DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04707682 Former FMI chairman and former saving bank Bankia's CEO Rodrigo Rato (C), leaves his residence scorted by Customs agents in Madrid, Spain, 16 April 2015, three hours after the begining of a search at his apartment. Rato was arrested after Spanish prosecutor reported him for fraud, money laundering and concealment of assets crimes.  EPA/Luca Piergiovanni ATTENTION EDITORS: IMAGE PIXELATED AT SOURCE

Gegen Rodrigo Rato wird nun in insgesamt drei Fällen ermittelt.  Bild: EPA/EFE

Ex-IWF-Chef Rodrigo Rato wegen Geldwäsche festgenommen



Für den von mehreren Finanzaffären bedrängten Ex-Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, wird es eng. Er wurde am Donnerstagabend unter dem Vorwurf der Geldwäsche, des Steuerbetrugs und der betrügerischen Vermögensverschiebung verhaftet.

Im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnung sei der 66-Jährige in Madrid von Polizisten abgeführt worden, berichteten die staatliche Nachrichtenagentur efe und Onlineausgaben mehrerer Zeitungen.

Unter Berufung auf Justizkreise hiess es, der zuständige Richter habe eine vorläufige Festnahme zur Durchführung von Durchsuchungen unter anderem auch im Büro des Beschuldigten angeordnet.

Nach offiziell noch unbestätigten Medienberichten geht es in dieser neuen Affäre um Rato um die Herkunft von 6.2 Millionen Euro, die der frühere Wirtschaftsminister 2012 im Rahmen einer allgemeinen Steueramnestie aus der Schweiz nach Spanien transferiert hatte.

Da Rato noch bis vor wenigen Monaten prominentes Mitglied der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy war, ist die Festnahme auch für die Regierung ein harter Schlag. Ende des Jahres wird in Spanien gewählt und die PP ist ohnehin schon von vielen Korruptionsskandalen erschüttert.

epa04705282 Spanish Prime Minister Mariano Rajoy delivers a speech during the weekly Government's Question Time session at the Lower House of Spanish Parliament in Madrid, Spain, 15 April 2015. Rajoy talked about the results of the lastest European Council summit.  EPA/FERNANDO ALVARADO

Ministerpräsident Mariano Rajoy. Bild: EPA/EFE

In einer ersten Reaktion sagte Justizminister Rafael Catalá, er respektiere die Festnahme des in der Regierung von José Maria Aznar (1996-2004) für Wirtschaft zuständigen Vize-Ministerpräsidenten. Dies zeige aber, «dass das Gesetz in Spanien funktioniert und für alle gleich ist.»

Nicht die erste Affäre

Gegen Rato wird bereits in zwei anderen Affären ermittelt, darunter wegen Betrugs und Bilanzfälschung beim Börsengang der Bank Bankia im Jahr 2011. Damals war Rato Präsident des Geldhauses.

Die Anleger, darunter Hunderttausende Kleinsparer, verloren fast ihr gesamtes Geld. 2012 war Bankia dann von der Regierung mit 22.4 Milliarden Euro aus einem 41-Milliarden-Hilfspaket von EU und IWF vor dem Bankrott gerettet worden.

Rato steht ausserdem auch im Mittelpunkt der sogenannten «Selbstbedienungs-Affäre». Die Justiz ermittelt gegen mehrere ehemalige Topmanager und Aufsichtsratsmitglieder von Bankia, die mit Firmenkarten auf Kosten des Unternehmens private Ausgaben finanziert haben sollen. Wegen der Affären hatte Rajoy im vergangenen Oktober Rato zum vorläufigen Austritt aus der Partei überredet. (feb/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Von Dänemark bis Spanien – das sind die neusten Corona-Apps, die (dich) in Europa warnen

Hier kommt die 2. Ausgabe des watson-Ratgebers für iPhone- und Android-User, die sich per App vor Covid-19 warnen lassen wollen.

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht überstanden. Und das Virus (SARS-CoV-2) kann fast überall lauern.

Sicher ist: Alle europäischen Staaten, inklusive der Schweiz, haben es versäumt, rechtzeitig auf die Sommerferien hin eine gemeinsame technische Lösung, zum Beispiel in Form einer Corona-Warn-App, zu erarbeiten.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Zwar dient mittlerweile in halb Europa das Smartphone als Hilfsmittel im Kampf gegen Covid-19. Doch vorläufig bleibt es bei nationalen …

Artikel lesen
Link zum Artikel