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lashana lynch james bond 007 https://gramha.net/explore-hashtag/anadearmas

Lashana Lynch, 007-Darstellerin. Gut so. Bild: gramha.net

Kommentar

Ich bin Bond-Fan und habe NULL PROBLEM damit, dass 007 eine schwarze Frau wird

Eher habe ich ein Problem mit eurem peinlichen Herumgejammere darüber, you butthurt man-babies!



Ich hab's hier an anderer Stelle schon mal gesagt: Ich denke, ich bin ein einigermassen kerliger Kerl. Ich mag Whisky. Ich mag mein Steak blutig. Ich bin empfänglich für die Reize des weiblichen Geschlechts, besitze einige Kleidungsstücke aus Harris Tweed und ein altes Auto, das gerne mal eine Reparatur benötigt. Hey, ich habe sogar mal eine Flugshow besucht und fand’s grossartig.

Und ich habe null Problem damit, dass im neuen Film 007 angeblich schwarz und weiblich ist:

Und, ach ja, ebenfalls null Problem: Dass die Meerjungfrau Arielle schwarz ist, dass Doctor Who eine Frau ist, dass Hermione Granger im Theaterstück «Harry Potter and the Cursed Child» von einer schwarzen Schauspielerin gespielt wurde, oder dass die neuen «Ghostbusters» Frauen sind.

ghostbusters 2016 https://heroichollywood.com/28961-2/

Geiler Cast, schlechter Film. Leider. Bild: heroichollywood.com

Okay, an Letzterem störte mich, dass der Film scheisse war. Aber zurück zum Thema: Weshalb die grosse Aufregung – und die war in allen oben genannten Beispielen erheblich – über die Besetzung dieser Rollen?

Und – erlaubt mir hier den Kraftausdruck – what the fuck soll eure Hysterie in der Kommentarspalte, liebe User?

Zuerst mal: Lest bitte genauer, bevor ihr euch aufregt! Ich zitiere aus besagtem Artikel: «Geheimdienstchef M sagt: ‹Kommen Sie rein, 007›. Und herein kommt Lashana Lynch, die schwarz, wunderschön und eine Frau ist.» Und: «Der Codename 007 kann aber für jeden gelten – die Szene bedeutet nicht, dass Lynch im nächsten Bond schon Daniel Craig als Agentin ersetzt. Bond ist immer noch Bond.»

Also nochmals, für alle, zum Mitschreiben: Bond ist weiterhin James und nicht etwa Jane. Bonds Agentencode 007 wird offenbar aber an eine andere Agentin gegeben. Dies wohl, weil Bond seinen Dienst bei MI6 quittiert hat oder gefeuert wurde – etwas, das bereits einige Male in den langen Dienstjahren der Serie passiert ist – in «Licence to Kill» (1989) etwa.

Actresses Lea Seydoux, from left, Ana de Armas, Naomie Harris and Lashana Lynch pose for photographers during the photo call of the latest installment of the James Bond film franchise, currently known as 'Bond 25', in Oracabessa, Jamaica, Thursday, April 25, 2019. (AP Photo/Leo Hudson)

Keine Huschelis, die Bondgirls von «Bond 25» (v.l.: Lea Seydoux, Ana de Armas, Naomie Harris und Lashana Lynch). Bild: AP/AP

Und nun zum problematischeren Aspekt der kollektiven Aufregung:

007 ist eine schwarze Frau. Und jetzt?

Vor was habt ihr eigentlich dermassen Schiss? Was wird euch da weggenommen?

An alle ach so angstgeplagten Männer, die nun orakeln, Bond müsse aus falsch verstandener politischer Korrektheit neu ein Yoga-praktizierender, vegetarischer Softie werden, der keine Frauen mehr verführen darf: Hört doch mal der Drehbuchautorin des neuen Bondfilms, Phoebe Waller-Bridge, zu!

«Viel wird diskutiert, ob Bond heute noch relevant sei oder nicht, dies aufgrund dessen, was er darstellt und wie er Frauen behandelt. Ich sage: Alles Quatsch. Bond ist weiterhin absolut relevant. Dennoch muss die Filmreihe sehr wohl aber wachsen und sich entwickeln. Das Wichtigste ist, dass der Film die Frauenfiguren richtig behandelt. Bond muss das nicht. Er muss seinem Charakter treu bleiben.»

Phoebe waller-bridge im interview mit dem Guardian

Ich bin kein Hellseher und weiss somit nicht, was alles im Plot von «Bond 25» passieren wird, doch wie es scheint, wird James Bond ganz der Alte sein («Vergesst nicht, dass er eigentlich ein Frauenhasser ist!» – O-Ton Daniel Craig). Dies heisst aber keineswegs, dass die anderen Filmfiguren sich nicht dem Zeitgeist entsprechend verhalten sollen. Und hoffentlich auch, verdammt! Hoffentlich auch sind die heutigen Bondgirls taffe Kämpferinnen, die James in nichts nachstehen! Es wäre ja eine Katastrophe, wenn anno 2020 weibliche Filmfiguren immer noch wie Mary Goodnight aus «The Man With the Golden Gun» (1974) wären, die kaum eine Pistole bedienen kann, weil sie eben ein hilfloses, herziges Blondchen ist (dies obwohl sie eigentlich MI6-Agentin war, weshalb die Figur schon damals komplett peinlich war). Da ist mir die aktuelle Miss Moneypenny einiges lieber, die ein knallharter Field Agent ist, die auch mal Bond abschiesst, wenn es Situation verlangt.

naomie harris miss moneypenny james bond 007 https://www.youtube.com/watch?v=XoomvWXunRc

Miss Moneypenny, ein richtiger Schuss (haha blöder Witz, okay). Bild: youtube

Weshalb also fürchten sich derart viele vor einer weiblichen, schwarzen 007? Aus dem gleichen Grund, weshalb fast alle Menschen der Meinung sind, dass früher, als sie noch jung waren, die Musik im Radio nicht so kacke wie heute war: Wir wollen unsere Jugend zurück, unsere Kindheit. Und an den schönen Erinnerungen daran soll gefälligst nicht herumhantiert werden.

Die Besetzung von immer mehr Hauptrollen und zentralen Figuren mit Frauen und Personen verschiedener Hautfarben ist überfällig – aber letztendlich nicht weiter erstaunlich. Die Welt – auch die in der Fiktion – ist nun mal nicht ausschliesslich männlich und weiss (oder zumindest nicht mehr lange, obwohl aktuell die weissen alten Männer sich an die Macht zu klammern versuchen).

Aber bei altehrwürdigen Ikonen wie Arielle, Doctor Who oder 007 bedeutet dies für einen Teil ihres Publikums nun mal: Veränderung.

Ja, liebes Publikum, ihr werdet erwachsen. Deal with it.

PS:

Es wurden in der Vergangenheit viel abstrusere Veränderungen an der Figur James Bond diskutiert. Etwa, dass er Amerikaner sein soll. 😱😱😱

Weitere Male, als Leute «das Ende von Bond» verkündeten:

- Als George Lazenby mit Vollbart an die Premiere von «On Her Majesty's Secret Service» kam (1969).
- Als Sean Connery aufhörte (1971).
- Als mit «Moonraker» und einem alternden Roger Moore krampfhaft versucht wurde, am «Star Wars»-Erfolg anzuknüpfen (1979).
- Als in «Goldeneye» mit Judi Dench eine Frau Geheimdienstchefin wurde (1995).
- Als Vin Diesel 2002 verkündete, Bond sei veraltet, und «XXX» sei nun das, was die Kids wollten.
- Als Bond blond wurde (2005).
- Als Marc Forster mit Quantum of Solace den wohl schlechtesten Bondfilm ever ablieferte (2008).

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Diese Schauspieler werden wir im 24. Bond-Streifen (Filmstart ist Oktober 2015) antreffen.

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