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Tigers Aaron Gagnon, links, kaempft um den Puck, gegen Klotens Topscorer Vincent Praplan, rechts, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem EHC Kloten, am Freitag 19. Januar 2018 in der Ilfishalle in Langnau. (PPR/Marcel Bieri)

Gegen Langnau konnte sich Topskorer Praplan nicht durchsetzen.  Bild: PPR

Eismeister Zaugg

Vincent Praplan und der NHL-Traum – «Schade, er hat heute nicht gespielt»

Hoher Besuch aus der NHL in Langnau. Und ausgerechnet an diesem Abend ist Klotens Nationalstürmer und NHL-Aspirant Vincent Praplan (23) völlig ausser Form. Es ist noch ein weiter Weg bis Buffalo.



Kloten hat einmal mehr verloren. 0:1 in Langnau. Trainer Kevin Schläpfer beurteilt die Leistung seiner Jungs milde. Gestresst wirkt er auch nicht. Er hat inzwischen Übung in der Analyse von Niederlagen aller Art.

Die Fragen der Chronisten drehten sich in diesen stürmischen Zeiten für Kloten um die Windstille im Sturm. Nur zwei Tore in den letzten beiden Partien und mit 90 Treffern mit Abstand die schwächste Offensive der Liga. Trotz zwei ausländischen Stürmern und Vincent Praplan und Denis Hollenstein. Beide gehören zu den besten und begehrtesten helvetischen Offensivspielern. Die ZSC Lions haben sich ja längst die Dienste Hollensteins gesichert und Praplans nächster Arbeitgeber könnte ein NHL-Unternehmen sein.

EHC Kloten Stuermer Denis Hollenstein waehrend dem Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Kloten und dem HC Fribourg-Gotteron am Sonntag, 14. Januar 2018, in Kloten. (PPR/Patrick B. Kraemer)

Denis Hollenstein ist momentan etwas ausser Form. Bild: PPR

Das «zu Null» in Langnau ist für Kevin Schläpfer kein Grund zur Sorge und die «Nullleistung» seiner wichtigsten Stürmer auch nicht. «Wir haben die meisten unserer Punkte dank Hollenstein und Praplan geholt» nimmt er seine nationalen Stürmer in Schutz. Es sei nicht Zeit zum Toben. Es sei Zeit für aufmunternde Worte.

Interesse besteht

Vincent Praplan in die NHL? Warum nicht? Er ist zwar nie durch den NHL-Draft gegangen. Aber das erhöht seine Chancen: weil kein NHL-Klub seine Rechte besitzt, ist er ein «Free Agent». Er kann seinen Arbeitgeber frei auswählen.

Verschiedene NHL-Klubs sind interessiert und er weilte im letzten Sommer im Sichtungscamp der Chicago Blackhawks und bekam eine Einladung ins «richtige» Camp von San José, wo er sich im letzten Herbst einen Platz im NHL-Team hätte erkämpfen können.

Wie gross das Interesse am Nationalstürmer ist, zeigte hoher Besuch in Langnau. Steven Greeley, Assistent von Buffalos General Manager Jason Botterill und sein Scout Frantisek Musil sind angereist, um Vincent Praplan zu sehen. Dass sich ein hohes Tier aus dem Management um einen Augenschein bemüht, hat Grund und Logik. Steven Greeley sagt: «Wir beobachten Spieler, die unsere Scouts beurteilt haben.» Er äussert sich weiter nicht zu Vincent Praplan.

Newly hired Buffalo Sabres' General Manager Jason Botterill, center, displays his Sabres jersey at First Niagara Center in Buffalo, N.Y., Thursday, May 11, 2017. Botterill is leaving the Pittsburgh Penguins to take over a team that owner Terry Pegula, left, criticized for lacking structure and discipline. At right is Kim Pegula, Terry Pegula wife, (AP Photo/John Wawrow)

Buffalo-GM Jason Botteril schickt seine Leute, um Vincent Praplan zu beobachten. Bild: AP/AP

Hockeylegende und Weltmeister Frantisek Musil hingegen schon. Mit dem ihm eigenen Humor sagt er: «Schade, Praplan hat heute nicht gespielt.» Doch, doch, er hat gespielt und war im gelben Topskorerhelm nicht zu übersehen. «Ja, ja ich weiss. Aber er hat heute nicht gespielt.» Und meint damit: die Leistung war unsichtbar. Wo er recht hat, hat er recht. Vincent Praplan hat zwar reichlich Eiszeit erhalten (19:02 Min.), aber nicht einen einzigen Torschuss zustandegebracht. Schliesslich verdirbt er durch eine Strafe (57:36 Min.) auch noch den Schlussspurt.

Im falschen Spiel schlecht gespielt? Hat die «unsichtbare» Leistung im Spiel in Langnau Auswirkungen auf seine NHL-Chancen? Bekommt er für nächste Saison keinen NHL-Vertrag, muss er in Kloten spielen – falls ihn Sparpräsident Hans-Ueli Lehmann nicht zur Konkurrenz transferiert.

Vincent Praplan ist eine klassische «Rolex auf dem NHL-Transferwühltisch.» Billig zu haben. Für weniger als eine Million Dollar und ohne Draft-Recht. Buffalo ist ganz offensichtlich stark interessiert. Aber bevor man eine Rolex kauft, ist es besser zu prüfen, ob das Uhrwerk wirklich läuft.

Es ist zwar tatsächlich so, dass Karrieren durch den Eindruck eines einzigen Tages in diese oder jene Richtung gelenkt werden. Aber nicht in diesem Falle. Ob Vincent Praplan nächste Saison in der NHL stürmt, ist nicht in Langnau entschieden worden. Seine NHL-Zukunft hängt vor allem davon ab, wie er beim olympischen Turnier und bei der WM spielt – und dort wird es etwas einfacher sein als am Freitag in Langnau.

Langnaus Trainer Heinz Ehlers verfolgt hinter der Bande aufmerksam das Spiel, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem HC Davos und den SCL Tigers, am Freitag, 22. Oktober 2017, in der Vaillant Arena in Davos. (KEYSTONE/Juergen Staiger)

Heinz Ehlers, der Defensiv-Baumeister. Bild: KEYSTONE

Er muss beim olympischen Turnier nicht gegen Mannschaften antreten, die von Heinz Ehlers gecoacht, trainiert und defensiv organisiert werden.

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Sloping
20.01.2018 17:04registriert October 2014
Praplan ist wohl gut beraten, wenn er in eine kleinere und aktuell weniger erfolgreichere NHL Organisation geht, um dort eine reele Chance für regelmässige Einsätze in der dritten Linie zu erhalten. Als in einer Toporganisation zwischen der vierten Linie und der AHL zu pendeln. Ich würde einen Ein- oder maximal Zweijahresvertrag abschliessen. Wenn er durch gute Leistungen auf sich aufmerksam macht, kann er dann immer noch zu einer sportlich attraktiveren Franchise wechseln. Zentral ist zuerst regelmässige Eiszeit und ein Trainer, der auf ihn setzt.
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