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Schweiz
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ARCHIV --- SVP Nationalrat Christoph Moergeli informiert die Medien ueber seine Kandidatur als Rektor der Universitaet Zuerich am Freitag, 16. November 2012 in Zuerich. - Die Entlassung von Christoph Moergeli an der Universitaet Zürich war offenbar unrechtmaessig. Das geht aus einem unveroeffentlichten Bericht der Rekurskommission der Zuercher Hochschulen hervor, wie die Sonntagszeitung am 3. Mai 2015 schreibt. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Christoph Mörgeli hat seine volle Online-Präsenz wieder.
Bild: KEYSTONE

Wurde Mörgelis Facebook-Profil von Schweden aus zu Fall gebracht?

Die Facebook-Präsenz des SVP-Nationalrats Christoph Mörgeli verschwand mehrere Stunden von der Bildfläche. Eine Aktion eines Schweizers in Schweden könnte damit zu tun haben.



Warum Christoph Mörgelis Facebook-Profil gesperrt wurde, darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: Nach wenigen Stunden hat das soziale Netzwerk das Benutzerkonto des SVP-Nationalrats wieder aktiviert und sich entschuldigt.

An der Sperrung könnte ein Schweizer in Schweden mit seiner Aktion massgeblich beteiligt sein. Silas Bieri hat das umstrittene «Fachkräfte»-Bild, das Mörgeli veröffentlicht hat, nicht nur mit einer ausführlichen Begründung gemeldet, er hat seinen Freundeskreis in seiner Wahlheimat auch dazu aufgefordert, es ihm gleichzutun – auf Englisch.

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«Nach meiner Aufforderung haben bestimmt 15 Personen aus meinem Umfeld Mörgelis Post gemeldet», sagt Bieri auf Anfrage. Darunter mehrere Leute aus Schweden und Deutschland. «Ich kann mir gut vorstellen, dass Facebook reagiert hat, weil die Meldungen nicht nur aus der Schweiz, sondern aus mehreren Ländern gekommen sind.»

Ausserdem hat der 33-jährige Bieler den Post drei Mal gemeldet. «Zwei Mal wurde meine Anfrage abgelehnt. Beim dritten Mal fragte mich Facebook nach einer ausführlichen Begründung.» Und diese lieferte Bieri auch. Der Bieler führte auf, warum er das Bild menschenverachtend und hetzerisch finde, beschrieb eigene Erfahrungen als Zivildienstleistender in Asylzentren, verlinkte zu Wikipedia und mehreren Medienberichten.

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Der watson-User meldete das Bild gleich mehrmals.
Screenshot: Silas Bieri

Dass, wie ein Augenschein auf Twitter und Facebook zeigt, auch viele User aus der Schweiz den Post gemeldet haben, muss das soziale Netzwerk am Dienstagabend zum Handeln bewegt haben: Mörgelis Profil war nicht mehr auffindbar, die Leute, die den Post gemeldet haben, wurden auf die Sperrung aufmerksam gemacht.

Tags darauf gegen Mittag wurde das Profil reaktiviert, mitsamt dem umstrittenen Bild und einer Erklärung Mörgelis: «Ich danke Facebook für die Verteidigung der Meinungsfreiheit und für die ausdrückliche Entschuldigung für die erlittenen Unannehmlichkeiten», schrieb der Nationalrat. Die Entschuldigung deutet darauf hin, dass Facebook die Sperre als Fehler angesehen hat. 

Das soziale Netzwerk bleibt, was die Abläufe hinter solchen Sperrungen angeht, immer sehr vage. Im Fall Mörgeli ging es um «unangebrachte Inhalte» auf der Timeline. «Wir haben das Profil entfernt, weil es gegen die Facebook Community Standards verstösst.» Grundsätzlich ist es so, dass Facebook sperren kann, wen es will, und dabei niemandem Rechenschaft ablegen muss.

Mörgeli selbst spricht von einer Kampagne. Er sei Opfer einer Aktion seiner politischen Gegner geworden, sagt er auf Anfrage. Den umstrittenen Post wolle er trotz allem nicht löschen – dazu sehe er keinen Grund.

Die Sperrung eines Accounts – So informiert Facebook

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