Schweiz
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Kritik an Quarantäne, Mehrheit gegen Blochers Rente – das schreibt die Sonntagspresse

Die hohe Zahl der Impfmuffel in der Schweiz, der Ruf der Wirtschaft nach einer Lockerung der Quarantäne-Vorschriften und die zunehmende Kritik am vorliegenden Text zum EU-Rahmenabkommen: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.



Themen rund um das Coronavirus

Tiefe Bereitschaft, sich gegen Corona zu impfen

Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist in der Schweiz klein. Das hat eine repräsentative Umfrage von Tamedia ergeben, die die «SonntagsZeitung» heute veröffentlicht hat. Demnach würden sich nur gerade 54 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer gegen das Virus impfen lassen.

FILE - In this July 30, 2020 file photo, Kai Hu, a research associate transfers medium to cells, in the laboratory at Imperial College in London. Imperial College is working on the development of a COVID-19 vaccine. South Africa and India on Friday Oct. 2, 2020, asked the World Trade Organization to waive some provisions in the international agreements that regulate intellectual property rights, to speed up efforts to prevent, treat and contain the COVID-19 pandemic and make sure developing countries are not left behind. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth, File)

Nur 54 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer würden sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Bild: keystone

Das sei zu wenig, um eine Herdenimmunität entstehen zu lassen und die Epidemie zu stoppen. Manuel Battegay, Mitglied der Covid-Task-Force des Bundes und Chefarzt der Klinik Infektiologie und Spitalhygiene am Unispital Basel, fordert daher eine Aufklärungskampagne. Durch transparente Information lasse sich die Impfbereitschaft erhöhen.

Forderung nach Quarantäne-Lockerung

Die grossen Schweizer Wirtschaftsverbände fordern eine Lockerung der Quarantäne-Vorschriften des Bundes. Die zehntägige Quarantäne solle entweder verkürzt oder gleich ganz abgeschafft werden. Eine Verkürzung sein aus gesundheitlicher Sicht vertretbar, zitiert die «NZZ am Sonntag» Daniella Lützelschwab vom Schweizerischen Arbeitgeberverband.

Ein Plakat weist auf die Obligatorische Quarantaene bei der Einreise aus bestimmten Laendern, bei der Ankunft am Flughafen Zuerich, aufgenommen am Mittwoch, 5. August 2020. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: keystone

Die Zeit dränge. Ins gleiche Horn bläst der Gewerbeverband. Die häufige Abwesenheit von Mitarbeitenden sei für kleine und mittlere Unternehmen eine zusätzliche Belastung, die in der Krise kaum tragbar sei. Auch Economiesuisse weist auf die hohen volkswirtschaftlichen Kosten hin, die eine Quarantäne verursache.

Banken verlangen Sicherheit für Covid-19-Kredite

Der Bund gewährt im Rahmen seines Hilfsprogramms der Schweizer Wirtschaft Covid-19-Kredite mit Bürgschaften. Die Kredite von 0,5 bis 20 Millionen Franken werden zu 85 Prozent vom Bund verbürgt. Für die restlichen 15 Prozent stehen die Banken im Risiko.

Nun berichten laut «SonntagsZeitung» Kunden, dass die Banken für ihren Anteil umfangreiche Sicherheiten verlangen, um im Konkursfall keine Verluste zu erleiden. Die Firmenbesitzer, die für ihr Geschäft dringend Geld benötigen, müssen frisches Eigenkapital einschiessen oder Privatdarlehen zur Verfügung stellen. Bei einem Konkurs erhält nicht der Darlehnsgeber das Geld zurück, sondern die Bank. Die Banken seien abgesichert, der Steuerzahler jedoch nicht.

Kurzarbeit wurde laut HSG-Ökonom übertrieben

Der auf Aussenhandel spezialisierte HSG-Ökonom Reto Föllmi warnt vor zu viel Staatshilfe. So sei die im Zuge der Coronakrise gewährte Verlängerung der Kurzarbeit auf 18 Monate übertrieben, sagte Föllmi in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Bild: KEYSTONE

Kurzarbeit lasse Arbeitnehmer in Branchen verharren, die vor einem Strukturwandel stünden. Statt an ihren Jobs festzuhalten, sollten sich Angestellte von Reisebüros, Gastronomie oder der Event-Branche nach Alternativen umschauen. Die Schweiz sollte bei der weiteren Bewältigung der Wirtschaftskrise Augenmass bewahren. Werde die staatliche Hilfe zu einer Art Vollkaskoversicherung ausgebaut, würden private Initiativen eliminiert.

Sonstige Themen

Druck der EU sollte nicht überbewertet werden

Nach Ablehnung der SVP-Begrenzungsinitiative durch das Schweizer Volk ist das Rahmenabkommen mit der EU in den Fokus gerückt. Vor allem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht Druck. Dieser Druck sollte nicht überbewertet werden, wie Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» sagte.

Alt-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv, vom ueberparteilichen Ja-Komitee aeussert sich an einer Medienkonferenz zum steuerlichen Abzug von Kinderdrittbetreuungskosten, am Mittwoch, 12. August 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Hans-Ulrich Bigler. Bild: keystone

Der Verband halte ein Rahmenabkommen nach wie vor für nötig. Der vorliegende Text sei jedoch nicht mehrheitsfähig. Laut «SonntagsZeitung» gibt es in der Bundesverwaltung eine Idee zur Rettung des Abkommens: Der Lohnschutz und Fragen rund um die Sozialversicherungen sollten vor der Übernahme europäischen Rechts geschützt werden.

Levrat stellt zweiten SVP-Sitz im Bundesrat in Frage

Der scheidende SP-Parteipräsident Christian Levrat zeichnet in der «NZZ am Sonntag» ein anderes Bild der politischen Lage als noch bei seiner Wahl im Frühjahr 2008. Anders als in den 90er Jahren könne die SVP die FDP nicht mehr vor sich hertreiben. Vor der SVP müsse man keine Angst mehr haben.

Christian Levrat, SP-FR, spricht waehrend einer Debatte im Staenderat, waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 23. September 2020, im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Christian Levrat. Bild: keystone

Mit Blick auf den zweiten SVP-Sitz im Bundesrat fragt sich Levrat, ob die SVP noch regierungsfähig sei. Die SVP akzeptiere die Gewaltenteilung nicht und empfehle ihren eigenen Bundesrichter zur Abwahl. Auf sein Präsidium zurückblickend sagte Levrat selbstkritisch, er hätte stärker den Kontakt zu den sozialen Bewegungen, namentlich der Klimajugend, suchen sollen. Ein Scheitern des Rahmenabkommens mit der EU sei kein Drama.

Cyber-Attacken auf Schweizer Hochschulen

Cyber-Kriminelle haben erfolgreich Schweizer Hochschulen attackiert. Es gelang ihnen, Lohnüberweisungen abzuzweigen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Hacker

bild: shutterstock

Die Täter hätten Zugangsdaten verwendet, in deren Besitz sie durch Phishing gelangt seien. Sie seien damit ins System der Hochschulen eingedrungen und hätten die Empfängerkonti für Lohnzahlungen geändert.

Laut der Basler Staatsanwaltschaft erbeuteten sie einen sechsstelligen Betrag. Betroffen seien mindestens drei Schweizer Hochschulen, darunter die Universität Basel. Die Täterschaft konnte bisher nicht ermittelt werden. Der Verband Swissuniversities verschickte eine Warnmail.

Fleisch durch vegane Optionen zu ersetzen reicht nicht

Das Geschäft mit veganen Produkten boomt in der Schweiz. Die Nahrungsmittelindustrie steckt entsprechend in einem gewaltigen Umbruch. Investoren pumpen Milliarden in pflanzliche Esswaren und Laborfleisch.

FILE - In this June 26, 2019, file photo, a package of meatless burgers by Beyond Meat are seen in Orlando, Fla. More people are throwing plant-based burgers on the grill this summer. Beyond Meat, which makes pea protein-based burgers and sausages, says its second-quarter revenue in 2020 jumped 69% to $113 million as more households tried its products. That far outpaced Wall Street’s forecast of $99 million. (AP Photo/John Raoux, File)

Bild: keystone

Laut einer Studie, über die die «NZZ am Sonntag» berichtet, dürfte als Folge des Klimawandels in 20 Jahren nicht einmal mehr halb so viel Fleisch gegessen werden wie heute. Doch es reiche nicht, Fleisch durch vegane Alternativen zu ersetzen. Nur wenn auch der Milchkonsum zurückgehe, verringere sich der CO2-Ausstoss der Tierhaltung, sagte Ian Roberts, Cheftechnologe im Bühler-Konzern. Vegan zu essen werde gerade ein Mainstream.

Grosse Mehrheit gegen Auszahlung von Blochers Rente

Drei Viertel (74 Prozent) der Schweizerinnen und Schweizer sind dagegen, dass alt-Bundesrat Christoph Blocher seine Rente rückwirkend ausbezahlt wird. Laut einer Umfrage von Tamedia, die die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» veröffentlichte, sind selbst innerhalb der SVP nur 44 Prozent für die Rentenauszahlung an Blocher; 49 Prozent sind dagegen.

ZUR MELDUNG DES „SONNTAGSBLICK“, WONACH CHRISTOPH BLOCHER SEIN AMT ALS VIZEPRAESIDENT DER SVP ABGEBEN WERDE, STELLEN WIR IHNEN AM SONNTAG, 10. JANUAR 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Christoph Blocher, alt Bundesrat, praesentiert die Meisterwerke seiner Kunstsammlung anlaesslich einer Pressekonferenz zur Ausstellung

Christoph Blocher. Bild: KEYSTONE

Noch ausgeprägter ist die Ablehnung bei den anderen Parteien. Die Grünliberalen lehnen die nachträgliche Zahlung einer Rente an Blocher mit 87 Prozent wuchtig ab, gefolgt von der SP mit ebenfalls (87 Prozent), den Grünen (85 Prozent), der CVP (79 Prozent) und der FDP (77 Prozent). Gemessen am Alter sind die über 65-jährigen befragten Personen skeptischer als die junge Generation. (sda)

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