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Die Universitaet Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 4. Dezember 2013, in Zuerich. Die Universitaet Zuerich bestaetigte heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Kuendigung von Titularprofessorin Iris Ritzmann. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Bild: KEYSTONE

Interview mit neuem Uni Zürich-Rektor

«Ja, die Uni hat Fehler gemacht und der nächste Patzer wird folgen»

Mit zwei Problemen haderte die Universität Zürich in den vergangenen Monaten: Dem Fall Mörgeli und dem umstrittenen UBS-Sponsoring. Der neue Rektor Michael Hengartner nimmt Stellung.



Der neue Rektor der Universität Zürich, Michael Hengartner, räumt in den Fällen Mörgeli und UBS-Sponsoring Fehler ein. Einen Vertrag wie jenen mit der UBS werde die Uni künftig sofort veröffentlichen, sagte Hengartner in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Und die Entlassung der Titularprofessorin Iris Ritzmann «sei nicht gut gelaufen». Bei einer Universität dieser Grösse werde es aber immer Fehler geben, sagte er. «Ich garantiere Ihnen: Der nächste Patzer wird kommen.» Wichtig sei aber, dass Politik und Öffentlichkeit wüssten, dass die Uni Fehler aufgreife und alles tue, damit sie kein zweites Mal passierten. Die Uni wolle sich verbessern. Die Politik werde nicht mehr lange Geduld haben. Durch die Geheimhaltung des Sponsoring-Vertrages mit der UBS habe sich die Uni einen Bärendienst erwiesen, sagte der 47-Jährige weiter. Es sei klar, dass man solche Verträge künftig sofort veröffentlichen werde. «Sollte ein Geldgeber von uns verlangen, dass der Vertrag nicht öffentlich gemacht wird, werden wir das Geld nicht annehmen.»

Uni weiterhin offen für grosse Zuwendungen

Grundsätzlich will Hengartner grosse Beträge weiterhin annehmen. «Wenn uns morgen die Novartis oder die Roche 100 Millionen Franken für fünf Lehrstühle anbietet und sagt, wir möchten dass ihr damit die Krebsforschung fördert, dann sage ich Ja.» Die Universität sei gegenwärtig daran, ein Reglement für grosse Zuwendungen auszuarbeiten. Was den Fall Mörgeli betrifft, räumt Hengartner ein, dass die Uni die Entscheidungswege verbessern muss. Die Entlassung der Titularprofessorin Iris Ritzmann sei nicht gut gelaufen. Man sei auch zu wenig transparent gewesen. Für eine öffentliche Institution im Jahr 2014 gehe das nicht. «Es ist allerdings unglücklich, dass es eine Krise gebraucht hat, um die Fehler zu bemerken.»

Ritzmann kritisiert Gutachten

Abgeschlossen ist der Fall Ritzmann noch nicht. Die entlassene Medizinhistorikerin kritisiert das Gutachten, das ein externer Berater über die Rechtmässigkeit ihrer Entlassung angefertigt hatte. Auf der Website «Unterstützungsverein für AkademikerInnen in Konflikten mit öffentlichen Arbeitgebern und Behörden» (UVAK) publizierte sie an diesem Wochenende eine 16-seitige Entgegnung auf das Gutachten. Dieses Gutachten sei keine eigentliche Untersuchung ihrer Entlassung, sondern nur eine «nachträgliche Rechtfertigung der Kündigung». Der Gutachter habe sich einzig auf Angaben der Universität gestützt und wissentlich entlastendes Material ausgeklammert, schreibt Ritzmann. Ritzmann soll den Medien interne Dokumente zugespielt haben, die schliesslich zum Abgang von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Leiter des medizinhistorischen Museums führten. Nachdem zahlreiche Professorinnen und Professoren dem ehemaligen Uni-Rektor Andreas Fischer Führungsschwäche vorgeworfen hatten, trat dieser schliesslich 2013 zurück.

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