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New York Islanders goaltender Robin Lehner (40) watches the puck during the second period in Game 3 of an NHL first-round hockey playoff series against the Pittsburgh Penguins in Pittsburgh, Sunday, April 14, 2019. (AP Photo/Gene J. Puskar)

Islanders-Keeper Robin Lehner hat eine beeindruckende Saison gespielt, noch beeindruckender war sein Kampf mit sich selbst. Bild: AP/AP

Den Kampf gegen die Dämonen im Kopf gewonnen – Robin Lehners wichtigster Triumph

Robin Lehner war letzte Saison einer der besten Torhüter in der NHL. Im März 2018 schien das noch unmöglich. Damals kämpfte der Schwede mit starken psychischen Problemen und Drogenmissbrauch.



Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Sport. Auch für einen Sportler. Das zeigt die Geschichte von Robin Lehner. Der Schwede ist heute 27 Jahre alt, Torhüter bei den New York Islanders und frischgebackener Gewinner der Bill Masterton und der William M. Jennings Trophy.

Vor anderthalb Jahren – damals noch bei den Buffalo Sabres unter Vertrag – ist er allerdings am absoluten Tiefpunkt angekommen. Nachdem er jahrelang mit psychischen Problemen, dem Missbrauch von Alkohol und Schlaftabletten und Suizidgedanken gekämpft hat, fasst er den Mut, sich beim Suchtprogramm der NHL-Spielervereinigung zu melden.

New York Islanders' Robin Lehner poses with the Bill Masterton Memorial Trophy, for the player exemplifying the qualities of perseverance, sportsmanship and dedication to hockey, after winning the honor at the NHL Awards, Wednesday, June 19, 2019, in Las Vegas. (AP Photo/John Locher)

Robin Lehner und seine «Bill Masterton Trophy». Bild: AP/AP

Diese organisiert in Absprache mit Buffalos General Manager Jason Botterill einen Aufenthalt in einer Entzugsklinik in Arizona. Wie Lehner in einem Text bei «The Athletic» schreibt, dauert es sechs Wochen, bis sein Körper restlos ausgenüchtert ist. Sechs Wochen bis er wieder einmal richtig und ohne chemische Hilfe schlafen kann. «Die Duelle auf dem Eis waren nichts gegen den Kampf in meinem Kopf», erklärt Lehner.

Die Ärzte und das Pflegepersonal, die sonst hauptsächlich mit Kriegsveteranen arbeiten, merken, dass die Probleme des Schweden über Alkoholismus hinausgehen. «Mein Gehirn liess mich glauben, dass es normal ist, wenn mir schlechte Dinge zustossen, dass es in Ordnung ist. Ich habe mich daran gewöhnt», schreibt Lehner im selben Text. Die Diagnose: eine bipolare Störung.

Der Goalie schwankt zwischen manischer Euphorie und totaler Depression. Lehner entscheidet sich aus freien Stücken, noch länger in der Klinik zu bleiben. Seine Motivation: die Familie. Er will seinem Sohn endlich wieder ein richtiger Vater sein. Er will, dass seine Frau nicht mehr zuschauen muss, wie er sich selbst zugrunde richtet.

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Eine Dokumentation zu Robin Lehners Weg in die NHL – inklusive des Kampfes gegen die psychischen Probleme. Video: YouTube/Thomas Byrom Edits

Er schafft den Turnaround.

Nach einiger Zeit verlässt Lehner die Klinik. Doch nun wartet die nächste Herausforderung: die NHL-Teams wieder von sich zu überzeugen. Die GMs wissen nicht, wie es in ihm aussieht – nur, dass er bei Buffalo Probleme hatte. Doch Lou Lamiorello von den New York Islanders gibt dem Schweden eine Chance.

Auch als Lehner sich seinem Boss komplett öffnet, zeigt der sich verständnisvoll. Und der Goalie zahlt das Vertrauen zurück. Unter dem Defensiv-System von Coach Barry Trotz blüht er auf, wird zu einem der besten Torhüter der Liga.

Doch der 27-Jährige wird nicht nur für seine Leistung respektiert, sondern auch dafür, dass er im September des vergangenen Jahres seine Geschichte der ganzen Welt erzählt. Er will dazu beitragen, psychische Krankheiten im Alltag zu normalisieren, Akzeptanz zu schaffen.

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Die bewegende Siegesrede von Robin Lehner. Video: YouTube/SPORTSNET

Für diese Entscheidung erhielt er in der Nacht auf heute die «Bill Masterton Trophy», eine Auszeichnung der NHL für extreme Fairness, Ausdauer und Hingabe zum Eishockey. «Ich habe eine psychische Krankheit, aber das macht mich nicht schwach», sagt Lehner bei der Dankesrede.

In einer Welt der scheinbar makellosen Spitzensportler ein wichtiges Zeichen. (abu)

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