Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
30.07.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Frau legt am Bahnsteig 7 im Frankfurter Hauptbahnhof Blumen nieder. Ein achtjähriger Junge ist im Frankfurter Hauptbahnhof von einem Mann vor den einfahrenden ICE gestoßen und getötet worden. (KEYSTONE/DPA/Frank Rumpenhorst)

Am Montag hat ein 40-jähriger Eritreer aus Zürich mutmasslich einen 8-jährigen Jungen vor einen Zug geschubst. Bild: dpa

Nach Frankfurt-Tat: Zürcher SVP bezeichnet Eritreer als «nichtintegrierbare Gewalttäter»

Nach dem mutmasslichen Mord in Frankfurt verschickte die Zürcher SVP eine Medienmitteilung, in der sie Eritreer als «nichtintegrierbare Gewalttäter» bezeichnet. Die Kritik darauf folgt prompt.



Eineinhalb Tage nach dem Drama in Frankfurt, bei dem ein 40-jähriger Mann aus Eritrea mutmasslich mehrere Personen vor einen Zug stiess und dabei einen 8-jährigen Jungen tötete, meldet sich die Zürcher SVP mit einer Medienmitteilung zum Fall.

Die Partei kritisiert in ihrem Schreiben die lasche Asylpolitik gegenüber Eritreern. «Diese abscheuliche Tat zeigt einmal mehr auf, dass es sich bei solchen Personen um nichtintegrierbare Gewalttäter handelt, die in der Schweiz nichts verloren haben», heisst es in der Mitteilung.

Man stelle fest, heisst es weiter, dass ein solcher Mord jederzeit auch in der Schweiz passiere kann. Deshalb fordert die Zürcher SVP, dass «endlich eine restriktivere Asyl- und Ausschaffungspolitik» umgesetzt werde.

Die Aussagen der Zürcher SVP blieben in den sozialen Medien nicht unbemerkt. «Irgendwie schäbig, wenn man auf dem Rücken einer solchen Tat Politik betreibt», kritisiert ein Twitter-User die Meldung der SVP.

«Geht ja mal gar nicht», kritisiert ein weiterer User. Auch Philipp Loser, Redaktor des «Tages-Anzeigers» schreibt: «Wie die SVP den Mordfall in Frankfurt politische ausschlachtet, ist ziemlich daneben. [...] Fast schon unverhohlen die Freude, dass es sich beim Täter um einen Eritreer handelt.»

«Wie die SVP den Mordfall in Frankfurt politisch ausschlachtet, ist ziemlich daneben.»

Philipp Loser, Tages-Anzeiger

(ohe)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

SVP-Abstimmungsplakate

Camille Lothe über Beer Pong, Raclette und Andreas Glarner

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Jakob Fischbacher*. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus Syrien …

Artikel lesen
Link zum Artikel