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Edelweisshemd-Eklat: Aussprache – und ein Sorry der Lehrerin an die Schüler

Eine Gossauer Lehrerin verlangte von dreien ihrer Schüler, ihr Edelweiss-Hemd auszuziehen, weil sie deren Aktion als fremdenfeindlich wertete. Die Folge war eine landesweite Rassismusdiskussion. Heute hat sich die Lehrerin entschuldigt. Und jetzt?

jürg krebs



Ein Artikel der

Patrick Perenzin, Schulleiter in Gossau ZH, hat die Konfliktparteien am Montag zum Gespräch geladen. Die drei Jugendlichen, die von ihrer Lehrerin am Freitag aufgefordert worden waren, ihr Edelweiss-Hemd auszuziehen, mit dem sie zum Unterricht erschienen waren. Und die Lehrerin, die ihnen deshalb fremdenfeindliches Verhalten vorgeworfen hatte.

Das Resultat der Unterredung: Die Lehrerin hat sich für ihre Aussagen vom Freitag entschuldigt und die Schüler haben die Entschuldigung angenommen, hält Schulleiter Perenzin fest. Und weiter: «Sie habe unbedacht und emotional reagiert.»

The Swiss edelweiss shirt by Atelier Jenni, a Swiss product with the label

Das Hemd des Anstosses.
Bild: KEYSTONE

Keine Regeln verletzt

Perenzin hält nochmals fest: «Die Schüler und Schülerinnen haben mit ihrem Auftreten und ihrer Kleidung keinerlei Regeln verletzt.» Die Schüler hätten sich im Nachgang fair und loyal gegenüber der Schule und anderen Schülern, sowie Lehrpersonen verhalten.

Am Gespräch waren beteiligt: das Präsidium des Schülerparlaments, die Schulleitung, das Elternratspräsidium, der Schulsozialarbeiter. Laut Perenzin sei die Aussprache «konstruktiv und in einem guten Klima verlaufen».

Respekt und Toleranz

Die Beteiligten hätten erkannt, dass an der Sekundarschule Gossau Signalen bezüglich Respekt und Toleranz zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Nun werde das Thema im Rahmen von Schülerparlament, Lehrerkonferenz und Elternrat vertieft behandelt.

Zum Konflikt war es am Freitag gekommen. Zehn Sek-Schüler tauchten im Edelweiss-Hemd auf, um ein Zeichen zu setzen, dass sie Stolz auf die Schweiz seien. Zur Aktion hatte sie gemäss der «Sonntag-Zeitung», die den Streit am Wochenende publik gemacht hatte, eine Auseinandersetzung in einem Aufenthaltsraum. Dort sei Schweizer Musik kritisiert worden, offenbar von Schülern «aus dem Balkan».

Sarkasmus auf Social Media

Die Junge SVP Schweiz nutzte die Situation um bereits zur zweiten Edelweiss-Hemd-Aktion in diesem Jahr aufzurufen. Denn bereits im Frühjahr war es an einer Schule in Luzern zu einem ähnlichen Vorfall wie in Gossau gekommen.

Dem Aufruf der Jungen SVP folgte am Montag die Zürcher SVP-Fraktion im Kantonsrat, die sich in Edelweiss-Hemden kleidete, oder Kravatten, Foulards oder Schirmmützen mit Edelweiss-Motiven trugen.

Auf dem Kurznachritendienst Twitter wurde die Geschichte weitergesponnen. Sinn und Unsinn von Schuluniformen wurden diskutiert, aber auch ironische und sarkastische Tweets wurden abgesetzt.

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