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ARCHIVBILD ZUM WECHSEL VON DAMIEN BRUNNER VON LUGANO ZU BIEL --- Lugano’s player Damien Brunner in action during the preliminary round game of National League Swiss Championship between HC Lugano and HC Fribourg-Gotteron, at the ice stadium Resega in Lugano, Switzerland, on Saturday, December 16, 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Damien Brunners Zeit beim HC Lugano ist vorbei. Neu läuft er für den EHC Biel auf. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Eismeister Zaugg

Die Rolex aus dem Transfer-Juwelierladen – darum kann Brunner in Biel funktionieren

Die Hockeylandkarte verändert sich. Biel holt Luganos Damien Brunner und wird ein offensives Spektakelteam der oberen Hubraumklasse.



Es war eben doch der Anfang vom Ende. Damien Brunner hatte Ende Dezember in der Kabine seinem Trainer Greg Ireland im Zorn Schimpf und Schande gesagt.

Nach so einem Vorfall gibt es nur zwei Varianten: Entweder geht der Spieler oder der Trainer. Weil sich Damien Brunner noch vor den Playoffs verletzte, ist die Affäre vergessen gegangen. Doch Sportchef Roland Habisreutinger hat seinen Schillerfalter bald einmal auf dem Transfermarkt angeboten. Damien Brunners umtriebiger Agent Dani Giger ging hausieren.

Zugs Reto Suri, Mitte, gegen Luganos Giovanni Morini, links waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Lugano am Dienstag, den 9. Januar 2018, in der Bosshard Arena in Zug. (KEYSTONE/Christian Merz)

Eigentlich sollte Zugs Reto Suri für Brunner zu Lugano wechseln. Doch der Deal ist geplatzt. Bild: KEYSTONE

Ein erster Versuch, Damien Brunner in Zug gegen Reto Suri einzutauschen, ist in den letzten Tagen gescheitert. Reto Suri hatte einen unterschriftsreifen Dreijahresvertrag vorliegen und wollte gehen – aber im letzten Moment hat Zug «Nein» gesagt.

Und so ist nun Biel zum Zug gekommen. Sportchef Martin Steinegger sagt, er habe seit drei, vier Wochen mit Dani Giger verhandelt. «Er hat uns Brunner offeriert. Ich habe ihm gesagt, das sei ja schön und gut, aber so ein Transfer übersteige unsere finanziellen Möglichkeiten.» Er habe dann ein Angebot platziert.

«Brunner ist nicht der teuerste Spieler.»

Biel-Sportchef Martin Steinegger

Nun ist Martin Steinegger zur eigenen Überraschung zum Zuge gekommen. Damien Brunner hat den noch bis Ende der nächsten Saison laufenden Vertrag in Lugano aufgelöst und in Biel einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Ist Damien Brunner nun der teuerste Bieler Spieler aller Zeiten? Verdient er in Biel mehr als 400'000 Franken? «Nein» sagt Martin Steinegger. «Wir reden nicht über Zahlen. Aber so viel kann ich sagen: Er ist nicht der teuerste Spieler unserer Mannschaft.»

Biels Sportchef Martin Steinegger, waehrend der Mannschaftspraesentation, vor dem 1. Spiel in der neuen Tissot Arena, zwischen dem EHC Biel und dem HC Lausanne, am Dienstag, 1. September 2015, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Biel-Sportchef Martin Steinegger steckt hinter der Verpflichtung Brunners. Bild: KEYSTONE

Martin Steinegger gehört zu den smartesten Sportchefs der Liga. Hinter jedem Transfer steckt eine Strategie. Deshalb ist es gelungen, aus dem Aufsteiger von 2008 den Halbfinalisten von 2018 zu machen.

Die Frage daher an Martin Steinegger: Warum Damien Brunner? «Weil er in unsere Mannschaft, zu unserem Trainer und zu unserem Stil passt.» Biels Trainer Antti Törmänen ist ein kluger «Spielerflüsterer» – also ein Chef, der sehr gut mit schwierigen, sensiblen Spielern arbeitet. Er wird dafür sorgen, dass Damien Brunner endlich, endlich wieder sein bestes Hockey spielt. Wenn Damien Brunner sein bestes Hockey spielt wie zuletzt in Zug 2012 vor seinem Wechsel in die NHL, dann kann er Biels bester Schweizer Stürmer werden. Er war damals beim EVZ NLA-Topskorer.

Keine Frage: Damien Brunner kann, wenn er gesund und fit ist, die Liga noch einmal rocken. Im Laufe seiner dritten NHL-Saison (2014/15) ist er in die Schweiz zurückgekehrt. Aber in Lugano haben wir nie den wahren Damien Brunner gesehen. Verletzungspech, zu hohe Erwartungen und eine defensive Spielphilosophie, die ihm nicht behagte, haben dazu geführt, dass er nur noch halb so produktiv war wie vor seinem Wechsel in die NHL.

Cheftrainer Antti Toermaenen feuert seine Spieler an, im fuenften Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem HC Biel und dem HC Davos, am Dienstag, 20. Maerz 2018, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Kann Antti Törmänen Brunner wieder zu Höchstleistungen «flüstern»? Bild: KEYSTONE

Antti Törmänen lässt in Biel viel offensiver spielen als Lugano. Biels Lauf- und Tempohockey wird Damien Brunner behagen. Er ist kein Brecher. Vielmehr erzielt er seine Tore aus der Bewegung heraus. Sag mir, ob Damien Brunner läuft und ich sage dir, ob er skort.

Kommt dazu, dass er ohne Selbstvertrauen nur ein offensiver Formel-1-Bolide ohne Benzin ist. Seine erfrischend freche Art täuscht darüber hinweg, wie sensibel sein Ego ist. Er gehört zu jenen Spielern, denen der Trainer jeden Tag und wenn es geht jeden Tag mehrmals sagen muss, wie gut sie eigentlich sind. Antti Törmänen wird ihm diese Streicheleinheiten geben.

Wenn Damien Brunner gesund und fit ist – und das ist die zentrale Frage –, dann dürfen wir pro Partie einen Punkt erwarten. Biel hat nicht eine Rolex vom Transferwühltisch eingekauft. Sondern eine Rolex aus dem Transfer-Juwelierladen. Biel ist nun definitiv nicht mehr ein kleines Sportunternehmen.

Ist Biel nun auch ein sportlicher Titan? Titan ist ein grosses Wort. Aber Biel wird mit Damien Brunner auf den Aussenbahnen ein offensives Spektakelteam der oberen Hubraumklasse. Martin Steinegger hat mit Michael Hügli, Damien Riat, Mike Künzle und nun Damien Brunner gleich vier weitere Flügel eingekauft. Marco Pedretti, Toni Rajala und Julian Schmutz hat er bereits.

So viel Sausen und Brausen auf den Aussenbahnen gibt es an einem guten Abend bei keinem anderen Team. Das spielerische Rückgrat eines Teams bilden zwar die Center. Aber stark auf den Flügelpositionen zu sein, war noch nie ein Nachteil. Flügel sind zum Fliegen, zum Abheben da.

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