DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Preisüberwacher Meierhans fordert billigere Billette im ÖV

Die Preise des öffentlichen Verkehrs steigen seit Jahren an. Dabei zahlen Kunden der SBB, BLS und Co. deutlich mehr als sie eigentlich müssten. Preisüberwacher Stefan Meierhans legt seinen Jahresbericht vor.



Preisueberwacher Stefan Meierhans praesentiert anlaesslich der Jahresmedienkonferenz die Schwerpunktthemen am Freitag, 25. Februar 2011 in Bern. Hauptaugenmerk legt er dabei auf die steigenden Gesundheitskosten. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Stefan Meierhans. Bild: KEYSTONE

Für Preisüberwacher Stefan Meierhans sind ab Dezember 2020 im öffentlichen Verkehr allgemeine Tarifsenkungen «nötig und auch möglich». Dies betont er in seinem Jahresbericht 2019, den er am Montag an einer Medienkonferenz in Bern präsentierte.

Die Tarife im gesamten öffentlichen Verkehr (ÖV) seien in der Vergangenheit kontinuierlich gestiegen, hält Meierhans fest, namentlich im Vergleich zum Privatverkehr: Während die Kilometerkosten im motorisierten Individualverkehr zwischen 1990 und 2016 weniger stark als der Landesindex der Konsumentenpreise gestiegen seien, habe im Gegensatz dazu die Preisentwicklung im ÖV weit über der allgemeinen Teuerung gelegen.

Im Regionalverkehr sei der Trend zur zunehmenden Belastung der ÖV-Kunden offensichtlich. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Kostensenkung (Trassenpreise) bei der Produktion von Transportdienstleistungen, «ist deshalb für den Preisüberwacher klar, dass ab Dezember 2020 allgemeine Tarifsenkungen nötig und auch möglich sind», heisst es im Bericht.

Mit der SBB Zugbegleiterin Priska Portmann im ICN von Zuerich nach Genf. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Stark gestiegen: Preise für Zug-Billette. Bild: KEYSTONE

Längere Strecken billiger als kürzere

Immer wieder für Kritik und Unverständnis gesorgt habe in den letzten Jahren das Mit- und Nebeneinander von Streckentarifen im direkten Verkehr und verschiedenen Verbundtarifen, heisst es weiter. Der Preisüberwacher verweise seit Jahren auf die Probleme der verschiedenen Tarifsysteme.

1679 Bürgermeldungen

Die Tarife im öffentlichen Verkehr und in der Telekommunikation sowie die Kosten im Gesundheitswesen bereiten den Konsumentinnen und Konsumenten am meisten Sorgen. Dies ergibt sich aus der Statistik 2019 der beim Preisüberwacher eingegangenen Konsumentenbeschwerden.
Insgesamt bearbeitete die Preisüberwachung im vergangenen Jahr 1679 Bürgermeldungen. Diese betrafen am häufigsten Tarife und Preise aus dem Bereich des Öffentlichen Verkehrs (19 Prozent), gefolgt von der Telekommunikation (13 Prozent) und dem Gesundheitswesen (11 Prozent). Entsprechend lagen hier auch Schwerpunkte der Tätigkeit des Preisüberwachers.
Bei den behördlich festgelegten Preisen und Tarifen sticht das kommunale Versorgungs- und Entsorgungswesen hervor. In diesem Bereich gab es eine neue Rekordzahl von behördlichen Tarifunterbreitungen und Empfehlungen des Preisüberwachers.
Der Preisüberwacher erzielte sieben neue einvernehmliche Lösungen. Von Behördenseite wurden 608 Tarifvorlagen zur Stellungnahme unterbreitet. In 224 Fällen gab er eine Empfehlung ab. Am meisten Empfehlungen (114) gab es zu den Abfall- sowie den Wasser-und Abwassergebühren. (sda)

Bis heute würden zum Beispiel auch Sparbillette innerhalb der Verbünde und Verbundkooperationen nicht angeboten, was dazu führe, dass längere Strecken zum Teil weniger kosteten als kürzere. Aus Sicht des Preisüberwachers sind zuggebundene Rabatte auf Fernverkehrszügen auch innerhalb der Verbünde angebracht.

«Besonders störend»

Für den Gasmarkt befürwortet Meierhans eine Teilöffnung mittels einer schlanken und raschen gesetzlichen Regelung beispielsweise im Rohrleitungsgesetz. Auf die vorgeschlagene umfassende Regulierung in einem Spezialgesetz für die Gasversorgung sollte aber verzichtet werden, rät er. «Besonders störend» im Strommarkt findet der Preisüberwacher kommunale Abgaben, wie Konzessionsgebühren, die in erster Linie fiskalpolitisch begründet seien.

Bei den Elternbeiträgen für Jugendliche und Kinder in Sonderschulheimen, die von Kanton zu Kanton sehr stark variierten, schlägt er vor, die Beiträge auf maximal 16 Franken pro Tag zu senken.

ARCHIVE --- VORSCHAU AUF DEN 20. DEZEMBER 2019: AKW MUEHLEBERG WIRD AUSSER BETRIEB GENOMMEN --- Stromleitungen der Schaltanlage mit dem Abluftkamin und dem runden Reaktorgebaeude des Kernkraftwerks Muehleberg, aufgenommen am 15. Maerz 2007 in Muehleberg, Schweiz. Mit dem Bau wurde 1967 begonnen, und im Jahre 1972 konnte das Werk dem kommerziellen Betrieb uebergeben werden. Das KKW Muehleberg ist die groesste Stromfabrik der Bernischen Kraftwerke (BWK) und in der Region Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Power lines of the substation of the nuclear power plant of Muehleberg with its vent stack and its reactor, captured in Muehleberg, Switzerland, on March 15, 2007. Construction started in 1967, and the power plant was ready for commercial use in 1972. The KKW Muehleberg is the leading supplier of electricity of the Bernese Power Plants Energy Inc. (BKW) and in the region of Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Strompreise im Visier des Preisüberwachers. Bild: KEYSTONE

Grosse Tarifunterschiede hat der Preisüberwacher auch bei den Kosten für Heimplatzierungen und sozialpädagogische Familienbegleitungen festgestellt. Das Angebot und dessen Kosten seien überdies intransparent. Es bestehe Handlungsbedarf innerhalb der Kantone und in deren Zusammenarbeit.

«Weiterhin eng und kritisch begleiten» will Stefan Meierhans die Revisionsvorhaben zur Kostendämpfung bei der Krankenversicherung. Und bei den Hörgeräten, die in der Schweiz mehr kosten als in anderen europäischen Ländern, könnte in seinen Augen eine zentrale öffentliche Beschaffung und Abgabe in regionalen Zentren dazu beitragen, die Preise zu drücken. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

SBB will in Zukunft mehr Luxuswohnungen bauen

1 / 8
SBB will in Zukunft mehr Luxuswohnungen bauen
quelle: sbb / handout
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Stop Bashing SBB

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ein Tunnel durch den Hönggerberg – so könnte Zürichs Tram-Problem gelöst werden

Das Tramnetzwerk in Zürich besitzt einige Schwachstellen. Diese sollen nun im Rahmen eines Ausbaus behoben werden. Im Gespräch ist ein Ringsystem mit einem Tunnel durch den Hönggerberg.

Das Tramsystem in Zürich funktioniert zwar gut, stösst aber in der Innenstadt immer häufiger an seine Grenzen. Dafür verantwortlich ist die sternenförmige Anordnung der Tramlinien. Denn damit kommen sich die Trams vor allem am Hauptbahnhof und am Bellevue immer wieder in die Quere. Nun überlegen sich die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), wie das Tramnetz optimiert werden könnte, berichtet die «NZZ».

In der Vergangenheit wurde auch schon über eine Zürcher U-Bahn diskutiert. Die Vorlage dazu stiess …

Artikel lesen
Link zum Artikel