DE | FR
Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mehlwürmer und Co. – Allergie-Experten warnen vor Krabbelfood

Bild: shutterstock

Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken sind in der Schweiz seit dem 1. Mai als Lebensmittel zugelassen. Nun warnen Allergologen vor möglichen Risiken.



Ob als Snack oder verarbeitet im Mittagessen, Insekten gelten als DAS Nahrungsmittel der Zukunft. Seit Mai sind drei Arten der Krabbeltiere in der Schweiz als Lebensmittel zugelassen: Mehlwürme, Grillen und Wanderheuschrecken. Doch ganz so entzückt über die der Tierchen auf dem Teller sind nicht alle: Das «aha! Allergiezentrum Schweiz» warnt nun vor allergischen Reaktionen.

Sereina de Zordo, Expertin des Zentrums, sagt: «Insekten, die neu als Lebensmittel zugelassen sind, enthalten ähnliche Proteine wie Weich- oder Krustentiere. Deshalb kann es auch bei deren Verzehr zu allergischen Reaktionen kommen.»

In der Bevölkerung zu wenig bekannt

Das Problem sei, dass dies viele nicht wüssten. De Zordo: «Wir stellen fest, dass der Zusammenhang von Lebensmittelallergien und Insektenkonsum in der breiten Bevölkerung wenig bekannt ist.»

Der Detailhändler Coop hat vor, Insektenprodukte baldmöglichst in sein Sortiment aufzunehmen. Sprecherin Andrea Bergmann gibt sich beschwichtigend: «Die Verpackungen unserer Insektenprodukte werden ausdrücklich auf eine mögliche allergische Reaktion hinweisen.» Diese Allergiker-Info werde den in der Schweiz geltenden Bestimmungen entsprechen.

Krabbelküche: Insekten-Gerichte, die man uns schmackhaft machen will

Einen genauen Blick auf die Verpackung werden besonders Personen werfen müssen, die eigentlich allergisch auf etwa Muscheln oder Crevetten sind. Denn gemäss Expertin de Zordo reagiert deren Immunsystem nicht nur auf die Proteine in Krebs- oder Weichtieren, sondern auch auf auf jene, die in Insekten enthalten sind.

Rasches Handeln bei Symptomen nötig

Typische Symptome einer Reaktion seien Kribbeln im Gaumen, Brennen und Jucken im Mundbereich und an den Lippen oder gar eine Schwellung im Gesicht. Ob auch schwere allergische Reaktionen auftreten könnten, sei zur Zeit noch unklar, da für die Schweiz noch zu wenig Erfahrungswerte vorhanden seien.

Personen, die nicht von einer Nahrungsallergie betroffen sind, müssten vor dem Verzehr von Insekten keine besonderen Vorsichtsmassnahmen treffen, so de Zordo. «Wer von Allergien betroffen ist, sollte jedoch aufmerksam sein: Bei Symptomen sind rasches Handeln und eine anschliessende ärztliche Abklärung wichtig.»

Import zurzeit unmöglich

Gefahr für die Allergiker besteht aber jetzt noch nicht. Trotz gesetzlicher Erlaubnis werden in der Schweiz derzeit noch keine Heuschrecken als Lebensmittel verkauft.

Anbieter von Insektenfood wie Essento Food AG, Entomos AG oder der Grossverteiler Coop sitzen auf dem Trockenen. Sie alle hatten geplant, den Grossteil der Esswaren aus dem Ausland zu importieren. Dieses Vorhaben gestaltet sich nun schwieriger als erwartet. Der Import der Insekten ist aufgrund von Vorgaben innländischer wie ausländischer Behörden derzeit nicht möglich, die Eigenproduktion ist noch nicht angelaufen.

Das könnte dich auch interessieren:

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Dieser Februar war trotz Eistagen zu warm

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Priester im Wallis wegen Kinderpornografie verurteilt

Ein kongolesischer Priester ist von der Walliser Justiz wegen Besitzes und Teilens eines kinderpornografischen Videos verurteilt worden. Zur Zeit des Vorfalls absolvierte der Mann in der Abtei von Saint-Maurice ein Praktikum.

In einer am Dienstagmorgen veröffentlichten Erklärung zeigte sich das Kloster «bestürzt» und «schockiert» über den Fall. Der kongolesische Priester hatte das Video per WhatsApp erhalten.

Das Kloster bedauert, dass es der Gottesmann «nicht für wichtig hielt, uns …

Artikel lesen
Link zum Artikel