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«Furchtbar und beschämend» – Juventus Turin löst mit Ronaldo-Tweet einen Shitstorm aus



Die 34-jährige US-Amerikanerin Kathryn Mayorga erhob letzten Freitag im deutschen Magazin «Der Spiegel» die schweren Vorwürfe, dass Cristiano Ronaldo sie 2009 in Las Vegas vergewaltigt habe. Ronaldo wies die Vorwürfe vehement zurück und sagte, dass er ein reines Gewissen habe. 

Zuletzt machte ein Video, dass Ronaldo und Mayogra in einem Klub in Las Vegas zeigt, die Runde.

Nach einer Woche haben sich nun erstmals auch Ronaldos Sponsoren und sein Klub Juventus Turin geäussert. Nike, einer seiner grössten Sponsoren (Ronaldo schloss 2016 einen Deal über 868 Millionen Euro ab), veröffentlichte gestern ein Statement, in dem es heisst: 

«Wir sind tief besorgt über die verstörenden Anschuldigungen und wir werden die Situation sehr genau verfolgen.»

Statement von Nike

Heftige Auswirkungen haben die Entwicklungen um Cristiano Ronaldo bereits auf die Aktie von Juventus Turin. Der Anteilsschein fiel bis Freitagmittag an der Mailänder Börse um mehr als sechs Prozent auf knapp 1,24 Euro.

Ronaldo ist eines der bekanntesten Nike-Gesichter.

Ebenfalls ein Statement gab EA Sports, Herausgeber der «FIFA»-Spielreihe, ab. Auf dem Cover des kürzlich erschienenen «FIFA 19» ist Cristiano Ronaldo zu sehen.

«Wir haben die besorgniserregenden Berichte gelesen, die die Vorwürfe gegen Cristiano Ronaldo detailliert beschreiben. Wir beobachten die Situation genau, weil wir von Cover-Sportlern und Botschaftern erwarten, dass sie sich so verhalten, wie es mit den Werten von EA vereinbar ist.»

Neben den sehr diplomatischen Statements von Nike und EA Sports ist Juventus Turin komplett ins Fettnäpchen getreten. Der Arbeitgeber von Ronaldo wollte dem Superstar eigentlich den Rücken stärken. Der Schuss ging allerdings nach hinten los.

«In den letzten Monaten hat Cristiano Ronaldo seine hohe Professionalität und Hingabe gezeigt, die jeder hier bei Juventus zu würdigen weiss.»

«Die angeblichen Ereignisse, die jetzt fast zehn Jahre zurückliegen, ändern diese Meinung nicht, die auch jeder teilt, der mit diesem grossen Champion in Kontakt gekommen ist.»

Die Tweets sind so formuliert, als wäre – egal was vor 10 Jahren passiert ist – Ronaldo so oder so ein grosser Champion. Der Fehltritt sorgte auf Twitter innert Kürze für einen Shitstorm – die Reaktionen sind vernichtend. 

Die Reaktionen

«Stelle dir vor, so zu twittern. Nicht mein Klub.»

«So lange er professionell ist und Hingabe zeigt, kann er machen was er will? Das ist der Zustand von eurem ganzen Klub.»

«Ich fühle mich im Moment nicht gut, ein Fan von Juventus zu sein. Sehr entmutigend.»

«Der Klub sollte das nicht über zwei unüberlegte Tweets kommunizieren. Es sollte stattdessen ein offizielles Statement geben. Das sieht aus PR-Perspektive nicht gut aus.»

«Kein guter Start hier, Jungs.»

«Ich denke nicht, dass sich der Prozess um Professionalität und Hingabe drehen wird.»

«Schämt euch! Habt ihr überhaupt nachgedacht, bevor ihr das getwittert habt?»

«Das ist wohl der schlimmste Tweet, den ich hier je gelesen habe. Was zur Hölle ist das?»

«Ich glaube, ich habe es kapiert. ‹Ronaldo könnte jemanden vergewaltigt haben, aber hey! Er ist sehr professionell und engagiert und es ist ja 10 Jahre her. Also lasst es uns vergessen, er ist ein Champion.› Unverantwortlungsloser Umgang mit der Situation in der unsensibelsten möglichen Art.»

«Das ist ein furchtbares Statement. Bitte löschen und erneut versuchen.»

«Hahaha, ein Klub gibt dieses Statement ab. Unglaublich. Ich danke Gott, bin ich Liverpool-Fan.»

«Ist es möglich, gegen einen Tweet zu kämpfen?»

«Beschämende Tweets. Ich dachte immer, Juventus habe mehr Klasse als das.»

«Ist Donald Trump euer Twitter-Verantwortlicher?»

«Manchmal sollte man besser nicht twittern.»

Die Formulierung «which is shared by anyone who has came in contact with him», war in diesem Fall sehr unglücklich gewählt.

«Diese Meinung, die auch jeder teilt, der mit diesem grossen Champion in Kontakt gekommen ist.»
Ich bezweifle, dass Kathryn Mayogra dieses Ansicht teilt.​

Aber natürlich, diese Meinung wird nicht geteilt von der Frau, die mit dem grossen Champion in Kontakt kam.

Alle ... die er nicht vergewaltigt hast, meinst du?

Vielen Usern fehlen schlicht die Worte

«Ich habe kein Reaktions-Bild, das komplett zusammenfasst, wie angewidert ich bin.»

(zap)

Die Karriere von Cristiano Ronaldo

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