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Jubel bei Zugs Lino Martschini, Zugs Sven Senteler, Zugs Reto Suri, Zugs Raphael Diaz und Zugs Dennis Everberg, von links, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Davos am Samstag, 5. Januar 2019, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Martschini, Suri, Diaz, Everberg? Wer wird Zugs Playoff-MVP? Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Entweder findet Zug seinen Playoff-MVP – oder Ostereier

Der SC Bern hat schon seine Playoff-MVP-Kandidaten, der EV Zug sucht sie noch. Das macht in diesem Final bislang die Differenz aus.



Zuerst etwas Theorie. MVP steht für «Most Valuable Player» und die Bezeichnung kommt, natürlich, aus Amerika. Es ist die begehrteste individuelle Auszeichnung im Teamsport. Sie zählt mehr als das gelbe Ehrenkleid des Topskorers. Der MVP ist ganz einfach der wichtigste Spieler einer Mannschaft. Der Wertvollste der Wertvollen ist der MVP der Playoffs.

In der NHL gibt es für den MVP der Playoffs die «Conn Smythe Trophy». Das Wahlverfahren ist interessant. 12 bis 15 Vertreterinnen und Vertreter der «Professional Hockey Writers’ Association» vergeben die Auszeichnung. Darunter sind jeweils drei Chronistinnen oder Chronisten aus den beiden Städten der Stanley-Cup-Finalteams. Bereits vor einem möglichen letzten Spiel müssen sie sich auf einen Sieger festlegen.

Washington Capitals left wing Alex Ovechkin, right, of Russia, holds the Conn Smythe Trophy after the Capitals defeated the Golden Knights 4-3 in Game 5 of the NHL hockey Stanley Cup Finals Thursday, June 7, 2018, in Las Vegas. (AP Photo/John Locher)

Im letzten Jahre stemmte Owetschkin die «Conn Smythe Trophy». Bild: AP/AP

Die Trophäe wird direkt im Anschluss an die letzte Partie – noch vor der Übergabe des Stanley Cups – durch den NHL-Commissioner verliehen. Der MVP muss nicht zwangsläufig für den Stanley-Cup-Sieger spielen. Bisher sind fünf Helden (darunter vier Torhüter) aus dem Verliererteam ausgezeichnet worden. Zuletzt Anaheims Torhüter Jean-Sébastien Giguerre (2003).

Welcher SCB-Recke darf es sein?

Bei uns wird der Playoff-MVP erst seit 2017 vergeben. 2017 an Thomas Rüfenacht (SC Bern) und 2018 an Kevin Klein (ZSC Lions). Die Wahl wird nach der Saison durch eine Runde aus Funktionären und Medienvertreterinnen und -vertretern vorgenommen. Die Auszeichnung erfolgt erst im Spätsommer vor der neuen Saison.

Kevin Klein von den ZSC Lions, links, mit dem Hockey Award fuer den Most Popular Player Playoffs, bei den Swiss Ice Hockey Awards, am Freitag, 03. August 2018, im Kursaal in Bern. (KEYSTONE/Daniel Teuscher)....

Kevin Klein wird im letzten Sommer zum Playoff-MVP gekürt. Bild: KEYSTONE

Was im aktuellen Playoff-Final auffällt: Wer die Frage nach dem Playoff-MVP beim SC Bern stellt, löst eine lebhafte Diskussion aus. Ist es Torhüter Leonardo Genoni? Wir haben zwar nicht jeden Abend den grossen Leonardo Genoni gesehen. Aber als es auf ein einziges Spiel ankam, als der SCB nur noch eine Niederlage vor dem Saisonende stand, da war er da und hexte die Berner in Biel zu einem 1:0. Mehr geht nicht.

Oder müsste es Ramon Untersander sein? Der Verteidiger und WM-Silberheld ist im Halbfinal nach einer langen Verletzungspause zurückgekehrt und hat beim SCB gleich die Wirkung eines zusätzlichen Ausländers. Er ist der an der blauen Linie der Dynamo des SCB-Spiels, der produktivste SCB-Verteidiger und hat das einzige Tor beim «Schicksalssieg» in Biel erzielt.

Berns Ramon Untersander in Aktion, siebten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EHC Biel, am Dienstag, 9. April 2019 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Untersander gibt vollen Einsatz. Bild: KEYSTONE

Wie wäre es mit Tristan Scherwey? Nach wie vor hat keiner in diesen Playoffs mehr Tore erzielt als der teuflisch schnelle Vorkämpfer (6). Er erzielt darüber hinaus «im Felde» Wirkung. Wie mit dem Check in Zug, der den Weg zum SCB-Verlängerungs-Siegestreffer eröffnete.

Wer für Captain Simon Moser, den Titanen, stimmt, hat gute Argumente auf seiner Seite. Selbst in Zeiten der Zweifel und Unsicherheiten war er beim SCB im Laufe dieser Playoffs ein Leuchtturm des Selbstvertrauens. Ein Leitwolf im besten Wortsinn.

Berns Tristan Scherwey, links, im Spiel gegen Zugs Raphael Diaz, rechts, im dritten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Dienstag, 16. April 2019, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Tristan Scherwey gehört im Playoff-Final bislang zu den auffälligsten Akteuren. Bild: KEYSTONE

Andere wiederum argumentieren, Mark Arcobello gebühre die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler dieser Playoffs. Er hat soeben im zweiten Finalspiel drei Treffer erzielt.

Wir sehen: Selbst nach einer mehrstündigen Diskussion wäre es schwierig, sich beim SCB auf einen Playoff-MVP zu einigen. Das ist die besondere SCB-Qualität: Beinahe in jedem Spiel taucht ein neuer Kandidat auf. Bisher ist immer einer aufgestanden und hat das Steuer herumgerissen.

Welcher Berner sollte Playoff-MVP werden?

Viele unvollendete Zuger Kandidaten

Bei Zug hingegen löst die Frage nach dem Playoff-MVP erst einmal Ratlosigkeit aus. Und die Frage: Haben wir überhaupt einen Playoff-MVP? Tobias Stephan war es bis und mit dem Halbfinal. Aber noch nicht im Playoff-Final.

Lino Martschini tanzte bis ins erste Finalspiel und er ist nach wie vor der beste Playoff-Skorer mit Schweizer Pass. Aber im zweiten und dritten Spiel ist er ohne Skorerpunkt geblieben.

Zugs Dominic Lammer, Zugs Lino Martschini, Zugs Brian Flynn und Zugs Yannick Zehnder, von links, im zweiten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem SC Bern, am Samstag, 13. April 2019, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Lino Martschini rockt und rollt nicht mehr. Bild: KEYSTONE

Garrett Roe ist Playoff-Topskorer. Aber für eine Auszeichnung zum MVP reicht es nur, wenn er in den nächsten zwei Partien mit seinen Skorerpunkten die Differenz macht.

Vorkämpfer Reto Suri, der in Spiel 1 nach einem Check von Adam Almquist ein paar Zähne verlor, verdient so oder so eine Tapferkeitsauszeichnung. Aber er ist noch nicht Zugs Antwort auf Tristan Scherwey.

Raphael Diaz ist ein eleganter, charismatischer Verteidigungsminister und Captain. Aber um MVP zu werden, ist er zu wenig produktiv. Wenn schon, dann wäre Santeri Alatalo ein Kandidat. Er ist mit elf Assists der produktivste Verteidiger dieser Playoffs. Aber er hat noch kein Tor erzielt.

Zugs Raphael Diaz, rechts,  und Zugs Torhueter Tobias Stephan, links, reagieren nach der Niederlage (1-2) beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 4. November 2017, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Raphael Diaz und Tobias Stephan taugen (noch) nicht zum MVP. Bild: KEYSTONE

Die Zuger können nur Meister werden, wenn wir ob den vielen Kandidaten nicht wissen, wen wir zum Playoff-MVP küren sollen.

Zug sucht seinen Playoff-MVP und muss ihn in den nächsten zwei Partien finden. Sonst ist es zu spät und es bleibt nur noch die Suche nach Ostereiern.

Welcher Zuger sollte Playoff-MVP werden?

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