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Ehemann der flüchtigen Wärterin: «Vielleicht war der Syrer besser als ich»

Gefängniswärterin Angela Magdici (32) brannte mit dem verurteilten Vergewaltiger Hassan Kiko (27) durch. Im Interview spricht ihr Ehemann davon, dass sich seine Frau in den letzten drei Monaten sehr verändert habe.



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Angela Magdici verhalf einem Vergewaltiger zur Flucht.
bild via aargauer zeitung

«Ich habe geweint – ich hätte nie geglaubt, dass so etwas passieren kann», sagt der Ehemann V. Magdici gegenüber «TeleM1», als er hört, dass seine 32-jährige Ehefrau Angela dem verurteilten Vergewaltiger Hassan Kiko (27) zur Flucht aus dem Regionalgefängnis Limmattal verholfen haben soll.

«Ich weiss nicht, warum sie das getan hat. Vielleicht hatte sie Probleme im Job. Vielleicht war auch der Syrer besser als ich», fügt der 25-Jährige im Interview mit dem Regionalsender TeleM1 an, welches in der Sendung «Aktuell» von heute Abend, 18 Uhr, ausgestrahlt wird.

«Ich weiss auch nicht, warum»: Ausschnitt aus dem Interview von Tele M1 mit V. Magdici. Er will anonym bleiben.
Video: kaltura.com

«Wenn ich nach Hause kam, stand das Essen immer schon bereit»

Angela Magdici ist im aargauischen Wohlen aufgewachsen und hatte auch dort Kickboxen trainiert. Es ist die gemeinsame Vorliebe für Kampfsport, welche V. mit Angela zusammenbringt. Vor drei Jahren lernte er seine Frau an einer Thaibox-Veranstaltung kennen, wie er gegenüber 20 Minuten sagt. 2014 habe das Paar geheiratet. «Wenn ich nach Hause kam, stand das Essen für mich immer schon bereit. Sie hat mich umsorgt», führte der Ex aus.

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So präsentierte sich Hassan Kiko auf seinem Facebook-Account.

Dann sei seine Frau jedoch «gleichgültig und aggressiv» geworden – und vor drei Monaten aus der gemeinsamen Wohnung in Dielsdorf ZH ausgezogen: Als niemand zuhause war, habe sie ihre Sachen gepackt und sei verschwunden. Er habe vermutet, dass ein anderer Mann im Spiel war, nachdem Angela arabischsprachige SMS bekommen habe und anfing, sich mit dem Koran zu beschäftigen.

2011 sagte der spätere Vergewaltiger über Schweizer Badis: «Da hat es zu viele leicht bekleidete Frauen»

Nun ist klar: Häftling Hassan Kiko hat Angela Magdici für sich einnehmen können. Er ist 2010 in die Schweiz gekommen. Genauer gesagt nach Eschlikon TG. Seine Flucht war «eine harte Zeit, ich hatte grosse Angst und wusste nicht, ob ich diese Tortur überlebe», sagte er 2011 der Thurgauer Zeitung. Als der Journalist den gelernten Coiffeur fragt, ob er in die Badi gehe, antwortete Kiko, dass das nicht ginge. «Da hat es zu viele leicht bekleidete Frauen.»

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Pinkes Hemd mit SUI auf der Brust: 2011 spielt Hassan Kiko in der «Thurgauer Zeitung» noch den Saubermann.
screenshot: thurgauer zeitung

Nur ein Jahr später hatte der Mann seine Moralvorstellungen dann über Bord geworfen: In Eschlikon versprach er einer 19-Jährigen, ihr in seinem Zimmer die Haare zu schneiden. Dort bedrohte er die Schweizerin stattdessen und zwang sie zum Oralverkehr. Das Bezirksgericht Münchwilen verurteilte ihn dafür im Juni 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft.

Nur zwei Wochen vor dem Urteil hatte Kiko zudem eine Zürcherin auf ähnliche Weise sexuell genötigt, berichtet die Basler Zeitung. Die Staatsanwältin sprach von einer «unglaublich grossen Unverfrorenheit», ergänzt 20 Minuten. Im November 2014 schlug der Täter dann erneut zu und vergewaltigte eine 16-Jährige in einem Auto in Schlieren ZH. Es dauerte bis März 2015, bis der Syrer gefasst und eingesperrt werden konnte.

(aargauerzeitung.ch/phi)

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