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ARCHIVBILD ZUR VERPFLICHTUNG VON ARNO DEL CURTO ALS NEUER TRAINER DER ZSC LIONS, AM MONTAG, 14. JANUAR 2019 - Davos Cheftrainer Arno Del Curto, beim zweiten Playoff-Halbfinalspiel der National League A zwischen dem HC Davos und EV Zug, am Donnerstag, 23. Maerz 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Arno Del Curto ist neuer Trainer der ZSC Lions.  Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Hockey-Rockstar Arno Del Curto im Hallenstadion – der Sieg der Romantik über die Vernunft

Ein alter Traum geht doch noch in Erfüllung: Arno Del Curto (62) übernimmt per sofort bis zum Saisonende die ZSC Lions. Entweder werden die ZSC Lions Meister oder eine Trainer-Legende schrumpft zum Versager.



Das Scheitern von Serge Aubin war offensichtlich. Der freundliche Kanadier ohne jedes Charisma war im Hallenstadion bei den Konzerten der ZSC Lions nie der Rockstar, den diese Mannschaft braucht. Er war höchstens der fleissige «Roadie», der die Instrumente auf die Bühne schob. Ohne jeden Einfluss auf die Songs, die dann auf dem Eis gespielt worden sind.

Die ZSC Lions haben unter Serge Aubin ihre Identität nie gefunden und, schlimmer, alle sportlichen Ziele verfehlt. Ruhmloses Scheitern in der Champions Hockey League, klägliches Ausscheiden im Cup und in der Qualifikation weit unter den Erwartungen. Dass die Zürcher wieder auf Playoffkurs sind, verdanken sie mehr der Ausgeglichenheit der Liga als ihrer eigenen Leistung. Sie vermochten fast nie auf kritische Situationen im Spiel zu reagieren.

Zuerichs Cheftrainer Serge Aubin, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos, am Sonntag, 13. Januar 2019, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Serge Aubin ist nicht länger Trainer der ZSC Lions. Bild: KEYSTONE

Die Frage war nicht ob, sondern nur wann Sven Leuenberger seinen Trainer feuern wird. Und wie der Nachfolger heisst. Serge Aubin wird sowieso zügig wieder einen Job finden. Es gibt interessierte Klubs aus der DEL. Die Zürcher werden den bis 2021 laufenden Vertrag nicht auszahlen müssen.

Der erfolgreichste Sportchef der Liga – keiner hat mehr Meistertitel geholt als Sven Leuenberger – folgt dem gleichen Muster wie im Vorjahr: die talentierten, aber zur Bequemlichkeit neigenden Spieler durch einen «feuerköpfigen» Trainer im richtigen Moment aufrütteln. Vor einem Jahr hat es mit der Entlassung von Hans Wallsson und dem Engagement von Hans Kossmann wunderbar funktioniert.

Zuerichs Sportchef Sven Leuenberger, links, und Trainer Hans Kossmann, hinten Mitte, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC, am Freitag, 2.Februar 2018, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Sven Leuenberger.  Bild: KEYSTONE

Mit Arno Del Curto geht Sven Leuenberger ein höheres Risiko ein als mit Hans Kossmann. Den kanadisch-schweizerischen Doppelbürger konnte er führen und kontrollieren. Hans Kossmann war froh um einen Karriere-Neustart. Er tobte zwar in der Kabine, aber neben dem Eis trabte er an der Leine seines Vorgesetzten. So wie es sich für einen Musterprofi gehört.

Bei Arno Del Curto ist es anders. Er ist nicht berechenbar. Vor allem nicht bei seinen Auftritten neben dem Eis. In der Medienhauptstadt der Schweiz ist er ab sofort die sportliche Attraktion Nummer 1 und nun werden immer neue Folgen der Zürcher Eishockey-Lindenstrasse produziert. Der Engadiner sagt, was er denkt und nicht was Sven Leuenberger und Peter Zahner gerne hören würden. Mit Arno Del Curto sind die Zürcher ab sofort bis im April Stadtgespräch, sie produzieren Medienpräsenz wie nie zuvor während der Qualifikation. Marketingtechnisch ist die Verpflichtung von Arno Del Curto ein Geniestreich.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON DAVOS-TRAINER ARNO DEL CURTO --- Davos Cheftrainer Arno Del Curto weist seine Spieler an, im fuenften Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Biel und dem HC Davos, am Dienstag, 20. Maerz 2018, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Arno Del Curto wird sagen, was er denkt und nicht was Leuenberger oder Zahner hören wollen. Bild: KEYSTONE

Und sportlich? Auch auf dem Eis kann es funktionieren. In Davos hatte Arno Del Curto in den letzten zwei Jahren nicht mehr die Spieler, die er braucht, um sein bisweilen verrücktes Tempohockey umzusetzen. In Zürich hat er diese Spieler wieder. In Davos oben war er ein Formel-1-Pilot in einem Geländewagen. In Zürich sitzt er wieder in einem Boliden.

Der neue Trainer des ZSC, Arno Del Curto, gibt am 29. November 1991 in Lugano beim Spiel HC Lugano gegen den ZSC seiner Mannschaft Anweisungen. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Arno Del Curto als ZSC-Trainer 1991. Bild: KEYSTONE

Letztlich ist die Romantik stärker als die Vernunft. Die Vernunft hätte geboten, den Trainer bis Saisonende im Amt zu halten und dann sorgfältig einen neuen Bandengeneral zu rekrutieren. Oder den Trainer freizustellen und einen «normalen» Nothelfer zu verpflichten. Den Hockey-Göttern sei gedankt, dass die Romantik wieder einmal stärker war als die Vernunft. Die Vernünftigen kommen in diesem Business sowieso nicht in meisterliche Himmel.

Und so schliesst sich der Kreis. Im Frühjahr 1992 hat Arno Del Curto mit dem ZSC in den Playoffs den himmelhohen Favoriten Lugano im Viertelfinale aus den Playoffs gekippt und das Charisma von Trainer John Slettvoll gelöscht. Es war der Start der bisher grössten Karriere eines Schweizer Eishockey-Trainers.

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Die Sensation: Die Lions schalten 1992 den HC Lugano aus. Video: YouTube/El Julon2

Seit Arno Del Curto 1996 den HC Davos übernommen hat, sind die Gerüchte um eine Rückkehr ins Hallenstadion zum Ritual geworden. So sehr, dass inzwischen nur noch im Scherz von einem möglichen Engagement bei den ZSC Lions gesprochen wurde. Aber die Versuchung, den ältesten Traum unseres Hockeys Wirklichkeit werden zu lassen – Arno Del Curto wieder im Hallenstadion – war glücklicherweise für Sven Leuenberger zu gross, um widerstehen zu können.

Kommt es gut? Ja. Das Hockey-Business und der ZSC haben sich zwar seit 1992 von Grund auf verändert. Aus dem verarmten Skandalklub ZSC ist inzwischen eine der besten Hockeyfirmen Europas und das rauchige Hallenstadion zu einem Tempel des Showbusiness umgebaut worden. Inzwischen ist aus Arno Del Curto so etwas wie der Trainer-Rockstar unseres Hockeys geworden. Seine Karriere wäre unvollendet geblieben, wenn er nie im neuen Hallenstadion aufgetreten wäre.

ARCHIVBILD ZUR VERPFLICHTUNG VON ARNO DEL CURTO ALS NEUER TRAINER DER ZSC LIONS, AM MONTAG, 14. JANUAR 2019 - der Davoser Trainer Arno Del Curto im Swiss Ice Hockey Meisterschaftsspiel zwischen dem ZSC Lions und dem HC Davos am Sonntag, 11. Dezember 2016 im Hallenstadion Zuerich.  (KEYSTONE/Maria Schmid)

Arno Del Curto wird im neuen Hallenstadion nun als ZSC-Coach walten. Bild: KEYSTONE

Die Zeiten und das Hockey-Business haben sich geändert. Aber die Erfolgsgeheimnisse im Eishockey sind die gleichen geblieben. Und Arno Del Curto kennt sie. Er ist bei weitem nicht zu alt. Dazu passt, was der unvergessliche Udo Jürgens – er ist übrigens auch im Hallenstadion aufgetreten – einst getextet hat.

Und voller Stolz verkündet
mein Enkel Waldemar
der ausgeflippte Alte
das ist mein Opapa
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an
Mit 66 Jahren, da hat man Spass daran
Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss
Mit 66 Jahren, ist noch lang noch nicht Schluss.

Das können wir eins-zu-eins auf Arno Del Curto übertragen. Und er ist ja erst 62.

Mit 66 Jahren ...

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Video: YouTube/matrosekarolin

Die Karriere von Arno Del Curto

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