eine Liga die gut bezahlt. Die Zeiten, in denen Ausländer die Liga dominierten sind vorbei.
    • dho 09.12.2019 09:00
      Highlight Highlight @maylander

      "Nur wird in Bern schneller und lauter gejammert."

      ... das liegt am schönsten Dialekt der Schweiz (du kannst einfach nicht alles haben... sage ich als Bündner 😉)
    • feuseltier 09.12.2019 09:54
      Highlight Highlight Sagt die Skorerliste. .
    Weitere Antworten anzeigen

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

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