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Die Zuercher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli an einer Medienkonferenz in Zuerich am Mittwoch, 8. Janur 2020.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Natalie Rickli informierte am Freitag die Medien über die aktuelle Lage im Kanton Zürich. Bild: KEYSTONE

Die Jüngeren stecken sich am meisten an – notfalls will Rickli die Clubs wieder schliessen

Im Kanton Zürich steigen die Covid-19-Fälle wieder an, wenn auch nur sehr leicht. Doch es steht ein Wochenende bevor, wo viele Clubs ihre Wiedereröffnung feiern. Geht das in die Hose, erwägt Gesundheitsministerin Natalie Rickli, die Clubs wieder zu schliessen.



Das erste Wochenende seit den letzten Lockerungsmassnahmen steht an. Der Bundesrat hob die Sperrstunde auf, in den Clubs darf wieder bis in die Morgenstunden durchgetanzt werden. Vorerst. An einer Medienkonferenz liess die Zürcher Gesundheitsministerin Natalie Rickli (SVP) durchblicken, dass der Kanton vor Massnahmen nicht zurückschrecke, falls diese zur Eindämmung des Coronavirus notwendig werden. Dazu gehört auch die erneute Schliessung der Clubs, sollten sie sich als Ansteckungsorte erweisen.

Unwahrscheinlich sei dies nicht, sagte die ebenfalls anwesende Kantonsärztin Christiane Meier: «Ein Club ist ein möglicher Herd für Ansteckungen.» Doch aktuell bestehe kein Grund zur Sorge. Die Fallzahlen im Kanton würden zwar leicht ansteigen, jedoch im moderaten Bereich. Am Mittwoch gab es sieben Neuansteckungen, am Vortag waren es 16.

Auffällig sei, dass sich jetzt vor allem jüngere Personen mit dem Virus ansteckten. Im Unterschied zum Beginn der Pandemie, als sich vorwiegend über 60-Jährige infizierten, würden jetzt die Zahlen bei den 30- bis 40-Jährigen ausschlagen, bilanziert der Datenanalyst der Zürcher Gesundheitsdirektion. Für die Behördenvertreter seien dies aber keine schlechten Nachrichten. Denn die Zahlen zeigten, dass sich die älteren, vulnerablen Personen vor dem Virus schützen und sich nun vor allem jene ansteckten, die wieder arbeiten, ihren Freizeitbeschäftigungen nachgingen, sprich, wieder vermehrt unterwegs seien.

Allfällige Infektionsherde, wie ein Club einer sein könnte, will Rickli schnell ausfindig machen. Darum würden die Ansteckungszahlen genauestens beobachtet. Derzeit würden sich die Leute vor allem im Umfeld der Familie, bei der Arbeit oder in der Schule anstecken. «Doch eine Ansammlung von Ansteckungen oder einen Superspreader-Event hatten wir bisher nicht», konstatiert Kantonsärztin Meier.

Momentan sind es weniger die Clubs, die Meier besorgen, denn die näher rückenden Sommerferien. In den letzten Tagen seien mehrere Personen positiv auf Covid-19 getestet worden, die aus Serbien, Pakistan und einem karibischen Land in die Schweiz zurückgekehrt sind. «Wir diskutieren Massnahmen, wie Einschleppungen aus dem Ausland verhindert werden können», sagte Meier.

Sinnvoll findet Meier, dass sehr viel Tests durchgeführt werden. Vergangene Woche seien es 11'000 gewesen – ein Vielfaches der Anzahl Tests, die zu Beginn der Pandemie gemacht wurden. Vor allem Schülerinnen und Schüler würden sich derzeit testen lassen. Dies, weil momentan auch eine Sommergrippe grassiere. Werde ein Kind positiv auf Corona getestet, müsse nur das nächste Umfeld in Quarantäne. Erst wenn sich zwei Kinder derselben Klasse mit dem Virus anstecken, muss die gesamte Klasse in Quarantäne. Dies sei bei einer Schule in Kloten derzeit der Fall.

Wie auch sonst niemand, weiss auch Rickli und ihre Kantonsärztin nicht, ob durch die Öffnung der Clubs, dem Andrang in den Badis oder im öffentlichen Verkehr eine zweite Infektionswelle auf den Kanton zukommt. Derzeit sei die Devise, dass man bei jedem Einzelfall konsequent handeln wolle. Dazu spüren die Contact Tracer den Kontakten der infizierten Personen nach. Auch in die neue SwissCovid App legt die Gesundheitsministerin grosse Hoffnung.

Strengere Regeln wie beispielsweise eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr will Rickli derzeit nicht einführen. «Sollten die Ansteckungszahlen steigen, würden wir das aber prüfen», sagte sie an der Medienkonferenz. Sie findet, dass das in jedem Fall mit den anderen Kantonen koordiniert werden müsse. Schliesslich mache der ÖV an der Kantonsgrenze ja keinen Halt.

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