Schweiz
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Mehr Sozialhilfe, Bentley und Ferrari dank Corona – das schreiben die Sonntagszeitungen



Die Bedenken der Wissenschaft wegen der Corona-Lockerungen, die Löcher in der Rechnung des öffentlichen Verkehrs und die steigende Zahl der Sozialhilfe-Empfänger: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

Corona schwächt ÖV

Die Corona-Pandemie trifft den öffentlichen Verkehr hart. Zehntausende Generalabonnements und Halbtax-Abos seien weniger gekauft worden. Die Einnahmen aus dem Tourismus fehlten und die Ticketverkäufe seien eingebrochen, zitieren die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» die Branchenorganisation Alliance Swisspass. Aufgerechnet auf den Gesamtumsatz des vergangenen Jahres von 6 Milliarden Franken dürften Ende Jahr zwischen 1.5 und 1.8 Milliarden Franken in der Kasse fehlen. Und das bei praktisch gleichen Kosten.

Ein Tram mit einer Maske an der Vorderseite, aufgenommen am Montag, 11. Mai 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Mehr Menschen beziehen Sozialhilfe

Trotz Hilfe zur Bewältigung der Corona-Pandemie sind zwischen Ende Februar und Ende Mai total 8300 Personen in die Sozialhilfe abgerutscht. Das ist ein Anstieg von rund 3 Prozent, wie aus dem Monatsmonitoring der Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe hervorgeht. Das berichtet die «NZZ am Sonntag». Betroffen sind vor allem Selbständigerwerbende und Arbeitnehmer in Kurzarbeit, die wenig oder gar kein Einkommen und Vermögen haben. Mittlerweile beziehen in der Schweiz rund 280'000 Personen Sozialhilfe. Die Aussichten für die nächsten zwei Jahre sind düster.

Sozialhilfe

bild: shutterstock

Bentley dank Schutzmasken

Die Unternehmer der Schweizer Emix Trading haben sich im Geschäft mit Schutzmasken eine goldene Nase verdient. Als eine der ersten Firmen in Europa war die Emix in das Geschäft eingestiegen. Sie verkauften Masken an Behörden in der Schweiz, Deutschland und anderen europäischen Ländern und verdienten mehrere Millionen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Vom Geld hätten sich die Unternehmer neue Luxus-Autos gekauft, so einen Bentley zum Preis von 250'000 Franken pro Stück respektive einen Ferrari F150 mit über 900 PS. Der Ferrari kostete allein über 2.5 Millionen Franken.

Bild

Obs der war: Bentley Mulsanne. bild: shutterstock

Corona-Tests nur noch unter der Woche

Wer Symptome des Coronavirus verspürt und einen Arzt aufsuchen will, muss sich über das Wochenende gedulden. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, testen einzelne Regionalspitäler nur noch montags bis freitags zwischen 13 und 17 Uhr routinemässig auf Covid-19. Und etwa ein Drittel der Laboratorien in der Schweiz ist über das Wochenende geschlossen. Und doch wird enorm viel getestet. Philippe Luchsinger, Präsident des Hausarztverbandes, sieht den Grund im kühlen Wetter der letzten Wochen. Es seien mehr Personen als üblich mit Erkältungssymptomen zum Arzt gegangen.

epa08437710 A health worker displays a vial containing a swab sample while conducting COVID-19 tests at the Istanbul Sisli Hamidiye Etfal Training and Research Hospital, in Istanbul, Turkey, 20 May 2020 (issued 22 May 2020). President Erdogan announced a curfew in 81 Turkish cities, including Istanbul, from 23 to 26 May 2020 to curb the spread of the coronavirus disease (COVID-19) pandemic. The lockdown coincides with the festival of Eid al-Fitr, which marks the end of the Muslim fasting month of Ramadan.  EPA/SEDAT SUNA

Bild: EPA

SBB-Sorgenkind FV Dosto soll kommen

Nach technischen Problemen und Lieferverzögerungen ist beim Doppelstöcker FV Dosto der SBB Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die SBB haben entschieden, den neuen Zug auf der Ost-/West-Hauptstrecke IC1 St. Gallen - Genf schrittweise einzusetzen, bestätigte SBB-Mediensprecherin Sabine Baumgartner der «NZZ am Sonntag». Grund für den Entscheid: Seit Februar 2020 konnte die von den SBB geforderte Mindestzuverlässigkeit jeden Monat erreicht oder sogar übertroffen werden. Optimierungen lassen sich noch beim Fahrkomfort und bei den Türen erzielen.

Eine Innenansicht des neuen Fernverkehrszug der SBB

Bild: KEYSTONE

Deutschschweizer Häufung in der Politik

Zahlreiche Parteien haben neue Präsidenten gewählt. Dabei fällt auf, dass die Spitzenämter aller Parteien mit Ausnahme von SP-Fraktionschef Roger Nordmann sämtlich mit Personen aus der Deutschschweiz besetzt sind, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Bei Parteien, die gerade ihre Spitze neu besetzen, sticht ins Auge, dass viele Zürcher und Aargauer in der Pole-Position sind. SP-Nationalrat Mathias Reynard, ein Romand, der sich aus dem Rennen um das SP-Parteipräsidium zurückgezogen hat, hofft, dass die Parteien bei künftigen Neubesetzungen von Spitzenposten Vertreter der lateinischen Schweiz berücksichtigen.

Balthasar Glaettli, neuer Praesident der Gruenen Partei Schweiz freut sich nach seiner Wahl an einer Online-DV, am Samstag, 20. Juni 2020, in Bern. Glaettli tritt die Nachfolge von Regula Rytz an.(KEYSTONE/Peter Schneider)

Auch aus der Deutschschweiz: Balthasar Glättli, der neue Präsident der Grünen. Bild: keystone

Rassistische Berner Beamte

Mehrere Beamte der Berner Kantonspolizei haben laut der «Sonntagszeitung» auf Facebook rassistische Inhalte geteilt oder gaben sich als Sympathisanten der rechtsextremen Partei national orientierter Schweizer (PNOS) zu erkennen. Laut «Sonntagszeitung» teilte ein Kantonspolizist ein Bild von einem schwarzen Samichlaus und stellte dazu den Satz: «Dieses Jahr gibt es keine weissen Weihnachten». Die Kantonspolizei hat bereits ein personalrechtliches Verfahren eingeleitet.

Macron lädt die Schweiz ein

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Schweiz eingeladen, an der Zeremonie vom 14. Juli zur Feier des französischen Nationalfeiertags teilzunehmen. Laut «Le Matin Dimanche» dankt Frankreich mit dieser Geste der Schweiz, die auf dem Höhepunkt der Coronakrise 49 französische Covid-19-Patienten in ihren Spitälern aufgenommen hat. Deutschland, Österreich und Luxemburg haben ebenfalls eine Einladung erhalten. Die Zeremonie findet in diesem Jahr nicht wie üblich auf dem Champs-Élysées statt, sondern auf der Place de la Concorde. Es werden 2500 Gäste erwartet.

epa08494298 French President Emmanuel Macron reacts after watching The Red Arrows and La Patrouille de France perform a flypast, at Horse Guards Parade in London, Britain, 18 June 2020. French President Macron is in London to mark the 80th anniversary of former French president Charles de Gaulle's appeal to French people to resist the Nazi occupation during World War II.  EPA/HANNAH MCKAY / POOL  MAXPPP OUT

Bild: keystone

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bosshard Matthias 23.06.2020 07:40
    Highlight Highlight Schön haben Sie Autos gekauft das kurbelt wenigstens die Wirtschaft an. Schon Interessant wie sich die Medien darum reissen dabei macht mancher importeur weit mehr Gewinn dank Monopolen und was macht der Staat dagegen, nichts im gegenteil hat Arbeitsgruppe gegründet gegen EK Turismus.
  • T13 21.06.2020 18:25
    Highlight Highlight Wer Geld und Beziehungen hat wird niemals arm werden.
  • John Henry Eden 21.06.2020 13:51
    Highlight Highlight Um mit Masken hunderte von Millionen zu verdienen, mussten schon dutzende vorhanden sein, um Masken einzukaufen.

    Reiche, die noch reicher werden. Oder zumindest einen schwerreichen Mentor haben. Das ist sehr normal und nicht allzu spektakulär.
  • Coffeetime ☕ 21.06.2020 11:33
    Highlight Highlight Seit wann sollen Unternehmer in der Schweiz keinen Profit machen dürfen?

    Mit dem Profit sich Luxusautos kaufen sieht zwar zugegebenermassen oberflächlich aus , aber jänu. Die müssen es wissen... und auch die Folgekosten tragen.

    Hätten die zuständigen Stellen härter verhandeln können, um den Preis noch weiter runterzudrücken, weiss ich nicht. War nicht dabei. 🤷🏻‍♀️
  • Pisti 21.06.2020 10:01
    Highlight Highlight Ferrari F150 schönes Auto, dass gönne ich diesen erfolgreichen Unternehmern.
  • cal1ban 21.06.2020 09:55
  • Bündn0r 21.06.2020 08:41
    Highlight Highlight Der Ferrari heisst LaFerrari, F150 war eine temporäre Bezeichnung für das Projekt.

    Ohne weitere Informationen klingt der Abschnitt vor allem nach Neid.

Facebook sperrt Petition gegen Homo-Ehe – zum Ärger der EDU

Eine Petition, die sich gegen die «Ehe für alle» in der Schweiz ausspricht, wurde von Facebook gesperrt. Die Petition verstosse gegen die Gemeinschaftsstandards der Plattform, so die Begründung. Das stösst der EDU sauer auf.

Vergangenen Freitagabend sperrt Facebook einen Unterschriften-Aufruf der Schweizer Petition «Samenspende und Kinder-Adoption für Homosexuelle verhindern – Nein zur Homo-Pseudo-Ehe!». Der Grund: Der Beitrag habe gegen die Gemeinschaftsstandards zu Hassrede verstossen.

Das stösst einer Partei besonders schwer auf: Die EDU, bekannt für christliche und national-konservative Werte, sei zutiefst beunruhigt über diese «gesellschaftliche Entwicklung», schreibt die Partei in einer Mitteilung.

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