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Geneve-Servette's captain Goran Bezina reacts after losing against Lugano HC, at the fourth leg of the Playoffs quarterfinals game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and HC Lugano, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Saturday, March 7, 2015. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Es harzt in der Liebesbeziehung zwischen Goran Bezina und Servette.
Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Wird Goran Bezina bei Servette zum nächsten «Fall von Arx»?

Er war einer der produktivsten Verteidiger der National League A. Doch plötzlich sollte Goran Bezina als Stürmer auflaufen. Ist der charismatische Leader bald die Luxusuhr auf dem Transfer-Wühltisch?



Im Sommer haben sich Chris McSorley und sein Captain Goran Bezina versöhnt. Aber so wie es zwölf Jahre lang war, wird es wohl nie mehr sein. Ende Saison läuft der Vertrag aus. So wie es heute einen HC Davos ohne Reto von Arx gibt, so ist nun auch ein Servette ohne Goran Bezina denkbar. Mit dem Unterschied, dass Bezina im Falle einer Trennung seine Karriere unbedingt bei einem anderen NLA-Klub fortsetzen will.

Chris McSorley hat Servette nicht nur als Unternehmen nach nordamerikanischem Muster strukturiert. Er geht auch mit den Spielern so um, wie es in Nordamerika üblich ist und sagt: «Wenn es im Interesse des Geschäftes ist, dann verkaufe ich jeden Spieler und sogar meinen Sohn.» Wer nicht mehr ins Konzept passt, wird von einem Tag auf den anderen ausgemustert.

19.09.2015; Zug; Eishockey NLA - EV Zug - Geneve-Servette HC;
Trainer Chris McSorley (Genf) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Chris McSorley kennt mit seinen Spielern kein Pardon.
Bild: freshfocus

Thomas Déruns, John Fritsche, Jeremy Kamerzin, Christopher Rivera – die Liste jener, die Knall auf Fall gehen mussten, liesse sich beliebig verlängern. Aber Chris McSorley sagt auch: «Bevor es so weit ist, vergehen Wochen. Wir versuchen alles, um Lösungen zu finden. Ich stelle mich auch selbst in Frage: Ist es vielleicht mein Fehler? Wenn ich aber zur Erkenntnis komme, dass es nicht mehr geht, dann ist es für alle, auch für den Spieler, besser, wenn wir uns trennen.»

Zum Stürmer umfunktioniert

Der grosse Zampano betont, dass das für alle gelte. Auch für Goran Bezina (35), seit 2006 Captain des Teams. Tatsächlich? Goran Bezina ist für Servette, was Reto von Arx für den HCD war: ein charismatischer Leitwolf, der Einzelspieler mit der stärksten Ausstrahlung. Im Laufe der letzten Saison ist es allerdings zu einer schweren Krise zwischen dem Trainer und seinem wichtigsten Spieler gekommen. So wie Arno Del Curto den Stürmer Reto von Arx zum Verteidiger machte und ihn so verärgerte, so hat Chris McSorley den Verteidiger Goran Bezina zum Stürmer gemacht – und ihn verunsichert.

19.09.2015; Zug; Eishockey NLA - EV Zug - Geneve-Servette HC;
Goran Bezina (Genf) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Goran Bezina kommt mit seiner neuen Rolle nicht zurecht.
Bild: freshfocus

Seine Punkteproduktion halbierte sich letzte Saison. «Ich war einer der produktivsten Verteidiger der Liga und hatte die beste Plus/Minus-Bilanz im Team – und auf einmal sollte ich als Verteidiger nicht mehr gut genug sein. Das war für mich irritierend. Jeder hat schliesslich sein Ego. Aber letztlich habe ich die Situation akzeptiert. Wenn der Coach das Gefühl hat, dass ich als Stürmer dem Team mehr helfen kann – dann soll es so sein. Ich will ja auch das Beste fürs Team. Wir haben während der letzten Saison zu wenig offen miteinander gesprochen – und das nach zwölf Jahren Zusammenarbeit. Das hat mich beschäftigt. Aber im Sommer haben wir uns zusammengesetzt und die Dinge wieder ins Lot gebracht. Das war einfach notwendig. Es kann ja nicht sein, dass der Coach und sein Captain nicht mehr richtig miteinander reden können.»

Ende Saison läuft der Vertrag von Goran Bezina aus. «Ich will unbedingt weiterspielen. Ich fühle mich sehr gut.» Er sei auch bereit, seine Karriere bei einem anderen Team fortzusetzen. Affaire à suivre ...

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

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