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Das Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem HC Fribourg-Gotteron, am Dienstag, 27. Oktober 2020, im Ilfisstadion in Langnau wird wegen der Coronabeschraenkungen als Geisterspiel ausgetragen. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Aktuell dürfen die Schweizer Eishockey-Fans nicht in die Stadien. Wenns sie könnten, würden sie dort ihren Unmut kundtun. Bild: keystone

Fast 90 Prozent der Hockey-Fans sind gegen die Erhöhung des Ausländerkontingents



Dem Schweizer Eishockey stehen entscheidende Tage bevor. Die National League und wenig später gezwungenermassen auch die Swiss League haben sich bereits vom Verband distanziert und eigenständige Aktiengesellschaften gegründet – mit dem Ziel, die eigenen Produkte und TV-Rechte selbst vermarkten zu können.

In den nächsten Tagen sollen die National-League-Klubs zudem den neuen Aktionärbindungsvertrag unterschreiben. In dem wird unter anderem festgehalten, dass die Ausländerbeschränkung in der National League ab der Saison 2022/23 von vier auf zehn angehoben werden soll. Weitere Bestandteile des Vertrags sind die Möglichkeit der National League, eigenständig über Modusfragen, wie etwa eine Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs, zu entscheiden, sowie die Einführung einer Salärobergrenze (Financial Fairplay).

Geschlossene Ligen und vor allem ein höheres Importlimit stossen bei den Fans aber auf grosse Ablehnung. Wie gross? Das wollten wir herausfinden und lancierten dafür eine schweizweite Fan-Umfrage, bei der die Supporter ihre Meinung zu den drängendsten Themen im Schweizer Eishockey abgeben konnten. Wir lancierten stets eine These, und die Fans konnten entscheiden, ob diese Aussage ihrer Meinung nach zutrifft, eher zutrifft, eher nicht zutrifft, nicht zutrifft oder ob sie keine Meinung haben.

Über 1200 Fans aus der ganzen Schweiz haben mitgemacht. Die Ergebnisse haben wir ausgewertet und die Deutschschweizer Klubmanager damit konfrontiert. Oder zumindest war es das Ziel. Auf unsere Fragen haben einzig die ZSC Lions, die neu gegründete Swiss League AG und teilweise der EV Zug Auskunft gegeben. Der SC Bern, der HC Davos, die Rapperswil-Jona Lakers und Ligadirektor Denis Vaucher sagten nur (und schön koordiniert), dass sie «zu einem laufenden Prozess» keine Stellung nehmen können.

Die SCL Tigers konnten ebenfalls keine Stellung nehmen, wollten aber versichern, dass man sich auch in Zukunft zur Rolle als Ausbildungsklub bekennen werde.

Erhöhung des Ausländerkontingents

Das Thema, das die Schweizer Eishockey-Fans am meisten bewegt, ist die geplante Erhöhung der Limite von Import-Spielern in der National League. Statt wie bisher vier, sollen neu bis zu zehn Ausländer gleichzeitig eingesetzt werden dürfen. Dafür soll gleichzeitig der Status der Lizenzschweizer abgeschafft werden. Das würde bedeuten, dass auch Spieler wie Calle Andersson, Giovanni Morini oder Ivars Punnenovs künftig als Ausländer gelten würden.

These: Ich bin für die Erhöhung des Ausländerkontingents in der National League von maximal 4 Ausländern pro Spiel auf maximal 10 Ausländer pro Spiel.

88,32 Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben angeben, dass sie gegen eine Erhöhung des Ausländerkontingents sind. Weitere 5,98 Prozent sind eher gegen die Änderung im Import-Reglement. Seitens des EVZ heisst es: «Fragen zu diesen Ergebnissen können wir nicht beantworten, da die Thematik ‹Anzahl Ausländer› noch nie im Gesamtkontext der gesamten andiskutierten Ligareform gestellt wurde. Zudem finden wir, dass unterschieden werden muss, was man gemäss den Reglementen kann und was man damit effektiv macht. Man sollte anhand des Handels und nicht anhand der Möglichkeiten urteilen.»

Statement der Schweizer Fanszenen

In einem gemeinsamen Statement haben sich 18 organisierte Fan-Gruppierungen aus den drei höchsten Schweizer Ligen gegen die geplanten Reformen im Schweizer Eishockey gestellt. Vor allem der Weg, den die National League einschlägt, bezeichnen die Fans als «befremdlich», weshalb sie in drei Punkten Forderungen stellen:

1. Erhöhung des Ausländer-Kontingents (NLA)
• Keine Anpassung der Ausländer-Kontingente
• Einführung einer Lohnobergrenze

2. Ligazugehörigkeit: Auf- und Abstieg
• Es sollte nicht möglich sein, sich in eine Liga einzukaufen. Aufstiege müssen lediglich durch sportlichen Erfolg möglich sein.
• Direkter Auf- und Abstieg, durchlässiges System von NLA bis MySports League.
• Erleichterung des Aufstiegs bezüglich der infrastrukturellen Anforderungen.

4. Rücksicht auf Bedürfnisse der Fans

• Einsetzung einer Fanvertretung an den Ligaversammlungen.

«Wir sind fest davon überzeugt, dass die geplanten Änderungen komplett an der Meinung einer überwiegenden Mehrheit der Schweizer Eishockeyfans vorbeigehen. [...] Ohne Fans kann kein Umsatz generiert werden [...]. Entsprechend sollten die Bedürfnisse der Fans bei der Strategieplanung im Vordergrund stehen oder zumindest eine prominente Rolle einnehmen.»

Auszug aus dem Statement der Schweizer Fanszenen

Die ZSC Lions stellen sich als einziger National-League-Klub öffentlich gegen die geplante Reform. Das Ziel dieser Massnahmen sei es, Löhne zu senken, für mehr Markt zu sorgen, damit man nicht mehr den Agenten ausgeliefert sei, sagt CEO Peter Zahner. «Wir glauben aber, dass die Gefahr besteht, dass diese Ziele so nicht erreicht werden, weil die Klubs am Ende trotzdem wieder das Gefühl haben, dass auch der fünfte, sechste oder siebte Ausländer ein Top-Spieler sein müsse.»

Dem ZSC-Geschäftsführer sind zu viele Unsicherheiten drin: «Wenn man sich nicht sicher ist, was die Auswirkungen sind, dann ist es gefährlich, etwas zu verändern.»

Zwei weitere Klubs haben angedeutet, mit der Erhöhung der Import-Limite ebenfalls nicht einverstanden zu sein, akzeptieren diese aber als Teil eines Kompromisses für die neue Ligareform.

These: Zusätzliche Ausländer nehmen dem Nachwuchs die Plätze im Kader der ersten Mannschaft weg.

Die grösste Sorge der Fans ist, dass für Nachwuchsspieler in der ersten Mannschaft kein Platz mehr bleibt, wenn mehr Ausländer erlaubt sind. Über 80 Prozent sagen, das trifft zu. Weitere 13,83 Prozent sagen, das trifft eher zu.

Diese Sorge kann auch Peter Zahner nachvollziehen. Er begründet auch die ablehnende Haltung der ZSC Lions mit der Klubstruktur und grossen Investitionen in den Nachwuchs: «Da muss man einfach an die Vernunft der Klubs appellieren. Ich bringe die ZSC Lions selbst als Beispiel: Wenn wir ein grosses Talent haben, wären wir ja dumm, ihm mit einem Viertlinienausländer den Platz wegzunehmen. Dann müssten wir das System mit den GCK Lions und den 4,5 Millionen für den Nachwuchs einstampfen. Das wollen wir aber nicht.»

These: Wenn Klubs einen Schweizer Spieler durch einen Ausländer ersetzen können, fehlt der Anreiz, weiter in den eigenen Nachwuchs zu investieren.

Ebenfalls eine grosse Mehrheit der befragten Fans glaubt, dass den Klubs künftig der Anreiz fehlt, in den eigenen Nachwuchs zu investieren, wenn Schweizer Spieler einfacher durch einen Import ersetzt werden können.

These: Zusätzliche Ausländer in der National League schaden langfristig dem Niveau der Nationalmannschaft.

Eine weitere grosse Sorge der Hockey-Fans ist die Nationalmannschaft. 73,93 Prozent glauben, dass eine Erhöhung der Ausländerlimite langfristig der Nati schadet. Weitere 15,89 Prozent glauben, dass dies eher der Fall ist. Auch diese Sorge versteht Zahner, er wendet aber ein: «Ich glaube, dass sich die guten Spieler auch in Zukunft durchsetzen werden. Es könnte aber einen Einfluss haben auf die U20- und U18-Nationalmannschaften.»

These: Zusätzliche Ausländer sorgen dafür, dass Identifikationsfiguren verloren gehen.

Eine Mehrheit der befragten Fans sorgt sich zudem, dass mit mehr Ausländern die Identifikationsfiguren bei den National-League-Klubs verloren gehen.

Auch hier geht ZSC-CEO Zahner mit den Fans einig: «Wir haben einen gewissen Respekt vor der Entwicklung und der Identität des Schweizer Eishockeys. Ich glaube, wir haben in der Schweiz ein Top-Produkt mit den höchsten Zuschauerzahlen in Europa.» Jetzt so vieles so drastisch zu ändern, mache wenig Sinn.

These: Von mehr Ausländern profitieren vor allem die grossen Klubs, die sich mehr gute Ausländer leisten können.

Des weiteren sorgen sich die Fans, dass durch eine Erhöhung der Ausländerlimite die Schere in der National League weiter aufgeht, da sich finanzstarke Klubs so auch mehr bessere Ausländer leisten können. Beinahe 70 Prozent der Befragten bestätigten diese Sorge, weitere 20 Prozent sagten, dass sie der Befürchtung eher zustimmen.

These: Durch die Erhöhung des Ausländerkontingents werden die Spielerlöhne sinken.

Das wichtigste Argument der Befürworter-Klubs in der Ausländer-Debatte ist eine Marktöffnung, wodurch auch die Löhne für Schweizer Spieler sinken sollen. Allerdings glauben nur 23,46 Prozent komplett oder eher, dass durch diese Massnahme die Lohnkosten auch tatsächlich sinken werden.

Peter Zahner sieht das etwas optimistischer, er hebt aber auch den Mahnfinger: «In der Swiss League gibt es Ausländer die verdienen zwischen 40’000 und 60’000 Franken netto. So einer kann auch in der National League im dritten oder vierten Block mitspielen. Von dem her kann eine Aufstockung bei den Ausländern schon funktionieren. Aber nur, wenn auch Vernunft da ist.»

Auf- und Abstieg zwischen Swiss League und National League

Mit der Unabhängigkeit vom Verband und der Swiss League können die National-League-Teams künftig auch eigenständig über die Kriterien für die Aufnahme in der National League beurteilen. Noch sagt es niemand konkret, aber faktisch dürfte das die Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs bedeuten. HCD-Präsident deutete dies in einem Interview mit «MySports» an.

These: Ich befürworte die Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs in der National League und Swiss League.

Wie bei der Ausländer-Debatte stossen auch hier die angeblichen Pläne der National-League-Klubs bei den Fans auf Ablehnung. 68,66 Prozent der befragten Fans sind strikt gegen, 9,22 Prozent eher gegen die Abschaffung des sportlichen Auf- und Abstiegs.

Eine Ligaschliessung sei früher immer wieder diskutiert worden. Nun habe man dieses Fenster wegen Corona wieder geöffnet, sagt Peter Zahner. «Es kann sehr gut sein, dass es auch nächstes Jahr keinen Abstieg gibt. Ich persönlich würde aber den normalen Auf- und Abstieg beibehalten, sobald sich die Lage mit Corona wieder normalisiert.»

These: Durch die Abschaffung des Auf- und Abstiegs geht in der Liga – insbesondere in den hinteren Regionen der Tabelle – die Spannung verloren.

Dabei sorgen sich die Fans insbesondere davor, dass in der Liga die Spannung verloren geht. 70,76 Prozent der Befragten glauben, dass dies der Fall ist ohne Abstieg. Insbesondere in hinteren Regionen der Tabelle, bei denen es verfrüht um nichts mehr gehen könnte.

These: Ich neige dazu, weniger ins Stadion zu gehen, wenn die Playoffs für mein Team nicht mehr erreichbar sind und kein Abstieg droht.

Was die Klub-Bosse ebenfalls beschäftigen sollte: Rund 53 Prozent der Befragten gaben an, dass sie tendenziell weniger ins Stadion gehen würden, falls für ihr Team die Playoffs nicht mehr erreichbar wären und gleichzeitig kein Abstieg mehr drohen würde.

These: Ich habe Angst, dass Traditionsklubs wie Kloten oder Olten nie mehr in der National League spielen, wenn der sportliche Aufstieg abgeschafft wird.

Eine weitere Sorge der Fans ist, dass Traditionsklubs wie Kloten oder Olten nie mehr in der höchsten Liga spielen, wenn der sportliche Aufstieg abgeschafft wird und die National-League-Teams die Bedingungen für die Teilnahme am NL-Spielbetrieb selbst bestimmen.

Die Swiss League sagt dazu: «Die Frage des Auf- und Abstiegs wird im Rahmen des SIHF Strukturreformprozesses diskutiert. Zum Schluss liegt der Entscheid bei der NL. Der Weg nach oben glich für die ambitionierten Swiss League Clubs schon seit Jahren einem Gang durch ein Nadelöhr. Umso wichtiger ist es nun, dass die Swiss League ihre Strategie gut umsetzt und sich als eigenständige, ambitionierte und attraktive Liga mit ihren eigenen Werten positionieren kann.»

These: Eine geschlossene Liga sorgt dafür, dass schwächere Teams weniger Geld (für neue Trainer, neue Ausländer) ausgeben, weil sie den Abstieg nicht um jeden Preis verhindern müssen.

In einem Punkt stimmen die Fans den Klubmanagern zu: Sie bestätigen die Annahme, dass gerade die schwächeren Klubs bei einer geschlossenen Liga weniger Geld (beispielsweise für neue Trainer oder Imports) ausgeben, da sie nicht mehr um jeden Preis den Abstieg verhindern müssen.

Abkopplung vom Verband

Bereits beschlossene Sache ist die Distanzierung vom Verband. Die National League und in der Folge auch die Swiss League haben eigene Aktiengesellschaften gegründet. Das Ziel ist es, die eigenen Produkte und TV-Rechte selbst zu vermarkten.

These: Ich finde es gut, dass sich die National League und Swiss League vom Verband distanzieren und künftig eigenständiger agieren.

Die Abspaltung vom Verband sorgt für weniger deutliche Resultate als die Erhöhung der Import-Limite oder eine potenzielle Abschaffung von Auf- und Abstieg. Aber auch hier spricht sich eine Mehrheit gegen oder eher gegen die Aktionen der Klubs aus.

Angela Kölliker, Kommunikationsbeauftragte der neuen Swiss League AG sagt dazu: «Im Rahmen der Repositionierung der Swiss League ab der Saison 2022/23 liegt der primäre Fokus in der Eigenständigkeit punkto Wahrnehmung und Vermarktung. Wir streben ein stark eigenständig geprägtes Produkt mit eigener Ausstrahlung, einem starken Image, einer gemeinsam entwickelten Dachvermarktung. Sportlich sollen die Teams ambitioniert und kompetitiv sein, die Durchlässigkeit bei erfüllten Kriterien nach oben und unten soll gewährleistet und Spielerentwicklung ein Markenzeichen sein.»

Man sei vom Alleingang der National League überrascht worden. Die Clubs der Swiss League hätten sich aber deswegen nicht unter Druck gefühlt, sondern hätten vor allem die Chance zur Repositionierung der Swiss League gesehen.

These: National League und Swiss League sollen selbst über die Vermarktung ihrer jeweiligen TV-Rechte entscheiden dürfen.

Etwas im Widerspruch zu den Ergebnissen der obigen Frage stimmen über 65 Prozent der Aussage zu oder eher zu, dass National League und Swiss League selbst über die Vermarktung der jeweiligen TV-Rechte entscheiden dürfen.

These: Wenn National League und Swiss League unabhängig voneinander agieren, entsteht ein Konkurrenzkampf.

These: Ein Konkurrenzkampf zwischen National League und Swiss League würde beide Produkte aufwerten.

Rund die Hälfte der befragten Fans befürchtet allerdings, dass zwischen National League und Swiss League ein Konkurrenzkampf entstehen würde. Rund 68 Prozent glauben nicht oder eher nicht, dass ein solcher Konkurrenzkampf die beiden Produkte aufwerten würde.

Salary Cap

Mit der Ligareform soll auch eine Salärobergrenze eingeführt werden. Das «Financial Fairplay» ist kein harter Salary Cap, wie wir es aus der NHL kennen, sondern eine Art Rahmenbedingung, die die Ausgaben der National-League-Klubs begrenzen soll. Wer dagegen verstösst, erhält künftig weniger Geld aus der Vermarktung der Liga.

Ich befürworte die Einführung eines Salary Caps in der National League.

57,42 Prozent der befragten Hockey-Fans befürworten die Einführung eines Salary Caps in der National League. Weitere 23,87 Prozent sind eher dafür.

EVZ-CEO Patrick Lengwiler lässt dazu ausrichten: «Im Rahmen einer grösseren Ligareform diskutieren wir über die Einführung eines Financial Fair Play. Damit die Teams konkurrenzfähig zueinander bleiben, sollen sich die Teams zukünftig innerhalb einer definierten Lohnbandbreite (minimal & maximal) bewegen. Wer mehr als das Maximum ausgibt, kann dies auch weiterhin tun, wird aber zukünftig weniger Geld aus der zentralen Vermarktung erhalten. Die Ausgeglichenheit innerhalb der Liga wird damit gefördert – dies macht es für alle spannender. Zudem werden die sportlichen Erfolge in eine Relation zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten gesetzt. Die Arbeit der GM’s, der Coaches und der Spieler erhalten damit eine grössere Bedeutung. Mehr Fakten und weniger Blabla …»

Ein Salary Cap ist die beste Methode, um die Lohnkosten zu kontrollieren.

Ebenfalls eine grosse Mehrheit der befragten Fans hält einen Salary Cap für die geeignetste Methode, um die Lohnspirale in der National League zu kontrollieren. Da die Klubs das sowieso planen, wirft das die Frage auf, warum man nicht zuerst die Auswirkungen der Obergrenze abwartet, bevor man andere drastische Massnahmen – etwa eine Erhöhung der Import-Limite – einführt.

Patrick Lengwiler sagt dazu: «Wir teilen die Haltung, dass das Financial Fair Play in wirtschaftlicher Hinsicht die wichtigste Massnahme nach vorne bildet. Die Anzahl Ausländer muss viel mehr im Gesamtkontext der Ligareform betrachtet werden, welche noch viele andere Punkte beinhaltet. Die Anzahl Teams wie auch die Abschaffung des Status ‹Auslandschweizer› haben zum Beispiel eine direkte Relevanz auf die Zahl. Dass wir den Status ‹Auslandschweizer› abschaffen, halten wir für viel ehrlicher als das heutige Bild. Wenn man dies tut, müssen wir aber auch die Anzahl anpassen. Nochmals: Unseres Erachtens gilt es, die Thematik Anzahl Ausländer im Gesamtkontext der Veränderungen zu beurteilen.»

Etwas anders sieht es Peter Zahner von den ZSC Lions. Er glaubt, dass tiefere Löhne nur mit mehr Vernunft kommen: «Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, dass die Klubs künftig vernünftiger sind, wird sich massiv steigern wegen Corona. Die langfristigen Auswirkungen unterschätzen wir vermutlich immer noch. Es kann sein, dass die Fans länger und häufiger wegbleiben, als uns lieb ist. Diese Auswirkungen werden die Verwaltungsräte zwingen, die Kosten runterzufahren.»

Ich befürworte die Einführung eines Salary Caps in der Swiss League.

Eine etwas kleinere Mehrheit, aber immer noch eine Mehrheit der Befragten würde auch eine Einführung einer Salärobergrenze in der Swiss League begrüssen.

These: Ein Salary Cap würde die Klubs dazu zwingen, mehr auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.

Die Fans setzen grosse Hoffnungen in eine Salärobergrenze, weil sie glauben, sie würde die Klubs zwingen, mehr auf (günstige) Nachwuchsspieler statt auf teure Stars und Ausländer zu setzen.

EVZ-CEO Lengwiler sagt dazu: «Kann sein, muss aber nicht sein. Unserer Meinung nach sollte aus Überzeugung vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt werden und nicht, weil es Reglemente oder Systeme so wollen. Wir investieren sehr viel in die Nachwuchsarbeit – dies macht aus unserer Sicht nur Sinn, wenn wir für die talentierten und förderungswürdigen Spieler auch Platz in der eigenen National League Mannschaft bieten.»

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