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zibbz switzerland eurovision esc 2018 https://eurovision.tv/story/destination-lisbon-part-seventeen-zibbz-switzerland-eurovision-2018

Das ist ZiBBZ, der Schweizer Beitrag 2018. Nein, er ist nicht auf dieser Liste. Sorry. Bild: eurovision.tv

Heute geht's wieder los mit ESC: Das sind die 12 besten Eurovision-Songs EVER



«A guilty pleasure» nennt man sowas auf Englisch. Ein Vergnügen mit Gewissensbissen – das ist Eurovision. Wisst ihr, an sich bin ich kein grosser Kommerz-Pop-Fan, hörte nie Hitparade und dergleichen. Ich mag Rock'n'Roll, alten Punk und solches Zeug; Country von grummeligen alten Männern gesungen, Mörderballaden und Kistenweise alter Ska und Reggae. Ich würde jetzt mal behaupten, ich habe einen guten Musikgeschmack.

Und doch versuche ich, wann immer es geht, das alljährliche Eurovisions-Ritual nicht zu verpassen. Und dies, obwohl ich nicht zu den «drei Gs» der Zielgruppe gehöre – bin weder Grosi noch Girlie noch Gay. Aber kaum was macht mehr Spass, als das kollektive Eurovisions-Gucken mit ein paar Kumpeln –, besonders wenn Trinkspiele involviert sind. (Übrigens: Ich empfehle allen, die Sause auf der britischen BBC zu gucken, denn die Kommentare der Moderatoren sind meistens der Brüller.) 

https://www.youtube.com/watch?v=Y0S3rxPjBJg russland ukraine punktevergabe esc eurovision

Eigentlich ist die Punktevergabe fast am Lustigsten ... aber bleiben wir mal bei den Songs ... Bild: youtube

Nun also 14 Gründe (12 plus 2 Bonus), weshalb der Song Contest grossartig ist! Nein, Verzeihung, ... war. Denn leider zeigen sich die Beiträge von Jahr zu Jahr in einem immer einheitlicheren ESC-Kleid, wirken zunehmend formelhaft und berechnend. Das ferne Australien etwa, das aufgrund der Scharen ESC-Fans Down Under neuerdings auch mitmischen darf, liefert heuer den eurovisionigsten Track:

So typisch ist «We Got Love» von Jessica Mauboy, dass er dank seiner Windschlüpfrigkeit unbemerkt in die Vergessenheit durchsegeln könnte. 

Unvergessen aber bleiben die folgenden Knaller. Deshalb: Welcome, bienvenue, willkommen, benvenuti, bienvenido, xoş gəlmisiniz und hoş geldiniz und dergleichen! Hier kommt The Best of Eurovision!

Bucks Fizz – «Making Your Mind Up»

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Platz 1 für das Vereinigte Königreich, 1981. Video: YouTube/BucksFizzVEVO

Boah.

Mit was soll man hier bloss anfangen? Bei den Frisuren der Jungs? Bei den peinlichen Füdliwackel-Dancemoves? Nein, am besten beim wichtigsten Moment der gesamten Eurovisions-Geschichte:

Eigentlich ist dies der ultimativste Eurovisions-Song ever: Der Auftritt ist peinlich ... aber professionell. Die Outfits sind grässlich ... aber zeitgemäss. Und der Track ist oberflächlichster Mitsing-Bubblegum-Pop ... aber letztlich ein gut geschriebener Song.

Katrina and the Waves – «Love Shine a Light»

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Platz 1 für das Vereinigte Königreich, 1997. Video: YouTube/Bristol Pride

Es gibt Momente, wo man neidlos zugestehen muss: Da hat jemand alles richtig gemacht. Eurovision 1997 war so ein Moment, als das Publikum Europas nicht drumherum kam, festzustellen, dass «Love Shine a Light» ein verdammt guter Song ist. Ohne Tanz-Firlefanz und ohne blöde Kostüme (okay, die Outfits sind nicht gerade stilvoll), aber mit der selbstsicheren Stimme von Katrina Leskanich. Spätestens beim ersten Refrain wussten alle: Dieser Song wird gewinnen.

Gigliola Cinquetti – «Non ho l'età»

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Platz 1 für Italien, 1964. Video: YouTube/1947dave

Gehen wir zurück in eine Zeit, in der man sich der Wirkung einer gelungenen Fernseh-Inszenierung offenbar nicht so bewusst war! Klein-Gigliola, die zum Zeitpunkt 13 oder 15 oder sowas war, steht in einem schlichten Kleid auf der grossen TV-Bühne und singt ganz alleine ihren Song. Aber was für einer! Ein fetter Refrain, Leute, das macht es aus!

France Gall – «Poupée de cire, poupée de son»

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Platz 1 für Luxemburg, 1965. Video: YouTube/Vidwit

Nicht gerade die grossartigste Vocal-Performance aller Zeiten (und das ist gelinde ausgedrückt), aber ist dieser Serge-Gainsbourg-Track nicht einfach wunderbar? 

Aber kehren wir von der grauen Vorzeit wieder zurück in die etwas jüngere Vergangenheit:

Conchita Wurst – «Rise Like a Phoenix»

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Platz 1 für Österreich, 2014. Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Ach, was wurde da ein Bohei um Conchitas Bart gemacht! Dabei gewann sie/er/egal nicht wegen oder trotz ihres Looks, sondern aufgrund der Tatsache, dass dies ein hammerguter Bond-Song ist mit einer grandiosen Vocal-Performance obendrauf. Drama, Baby, Drama!

2014 war ohnehin ein geiles Eurovisions-Jahr. Da gab es beleidigt-empörte Russen, die mit der bärtigen Conchita überfordert waren, währenddessen der Krim-Konflikt auf der ESC-Bühne seine Fortsetzung fand mit einem ukrainischen Janet-Jackson-Verschnitt, der die russischen Olsen-Zwillinge so ziemlich niedermähte. Aber da waren auch gute Songs darunter. Der wunderschöne zweitplatzierte holländische Country-Song etwa. Oder das hier:

Emma Marrone – «La mia città»

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Platz 21 für Italien, 2014. Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Wie alle der Big 5 (Grossbritannien, Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien) hatte Emma 2014 ebenfalls keine europäischen Verbündeten, welche ihr Stimmen zuschanzen mochten. Was verdammt schade ist, denn der Song ist perfekter Italo-Rotzgören-Rock mit viel passione und der leisen Vermutung, dass Frau Marrone eine ist, mit der man keine Lämpen will. Ich mag sie.

And now to something completely different:

Dschingis Khan – «Dschingis Khan»

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Platz 4 für Deutschland, 1979. Video: YouTube/Dschinghis Khan Forever

Jawohl! Wir sind in der Abteilung «Was haben die sich dabei nur gedacht?» angekommen! Obwohl im Falle dieser Karneval-Tanztruppe die Antwort auf die Frage ganz klar feststeht: «Wir schreiben einen Song und kreieren gleich die passende Band dazu – und so gewinnen wir garantiert!» Das war die klare Ansage der Songwriter Ralph Siegel und Bernd Meinunger. Geklappt hat's nicht, dafür aber für grossartige unfreiwillige Komik gesorgt.

Verka Serduchka – «Dancing Lasha Tumbai»

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Platz 2 für die Ukraine, 2007. Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Dschingis Khan und seine Komparsen meinten es noch ernst mit ihrem Vorhaben. Nicht so Drag Queen Verka Serduchka. Was. Zum Teufel. Geht hier ab??? Keine Ahnung, aber wenn das keine Stinkefinger gegen die Eurovisions-Tradition ist, dann fress ich ein Paar silberfarbene Bermuda-Shorts.

Ach und apropos Stinkefinger:

Kosa Mostra feat. Agathonas Iakovidis – «Alcohol Is Free»

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Platz 6 für Griechenland, 2013. Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Da reklamierte ganz Europa über die faulen Griechen und ihre Schuldenkrise ... und die schickten eine Ska-Punk-Band in Schottenröcken zusammen mit einem Vertreter der alten Rembetiko-Banditenmusik ins Rennen, die ein Sauflied zum Besten gaben. Nimm das, Europa! Genial.

Lordi – «Hard Rock Hallelujah»

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Platz 1 für Finnland, 2006.  Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Man muss eine Band, die derart kompromisslos kostümiert in den Kampf zieht, schlicht und einfach respektieren. Ein Leadsänger mit Drachenflügel? Alle anderen haben verloren. Ende der Diskussion.

Und nun nochmals zu etwas ganz Anderem:

Il Volo – «Grande Amore»

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Platz 3 für Italien 2015 (und Platz 1 im Televoting, imfall).  Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Finnland hat Monster. Italien? Nun, irgendwer in der Eurovisions-Findungskommission Italiens sagte wohl: «Ich sag euch, was wir machen: Wir nehmen drei knackige italienische Jungs, mit so richtig, richtig geilen italienischen Tenor-Stimmen, stecken sie in gut sitzende italienische Anzüge und lassen sie einen richtig geilen Kracher singen, der das Wort ‹amore› beinhaltet. So machen wir's!» Korrekte Entscheidung. 

So. Und das darf halt nicht fehlen:

ABBA – «Waterloo»

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Platz 1 für Schweden, 1974. Video: YouTube/mozpiano2

Keine Frage, das hier ist ein Kabinettstück von ESC-Grossartigkeit: Gutes Songwriting kombiniert mit den schlimmsten Modesünden der Weltgeschichte. Und, boah, Björn (oder ist es Benny?) – wie geil ist denn deine Stern-Gitarre? Nein, im Ernst: Das ist Pop-Songwriting erster Güte. Dieses Niveau wurde im Song Contest seither nie mehr erreicht.

Und sicher nicht von dem hier:

Bonus: Vanilla Ninja – «Cool Vibes»

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Platz 8 für die Schweiz, anno 2005. Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Hey, irgend einen Schweizer Beitrag musste ich doch reinnehmen, nicht? Lys Assia's «Refrain» ist mir zu antiquiert, DJ Bobos Vampir-Quatsch zu schlecht, das Italienisch von Peter, Sue & Marcs «Io senza te» hat einen grauenhaften Akzent und Céline Dion's Sieger-Song ... öh, wie hiess der überhaupt? Da war diese estnische Girlgroup zumindest unterhaltend. Der Name war zum Brüllen, die Girls ordentlich beflissen und der Song enthielt die Zeile «don't need you to blow my fantasy», was doch immerhin ... naja, damals zumindest fanden wir's lustig.

Bonus #2: Winny Puhh – «Meiecundimees üks Korsakov läks eile Lätti»

2013 war diese estnische Punkband am nationalen Wettbewerb für die Eurovisionsteilnahme dabei. Sie wurden Dritte. Schade.

Disclaimer: Dein Lieblings-ESC-Song nicht dabei?

Dann beschwere dich! Unsere Kommentarfunktion steht für euch offen! Seht, das hier ist eine sehr persönliche Favoritenliste. Ich mag den Johnny Logan nun mal nicht. Und die «Swiss Lady» noch weniger. «Volare» hat mir nie sonderlich gefallen, «Ein bisschen Frieden» ist mir zu deutsch, «Guildo hat euch lieb» zwar sehr sympathisch, aber letztlich ein schwacher Song, und der ganze neuere Ostblock-Kram ist mir zu berechnend. Aber ihr seht das gewiss etwas anders und das ist gut so. Freuen wir uns auf die Diskussion!

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