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Da kann Dieter Hecking noch so schreien: Die Aufstiegschancen des HSV sind minim. Bild: www.imago-images.de

«Deppen von der Elbe» – der HSV vermasselt erneut seine Aufstiegschancen

Der Hamburger SV galt als Dinosaurier der Bundesliga, ehe 2018 nach 55 Jahren der Abstieg in die 2. Liga nicht mehr zu verhindern war. Nach der 1:2-Niederlage in letzter Minute am Sonntag in Heidenheim droht die Mission Wiederaufstieg erneut zu scheitern.

christian finkbeiner / keystone-sda



Die sportliche Bilanz ist ernüchternd. Der HSV holte seit der Wiederaufnahme der 2. Bundesliga Mitte Mai nur 10 von 24 möglichen Punkten. Fünf Mal gaben die Hamburger eine Führung aus der Hand, vier Mal kassierten sie in der Nachspielzeit einen Gegentreffer und vergaben dadurch sechs Punkte.

«Wenn ich jetzt sagen würde, nein, wir haben keine Chance mehr, dann wäre ich wohl ein ganz schlechter Trainer.»

Dieter Hecking, Trainer HSV NDR

«Es scheint so zu sein, dass der Fussball-Gott nicht auf unserer Seite ist», sagte Trainer Dieter Hecking am Sonntag, nachdem der HSV erstmals seit dem 2. Spieltag aus den Top 3 gefallen war. «Aber wir sind auch selbst schuld. Wir hätten schon längst durch sein können.»

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Die Bilder der HSV-Niederlage in Heidenheim. Video: YouTube/DAZN Bundesliga

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Nach dem neuerlichen Hamburger K.o. in der Schlussphase liessen Freund und Feind in den sozialen Netzwerken ihrem Ärger oder ihrer Schadenfreude freien Lauf. «Danke, dass wir ein weiteres Jahr wieder mal die Lachnummer ganz Deutschlands sind», schrieb ein User stellvertretend für viele. Auch die Medien gingen mit dem HSV hart ins Gericht. «Jedes Jahr der gleiche Schrott», schrieb die «Bild»-Zeitung. «Der HSV ist nur noch ein nervliches Wrack», kommentierte das «Hamburger Abendblatt» den Zustand der Mannschaft – und die «Süddeutsche Zeitung» titelte: «Deppen von der Elbe.»

Neue Köpfe, alte Probleme

Seit Jahren dreht sich in der Hansestadt die Spirale nach unten. Die grossen Zeiten des Traditionsvereins mit der Raute im Vereinslogo sind schon lange vorbei. 1983 gewann der HSV die dritte Meisterschaft innerhalb von fünf Jahren, im selben Jahr holte die Mannschaft des legendären Trainers Ernst Happel den Europacup der Landesmeister dank einem 1:0 im Final in Athen gegen Juventus Turin.

Spätestens seit 2009 und der letzten Top-5-Klassierung in der Bundesliga ging es aber stetig bergab. Seither gaben sich 15 Cheftrainer die Klinke in die Hand. Auch in der Klubführung gab es immer wieder Wechsel, zuletzt Ende März, als Marcell Jansen als Aufsichtsratsvorsitzender den als Vorstandschef entlassenden Bernd Hoffmann als starken Mann an der Vereinsspitze ablöste.

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Die Niederlage in Heidenheim lässt die HSV-Spieler Fassungslos zurück. Bild: www.imago-images.de

Der frühere HSV-Spieler und deutsche Internationale, dem eine Nähe zum langjährigen Investor und Mitbesitzer Klaus-Michael Kühne nachgesagt wird, will die Klubspitze wieder einen. «Teamfähigkeit, Teamplay, Kommunikation», nannte Jansen als Schlagwörter für die HSV-Zukunft.

Doch auch der 34-jährige gebürtige Rheinländer scheint sportlich vorerst zu scheitern – wie auch der erfahrene Trainer Hecking und Sportvorstand Jonas Boldt. Sie wurden vor einem Jahr für den x-ten Neuanfang geholt. Nun sind sie auf Schützenhilfe von Arminia Bielefeld angewiesen, um zumindest die Relegationsspiele doch noch zu erreichen. Der Leader und Aufsteiger empfängt zum Abschluss Heidenheim. Der HSV trifft auf Sandhausen und braucht einen Punkt mehr als Heidenheim, um noch auf Platz 3 vorzustossen.

Zumindest keine Häme im Stadion

Dass Jansen sich der sportlichen Realität bewusst ist, liess er die Vereinsmitglieder und Fans schon im Frühjahr wissen. Sollte es am Ende der Saison nichts werden mit dem Aufstieg, nehme man in der nächsten Spielzeit wieder einen Anlauf, so Jansen. Im Fall eines Abstiegs von Werder Bremen und dem Nicht-Aufstieg des HSV kündigt sich aus norddeutscher Optik mit St. Pauli, Kiel, Hannover, Osnabrück und den möglichen Aufsteigern aus Braunschweig und Rostock aber auch in der 2. Liga eine attraktive Meisterschaft an.

 Praesident Marcell Jansen  HSV  Deutschland , Hamburg , edel optics arena, Mitgliederversammlung des Hamburger SV *** President Marcell Jansen HSV Germany, Hamburg, edel optics arena, general meeting of the Hamburger SV

HSV-Präsident Marcell Hansen muss womöglich einen Rückschlag hinnehmen. Bild: www.imago-images.de

Sollte es am Sonntag mit dem Sprung in die Relegation gegen den drittletzten der Bundesliga nicht klappen, wird den HSV-Protagonisten zumindest die Häme des Publikums im eigenen Stadion erspart bleiben.

Vor einem Jahr, als der HSV durch ein blamables 0:3 gegen Ingolstadt am drittletzten Spieltag auf Rang 4 zurückfiel, pfiffen die gut 50'000 Zuschauer im Volksparkstadion ihr Team gnadenlos aus. Aber vielleicht meint es in diesem Jahr der Fussball-Gott für einmal ja auch gut mit dem Hamburger SV. (abu/sda)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Super8 23.06.2020 09:40
    Highlight Highlight Die 2. Bundesliga ist doch auch interessant.
  • maljian 22.06.2020 22:54
    Highlight Highlight Oh wow
    Dank dem Artikel mal wieder bei der 3. Liga reingeschaut. Total spannend.

    Bei noch 4 ausstehenden spielen hat sogar der Tabellen 10. noch eine geringe Chance zum Aufstieg. Dazu kommt, das sollte FC Bayern II auf einem Aufstiegsplatz stehen, kommt der 4. Platzierte in die Relegation.

    Ich drücke dem FC Hansa Rostock die Daumen. War seid meiner Kindheit mein Verein. Es geht schnell vergessen, dass sie 15 Jahre in der 1. Bundesliga gespielt haben. 😊
    • Frank Grimes 23.06.2020 03:13
      Highlight Highlight Ja das waren noch Zeiten mit der Hansa in der 1. BuLi. Ich würde ihnen den Aufstieg auch sehr gönnen.😊
    • Glenn Quagmire 23.06.2020 07:13
      Highlight Highlight waren das nicht die letzten Ossis in der Bundesliga?
    • maljian 23.06.2020 08:27
      Highlight Highlight @Glenn
      4 Jahre lang war der Osten mit 2 Mannschaft vertreten durch Rostock und Cottbus. 2000 - 2003 und in der Saison 2007/2008

      Dann war seit 2009 lange nichts bis 2016 Leipzig aufgestiegen ist. Auch wenn ich Leipzig nicht so dazuzählen würde.

      Nun sind wir seit letztem Jahr wieder um einen richtigen Ostverein reicher in der Bundesliga. Und dann der guten Leistung von Union wird auch nächste Saison wieder ein Ostverein in der Bundesliga sein 🎉
  • AF27 22.06.2020 21:31
    Highlight Highlight Noch ist eine kleine Chance vorhanden... auf gehts Hamburg!!!
  • schischueh 22.06.2020 17:42
    Highlight Highlight Es scheint mittlerweile ganz so zu sein, als müsse der HSV so lange auf den Aufstieg warten, wie er den überfälligen Abstieg aus der BuLi in letzter Sekunde verhindern konnte. Man denke zurück an den Diaz-Freistoss in der Nachspielzeit.
  • Pipikaka Man 22.06.2020 16:57
    Highlight Highlight Finde es traurig das 🇩🇪Traditions-Grossstadtvereine oft solch schlechte Arbeit machen, und kleinere Vereine wie Heidenheim oder Paderborn rauf kommen, die eh wenig Potenzial haben. Das macht die Bundesliga in meinen Augen schlecher, weil Konkurrenz fehlt. Diese Kleinstvereine erhöhen die Qualität nicht und sind eh nur Kannonenfutter für die Bayern. Das ist dauerhaft gesehen schlecht für den 🇩🇪Fussball. Aber eben dies ist dem Massenversagen der grossen Traditionsvereine geschuldet. Dank dem haben die Bayern kaum Konkurrenz.
    • Jason84 22.06.2020 18:07
      Highlight Highlight Als ob der HSV in den Jahren zuvor Konkurrenz gewesen wäre. Die kleineren spielen einfach besser und, vor allem, wirtschaften sie besser als der HSV. Siehe Hoffenheim, Freiburg, Union und einige mehr.
    • Jekyll & Hyde 22.06.2020 18:15
      Highlight Highlight Sehe es wie Kason84.
      Wer am ende auf dem Abstiegs- / Aufstiegsplatz steht hats verdient. Egal ob Traditionsteams (HSV, Bremen) Kleinclubs (Freiburg, Heidenheim) oder Retortenteams (RB Leipzig, Hoffenheim)

      Bayern kann nix dafür wenn die anderen Teams zu dämlich sind
    • Pipikaka Man 22.06.2020 18:50
      Highlight Highlight @Jason84, eigentlich ziemlich traurig das ihr meinen Kommentar nichtmal im Ansatz verstanden habt. Ich habe genau das geschrieben das die Grossvereine schlecht Arbeiten und selbstverschuldet sind. Ich habe nirgends gesagt das Kleinstvereine nicht rauf kommen sollen wenn sie gut spielen, nur das sie deswegen besser dastehen weil grössere solch schlechte arbeit machen
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