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Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, legen Sie morgen ein Wort für die Buben ein ... »

Kinder- und Jugendpsychiater konstatieren eine Zunahme von Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Besonders Jungen leiden unter den Corona-Einschränkungen. Da diese noch lange andauern werden, braucht es Lockerungen für die Jungen.



Liebe Frau Amherd

Morgen ist ja wieder Bundesrats-Sitzung und die generelle epidemiologische Lage ist unbefriedigender denn je. Sie werden also zusammen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens verkünden müssen.

Sie werden auch wieder ein voraussichtliches Enddatum der neuen Verordnung angeben. Aber wir beide wissen, dass weder der 22. Januar noch der 23. Februar noch der 24. März der Tag ist, an dem wir grosse Lockerungsschritte machen.

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Nach diesen unabgesagten Weihnachten bei entsprechender Verbreitungslage des Virus geht es bis im April nur noch um Schadensbegrenzung und wir Erwachsenen müssen irgendwie damit umgehen. Es waren unsere Verbände, Lobbys und Regierungen, die das Land in diese Ausgangslage manövriert haben.

Die Kinder und die Jugendlichen hingegen haben keine Verbände, keine Lobby und tragen keine Verantwortung für den jetzigen Zustand. Sie leiden am schuldlosesten unter der Corona-Krise. Aber sie leiden.

Die Kinder- und Jugendpsychiater stellen nicht nur vermehrten Zulauf fest, sie konstatieren auch zunehmende Intensität von Verhaltensstörungen. Bei den Jugendlichen dominieren Angststörungen, bei den Kindern aggressive Verhaltensauffälligkeiten. Besonders bei den Buben, die unter Bewegungsmangel und Action-Manko leiden. Die Flagellanten der Corona-Seuche, sie leiden und geisseln sich still.

Die Schullager, die Familienfeste, die Hallen-Trainings, die Radrennen, die Herbstmesse- und Knabenschiessen-Chilbis, die Verkehrshaus- und Zoobesuche, das Alpamare und ab morgen wohl auch die Skiferien – all die Highlights und Vergnügen eines kurzen, aber sehr intensiv erlebten Lebensabschnitts sind ausgesetzt.

Was bleibt, sind der Unterricht, die Prüfungen, der Leistungsdruck. Eventuell sind auch die Eltern noch gestresster als sonst. Und wenn man dann in der Pause auf dem Schulhof zur Abreaktion klandestin eine Schneeballschlacht anzettelt? Dann bricht die Aufsicht die ab. Weil die Klassenverbände sich im Trubel mischen könnten ...

Wie betrogen müssen sich unsere Kinder vorkommen, wenn wir ihnen sagen, dass ihre «Work-Life-Balance» die nächsten Monate so schief hängen wird?

Sie als Sportministerin sind mit der meisten Autorität ausgestattet, was für unsere Kinder, insbesondere die Buben, zu tun.

Tun Sie bitte alles dafür, dass die Trainings mit bis 16-Jährigen erlaubt bleiben. Auch in den Hallen, auch ohne Maske. Ermutigen Sie die Verantwortlichen, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten, der vielerorts aufgrund von Unsicherheiten oder Zusatzaufwand eingestellt worden ist. Und wirken Sie darauf hin, dass Kinder und Jugendliche wieder an Wettkämpfen teilnehmen können.

Der Nachwuchs, Ihr Schweizer Sport-Nachwuchs, trainiert nicht gerne ins Blaue hinaus.

Viel Erfolg!

Hochachtungsvoll

Ihr Maurice Thiriet

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Die angepasste Covid-19-Verordnung vom 11. Dezember

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