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Schweizer Eishockeyspieler in Nordamerika. bild: watson, keystone.

Analyse

Josi bärenstark, Hischier muss sich steigern – Halbzeitbilanz bei den NHL-Schweizern

Die Hälfte der Regular Season in der NHL ist vorbei. Zeit, Bilanz zu ziehen und zu schauen, wie sich die Schweizer in der besten Liga der Welt bis jetzt geschlagen haben.



Wie jedes Jahr haben wir vor dem Start der NHL-Saison Prognosen gewagt, wie gut sich die Schweizer Söldner in der besten Liga der Welt schlagen werden. Wir waren ziemlich optimistisch. An einigen Orten definitiv zu optimistisch. Aber wir haben auch das eine oder andere Mal ins Schwarze getroffen. Eine Halbzeitbilanz.

Roman Josi

38 Spiele, 14 Tore, 25 Assists

Den besten Roman Josi aller Zeiten haben wir vor der Saison versprochen. Und bislang setzt der Captain der Nashville Predators genau das um. Er ist mit Abstand der beste Skorer bei Nashville (elf Punkte Abstand auf den zweitbesten Punktesammler, Ryan Ellis). Er ist der absolute Teamleader, führte Nashville vor der Weihnachtspause zu wichtigen Siegen. Und er ist mit beinahe einem Punkt pro Spiel auf Kurs zur mit Abstand besten Saison seiner Karriere.

Was sind WAR und GAR?

Wins Above Replacement (WAR) und Goals Above Replacement (GAR) sind in den modernen Analytics zwei der wichtigsten Kennzahlen bei der Spielerbeurteilung. Sie berechnen, wie viele Siege und Tore ein Spieler seinem Team im Vergleich zu einem Replacement-Level-Spieler (ein auf seiner Position durchschnittlicher Spieler, der für ein Team immer zu finden ist und meist nur knapp über dem Ligaminimum verdient) bringt.

Auch defensiv spielt der Berner so gut wie seit 2016 nicht mehr. Das schlägt sich auch in den Advanced Stats nieder. In der alles wichtige umfassenden GAR-Statistik ist Josi der drittbeste NHL-Verteidiger der Saison. Stellt man um auf «Expected GAR» (also was aufgrund der erbrachten Leistungen sein sollte und nicht was tatsächlich ist), dann ist der Schweizer gar die Nummer 1 der Liga.

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Expected Goals Above Replacement (nur Verteidiger, 100 Minuten Mindesteiszeit). Bild: screenshot evolving-hockey.com

Mit seinen Leistungen hat sich Josi auch ernsthaft ins Gespräch um die Norris Trophy, die Auszeichnung für den besten Verteidiger der Saison gebracht. Gemeinsam mit Dougie Hamilton, Alex Pietrangelo und Rookie Cale Makar, die allesamt sehr gute Leistungen zeigen, wird er wohl aber gegen John Carlson den kürzeren ziehen. Der Verteidiger der Washington Capitals hat nach 38 Spielen bereits 48 Punkte auf dem Konto. Defensiv spielt er zwar überhaupt nicht gut, aber seine Produktion dürfte ihm die Trophäe trotzdem einbringen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 66 Punkte, davon 17 Tore.

Wenn Josi so weiterspielt, hat er Ende Saison 30 Tore und insgesamt 82 Punkte auf dem Konto. Da haben wir ihn sogar noch etwas unterschätzt.

Kevin Fiala

36 Spiele, 8 Tore, 16 Assists

Der Saisonstart ist Kevin Fiala gründlich missglückt. Der Ostschweizer kam wie die gesamte Mannschaft der Minnesota Wild überhaupt nicht ins Rollen. Coach Bruce Boudreau ging gar so weit, dass er den Schweizer einige Spiele auf die Tribüne verbannte.

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Die Minnesota Wild besuchten Kevin Fiala im Sommer. Video: YouTube/Minnesota Wild

Doch das schien genau der richtige Weckruf gewesen sein, denn seither ist Fiala hinter Josi der produktivste und konstanteste Schweizer Skorer. Mittlerweile ist er der viertbeste Skorer der Wild und hat sich auch wieder in die Herzen der Fans gespielt. Er ist noch nicht ganz auf dem Niveau, wie er es in der Saison 2017/18 zeigte, spielt mittlerweile aber auch in einem schwächeren Team.

Das bedeutet aber auch, dass der Ostschweizer immer noch Potenzial hat. Seine Schusseffizienz liegt derzeit bei 6,29 Prozent. Also deutlich unter seinem Karrieredurchschnitt von über zehn Prozent. Man darf also erwarten, dass die Pucks für Fiala in der zweiten Saisonhälfte noch vermehrt reinfallen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 50 Punkte, davon 20 Tore.

Aktuell ist Fiala auf Kurs für 16 Tore und insgesamt 48 Punkte. Er fliegt derzeit also leicht unter unserer Prognose. Doch mit einer starken zweiten Saisonhälfte könnte er die noch erreichen.

Nico Hischier

34 Spiele, 8 Tore, 15 Assists

Taylor Hall ist weg. Nun liegt in New Jersey der ganze Fokus auf Nico Hischier (und Jack Hughes). Damit haben sich die Devils für diese Saison von jeglichen Playoff-Ambitionen abgemeldet. Es geht nun also für Hischier ausschliesslich darum zu zeigen, dass er die rund sieben Millionen jährlich, die er ab nächster Saison verdient, auch wert ist.

Bislang hat der Walliser das noch nicht getan. Seine erste Saisonhälfte war schwach. Wobei man noch in Betracht ziehen muss, dass er zwischenzeitlich auch noch verletzt war. Zudem stellte ihn Trainer John Hynes bis zu dessen Entlassung immer wieder mit Taylor Hall auf, obwohl die zwei diese Saison zusammen überhaupt nicht gut funktionierten.

Genau deshalb darf man bei Hischier auch auf etwas Besserung hoffen: Seine besten Phasen bei den Devils hatte er stets, wenn Hall nicht an seiner Seite spielte. So überzeugte er auch in den letzten Partien, seit Hall weg ist. Dennoch bleibt eine Problemzone: Die Schussqualität des 20-Jährigen ist in Ordnung, doch bei der Quantität mangelt es. Nur knapp zwei Schüsse pro Spiel sind für einen Erstlinienstürmer zu wenig. Da sollte er sich mehr zutrauen.

Watson-Prognose vor dem Saisonstart: 67 Punkte, davon 23 Tore.

Ja, da haben wir schön danebengeschossen. Spielt Hischier so weiter wie bisher, hat er Ende Saison 17 Tore und insgesamt 49 Punkte auf dem Konto.

Timo Meier

41 Spiele, 14 Tore, 11 Assists

Timo Meier spielt wie Nico Hischier eine auf den ersten Blick enttäuschende Saison. Elf Tore in 38 Spielen – da hat sich der Appenzeller nach seinem grossen Durchbruch im vergangenen Jahr sicher auch selbst mehr erhofft.

Doch im Fall von Meier gilt es da etwas zu relativieren. Der 23-Jährige ist relativ zur Eiszeit immer noch einer der produktivsten Sharks. Er kommt zwar nicht an seine Leistungen der letzten Saison heran, spielt aber auch nicht miserabel.

Timo Meier
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Egal ob bei den Schussversuchen, Torschüssen, Chancen oder Toren; Meier steht in allen Statistiken etwas schwächer da als letzte Saison. Das lässt sich aber teilweise auch mit einem schwächeren Team erklären. Durch die langfristige Verpflichtung von Verteidiger Erik Karlsson hat San Jose an Qualität im Sturm (konkret: Joe Pavelski und Joonas Donskoi) verloren.

Das hat zur Folge, dass die Sharks diese Saison als Mannschaft bislang deutlich schwächer auftreten. Und darunter leidet dann auch die Leistung von Timo Meier.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 70 Punkte, davon 34 Tore.

Da waren wir deutlich zu optimistisch. Zieht Meier die momentane Pace durch, landet er Ende Saison bei 28 Toren und insgesamt 50 Punkten.

Nino Niederreiter

40 Spiele, 5 Tore, 15 Assists

Wie bei Timo Meier waren auch bei Nino Niederreiter die Erwartungen deutlich höher. Letztes Jahr spielte er nach seinem Trade zu Carolina überragend, war der produktivste Spieler im Kader der «Canes». Dieses Jahr liefert der Churer deutlich weniger. Zwar hat er mit acht Punkten aus den letzten acht Spielen den Tritt etwas besser gefunden, doch insgesamt bleibt das Gezeigte enttäuschend.

Bei einem Blick auf die Statistiken zeigt sich ebenfalls ein ähnliches Bild wie bei Meier: Niederreiter kommt weniger zum Abschluss und insgesamt zu weniger Torchancen. Als Resultat ist auch die Zahl der erzielten Tore deutlich kleiner.

Nino Niederreiter
Infogram

quelle: naturalstattrick.com

Wo liegt das Problem beim Bündner Flügel? Er hat bislang sicher etwas Pech. Niederreiter schiesst derzeit mit einer Effizienz von nur knapp über acht Prozent. Das ist deutlich unter seinem Karriereschnitt von beinahe zwölf Prozent. Die Tatsache spiegelt sich auch in den Expected Goals wieder. Eigentlich sollte «El Nino» schon rund drei Tore mehr auf dem Konto haben, als er es bis hierhin tut.

Doch damit allein ist die schwache Leistung dieses Jahr nicht erklärt. Wie man in der Grafik oben sieht, gelingt es Niederreiter dieses Jahr nicht mehr, im gleichen Masse zu Schüssen und Chancen zu kommen. Woran das liegt, ist alleine an den Statistiken kaum festzumachen. Er spielt weiterhin hauptsächlich mit Sebastian Aho und Teuvo Teräväinen zusammen, die beide solide Saisons spielen. Doch irgendwie scheint er nicht mehr mit der gleichen Intensität wie noch letzte Saison zu spielen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 58 Punkte, davon 30 Tore.

Mit der momentanen Pace bleibt auch Niederreiter deutlich unter unserer Prognose: 10 Tore und insgesamt 41 Punkte wären es.

Denis Malgin

29 Spiele, 3 Tore, 6 Assists

Malgin erwischt den besten Saisonstart aller NHL-Schweizer. Sammelt in den ersten elf Spielen neun Punkte und scheint auf gutem Weg zu seiner besten Saison. Doch dann folgt der wenig überraschende Einbruch. Seit dem 2. November hat der einstige ZSC-Junior nicht mehr gepunktet. Zwischen dem 16. Dezember und Silvester hat er keine Partie bestritten.

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Bild: micah blake mccurdy/hockeyviz.com

Wie gesagt, überraschend kommt der Einbruch nicht. Malgin ist kein offensiver Dynamo, der eine Linie antreiben kann. Wenn er in die richtige Situation kommt, nutzt er seine Chancen aus. Sonst ist er aber ein eigentlich sehr verlässlicher Defensivcenter. Diese Saison sehen seine Zahlen diesbezüglich nicht ganz so rosig aus. Dabei wurde er wohl aber auch vom lottrigen Start, den die Panthers hatten, beeinflusst.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 18 Punkte, davon 8 Tore.

Spielt Malgin noch den Rest der Saison durch, käme er am Ende auf sieben Tore und insgesamt 21 Punkte. So schlecht war unsere Prognose also nicht.

Yannick Weber

20 Spiele, 0 Tore, 1 Assist

Es ist eine schwierige Saison für Yannick Weber. Der Berner Verteidiger muss bei Nashville immer wieder auf der Tribüne Platz nehmen. Im Dezember hat er bislang nur fünf Spiele absolviert. Eigentlich unverständlich, warum Nashvilles Trainer Peter Laviolette Weber so oft aus dem Matchkader streicht. Der 31-Jährige hat in den letzten Jahren zwar viel von seiner offensiven Gefährlichkeit eingebüsst, ist aber defensiv verlässlicher als seine Konkurrenten Matt Irwin und Dan Hamhuis – oder auch als Rookie Dante Fabbro.

Yannick Weber vs Konkurrenz
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GF% = Goals-For-Percentage
xGF% = Expected Goals-For-Percentage
quelle: naturalstattrick.com

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 8 Punkte, davon 2 Tore.

Weber ist auf Kurs für zwei Assists. Damit wird er unsere Prognose nicht erfüllen.

Sven Bärtschi

6 Spiele, 0 Tore, 2 Assists

Die wohl enttäuschendste Saison aller Schweizer in Nordamerika muss Sven Bärtschi durchmachen. Der Langenthaler wurde vor dem Saisonstart überraschend aus dem Kader der Canucks gestrichen und in die AHL abgeschoben. Dort skort er deutlich über einen Punkt pro Spiel. Einmal wurde er von den Canucks zurückgeholt. Doch obwohl der 27-Jährige sich in den sechs Spielen gut präsentierte, konnte er sich nicht festsetzen.

Sven Bärtschi trifft in der AHL.

Er scheint bei Vancouver-Coach und seinem einstigen Förderer Travis Green ausser Rang und Traktanden gefallen zu sein. Bärtschis Agent André Rufener hat bereits nach einem Trade verlangt, doch auch das gestaltet sich als schwierig. Viele Teams in der NHL bewegen sich diese Saison nahe am Salary Cap oder sind derzeit sogar drüber (was möglich ist, dank dem Abzug des Lohns der Spieler auf der Langzeit-Verletztenliste).

Den General Managern fehlt also der Spielraum, um einen Spieler mit einem Vertrag wie Sven Bärtschi (dieses und nächstes Jahr noch 3,37 Millionen pro Saison) aufzunehmen. Kommt erschwerend hinzu, dass der Schweizer in den letzten Jahren äusserst verletzungsanfällig war. Am ehesten für einen Trade in Frage käme derzeit Colorado. Die Avalanche haben noch über 13 Millionen an Capspace zur Verfügung und wichtige Verlängerungen (mit Nathan MacKinnon und Cale Makar) stehen erst an, wenn Bärtschis Vertrag wieder ausgelaufen ist.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 40 Punkte, davon 20 Tore.

In der AHL ist Bärtschi auf bestem Kurs, diese Marke zu übertreffen. In der NHL wird das aber natürlich nichts mehr.

Mirco Müller

26 Spiele, 1 Tor, 0 Assists

Wir haben Mirco Müller eine schwierige Saison vorausgesagt, und genau die zieht er auch ein. Ende November und Anfang Dezember sass er längere Zeit nur auf der Tribüne. Nun spielt er zwar wieder regelmässig (und meist rund 20 Minuten pro Partie), doch seinen Tritt hat er noch nicht richtig gefunden.

New Jersey Devils defenseman Mirco Mueller, back, celebrates scoring a goal with right wing Wayne Simmonds in the third period of an NHL hockey game against the Colorado Avalanche Friday, Dec. 13, 2019, in Denver. Colorado won 3-1. (AP Photo/David Zalubowski)
Wayne Simmonds,Mirco Mueller

Mirco Müller bejubelt sein bisher einziges Tor in dieser Saison. Bild: AP

Ironischerweise scheint er, nun da die Devils ihren Tritt gefunden haben, noch mehr abzufallen. In den letzten Spielen versuchte er oft zu komplizierte Spielzüge, anstatt den einfachen Pass zu spielen. Das Resultat: viele Fehler und Strafen.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 7 Punkte, davon 1 Tor.

Das eine Tor hat er schon. Ob Müller im restlichen Verlauf der Saison auch noch sechs Assists holt, hängt stark davon ab, wie regelmässig er spielt.

Dean Kukan

32 Spiele, 1 Tor, 4 Assists

Zum Saisonstart musste sich Kukan etwas gedulden, bis er regelmässig zum Einsatz kam. Dann profitierte er vom Verletzungspech der Blue Jackets und setzte sich im Lineup fest. Weil Zach Werenski zwischenzeitlich ebenfalls ausfiel, spielte der Zürcher zwischenzeitlich gar mit Seth Jones im ersten Verteidigungspaar.

Dean Kukan vs Mitspieler
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quelle: naturalstattrick.com

Seit einigen Spielen kriegte er wieder etwas weniger Eiszeit, überzeugt aber immer noch. Kukans Stärken sind nicht in allen Statistiken sofort ersichtlich: Er ist ein guter und deshalb unauffälliger defensiver Arbeiter. Aufgrund seines guten Skatings ist die Stärke der Spielaufbau, und das kontrollierte Befördern der Scheibe aus der eigenen Zone. Ein grosser Skorer ist er nicht, aber dennoch sehr wertvoll für sein Team.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 15 Punkte, davon 3 Tore.

Mit der momentanen Pace kommt Kukan Ende Saison auf zehn Punkte und 2 Tore – also leicht unter unserer Prognose.

Jonas Siegenthaler

41 Spiele, 2 Tore, 6 Assists

Jonas Siegenthaler ist eine der grossen positiven Überraschungen dieser NHL-Saison. Der Zürcher hat bislang alle Spiele der Washington Capitals bestritten – und das äusserst überzeugend. Er ist der beste Defensivspieler im Kader der «Caps».

quelle: naturalstattrick.com, evolving-hockey.com

Wenn Siegenthaler auf dem Eis steht, kassiert Washington pro 60 Minuten nur 2,07 Gegentore – das ist der beste Wert aller Verteidiger des Teams. Der 22-Jährige lässt von allen Stammspielern die wenigstens High-Danger-Chancen zu und blockt die meisten Schüsse. Und neben dieser Verlässlichkeit in der eigenen Zone skort Siegenthaler auch noch einigermassen regelmässig.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: 9 Punkte, davon 1 Tor.

Aktuell ist Siegenthaler auf Kurs zu vier Toren und insgesamt 16 Punkten. Da haben wir den Zürcher etwas unterschätzt.

Luca Sbisa

28 Spiele, 2 Tore, 5 Assists

Wir ziehen unseren Hut vor Luca Sbisa. Seine NHL-Karriere schien schon praktisch vorbei, doch dank seines Bisses und seiner Opferbereitschaft hat der Verteidiger abermals einen Vertrag erhalten. Eigentlich sollte der 29-Jährige zu seiner alten Heimat in Anaheim zurückkehren, doch Winnipeg hatte andere Pläne und schnappte sich den Schweizer.

In der kalten Hauptstadt der kanadischen Provinz Manitoba spielt Sbisa rund 20 Minuten pro Spiel. Aber wie schlägt sich er sich denn auf dem Eis? Nun, kaum ein Spieler im Kader der Jets lässt so viele gefährliche Torchancen zu wie der Zuger. Aber irgendwie schafft er es, dass sein tatsächliches Torverhältnis besser aussieht, als es das laut den Expected Goals sollte – etwas, das sich durch Sbisas gesamte Karriere zieht.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Kommt, wenn überhaupt, nur auf wenige NHL-Spiele.

Sbisa hat kurz nach dem Jahreswechsel schon fast 30 Spiele auf dem Konto. Macht der Zuger so weiter, hat er Ende Saison 15 Punkte und vier Tore zu Buche stehen. Mit unserer Prognose lagen wir gründlich daneben.

Gaëtan Haas

33 Spiele, 3 Tore, 4 Assists

Oh, wie haben wir ihm Unrecht getan. Gaëtan Haas stand beim Saisonstart im Kader der Edmonton Oilers und spielte. Natürlich waren es nur zwei Minuten und klar musste er zwischenzeitlich auch noch für einige Spiele in die AHL. Doch das alles hat den Romand weitergebracht.

Seither hat er sich als Stammspieler bei den Oilers festgesetzt. Klar spielst du als Center in einem Team mit Connor McDavid, Leon Draisaitl und Ryan Nugent-Hopkins nicht die erste Geige. Aber Haas füllt seine Rolle in der dritten oder vierten Linie (je nach Abend) sehr gut aus. Er überzeugt defensiv und auch offensiv. Mittlerweile darf er sogar auch immer wieder im Powerplay heran.

Edmonton Oilers
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quelle: evolving-hockey.com

Schaut man auf GAR- und WAR-Statistik (Erklärung im Abschnitt von Roman Josi), dann gehört Haas bei den Oilers zu den zehn besten Spielern. Gegenüber einem Replacement-Level-Spieler hat er Edmonton schon 3,2 Tore mehr gebracht – der siebtbeste Wert in der Mannschaft. Und rechnet man es um auf Punkte in der Tabelle, so hat der Schweizer seinem Team schon 1,1 zusätzliche Punkte gebracht. Zum Vergleich: Bei Connor McDavid sind es 3,4 Punkte.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Kehrt im Laufe der Saison nach Bern zurück.

Wie gesagt, wir haben ihm Unrecht getan. Momentan hat sich Gaëtan Haas in der NHL festgebissen.

Gilles Senn

2 Spiele, 3,42 Gegentore pro Spiel, 90,2% Fangquote

Das Pech der Devils war das Glück von Gilles Senn. Weil die Situation beim Team aus Newark derart ungenügend war, wurde der Walliser mittlerweile in die NHL geholt. Dort ist er meist nur der Backup für Nummer 1 MacKenzie Blackwood. Und trotzdem hat der 23-Jährige bereits sein erstes komplettes NHL-Spiel hinter sich.

New Jersey Devils' Gilles Senn, center, of Switzerland, makes a save between Columbus Blue Jackets' Nick Foligno, left, and Kevin Stenlund, of Sweden, during the second period of an NHL hockey game, Saturday, Dec. 21, 2019, in Columbus, Ohio. (AP Photo/Jay LaPrete)

Bild: AP

Am 21. Dezember kam Senn gegen Columbus von Anfang an zum Einsatz. Er erlebte einen Horrorstart, kassierte mit dem ersten Schuss gleich ein Tor. Danach steigerte er sich aber und beendete das Spiel mit einer Fangquote von 92,1 Prozent. Einmal erlöste er Blackwood auch noch bei einer Kanterniederlage, weshalb seine Gesamtstatistik etwas schlechter aussieht.

watson-Prognose vor dem Saisonstart: Schnuppert im Verlaufe der Saison erstmals NHL-Luft.

Mit dieser Prognose haben wir ins Schwarze getroffen.

Philipp Kurashev

Kurashev spielt seine erste ganze Saison bei den Erwachsenen in Rockford, dem Farmteam der Chicago Blackhawks in der AHL. Zu Beginn der Saison hatte der 20-Jährige Center etwas Mühe, kommt nun aber immer besser in Schwung und hat in den letzten elf Spielen zehn Punkte (3 Tore, 7 Assists) gesammelt. Der Berner kassierte vor wenigen Tagen aber einen Check gegen den Kopf zog sich eine Verletzung zu. Ob und wie lange er ausfällt, ist noch nicht bekannt.

Prognose: Verbringt die ganze Saison in der AHL.

Auch diese Prognose trifft bislang zu. Vielleicht liegen gegen Ende Saison gar einige NHL-Einsätze drin – falls es bei Chicago dann um nichts mehr geht.

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