Schweiz
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Die «Arena»-Runde und das Objekt des Anstosses (im Vordergrund). Screenshot: Srf

«Lückenlos aufklären»: So viel (oder wenig) brachte die «Arena» zu Cryptoleaks

Die SRF-«Arena» befasste sich mit dem Geheimdienstskandal um die Zuger Crypto AG. Weil Zeitzeugen und andere informierte Gäste reihenweise abgesagt hatten, stritt man vor allem darüber, ob es PUK braucht oder nicht.



Jahrzehntelang hatten der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) und die amerikanische CIA ausländische Staaten abgehört, die Chiffriergeräte bei der Zuger Firma Crypto AG gekauft hatten – im Vertrauen auf die schweizerische Neutralität. Einen entsprechenden Verdacht gab es schon in den 1990er Jahren, doch erst diese Woche wurde das ganze Ausmass der Affäre publik.

Beteiligt an der Aufdeckung von Cryptoleaks war neben ZDF und «Washington Post» auch die «Rundschau», die bereits 1994 über die Anschuldigungen gegen die Crypto AG berichtet hatte. Am Freitag wollte die «Arena» nachlegen – und stiess rasch an ihre Grenzen. Kaum einmal in der bald 30-jährigen Geschichte der Sendung war es so schwierig, eine Gästeliste zu erstellen.

Video: srf

Moderator Sandro Brotz hatte auf Twitter angedeutet, dass die Redaktion reihenweise Absagen kassiert hatte: «Noch selten so oft gehört: ‹Darüber kann/will/darf ich nicht reden.›» Konkret nannte er in der Sendung den früheren Verteidigungsminister Kaspar Villiger und Ex-Geheimdienstchef Peter Regli. Beide waren eingeladen, wollten aber nicht auftreten.

Wichtige Punkte ungeklärt

Mangels Zeitzeugen und Insidern blieben am Ende nur Mitglieder des aktuellen Parlaments, die kaum mehr über die Affäre wussten, als in den Medien zu lesen war. Wobei nach wie vor wichtige Punkte offen sind, wie Fiona Endres erklärte, eine der an der Recherche beteiligten «Rundschau»-Reporterinnen. Das betrifft besonders die Frage, wie weit die Schweiz darin verwickelt war.

Unklar ist etwa das Ausmass der Mitwisserschaft von Nachrichtendiensten und Landesregierung. «Ganz offen» ist laut Endres, ob die hiesigen Nachrichtendienste von der Operation profitiert haben: «Das kann niemand mit Sicherheit sagen.» Ein Rätsel sei auch, warum der vom historischen Dienst der CIA verfasste Bericht gerade jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist.

Angesichts der dünnen Faktenlage standen Moderator wie Teilnehmer der «Arena» vor einer schwierigen Aufgabe. Einig war man sich darin, dass die Affäre schonungs- und vor allem «lückenlos» – das am häufigsten verwendete Wort in der Sendung – aufgeklärt werden muss. Aber soll dafür eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt werden?

Video: srf

«Es braucht das härteste parlamentarische Instrument», sagte der Zürcher SP-Nationalrat Fabian Molina, sekundiert von Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli. Die drei bürgerlichen Teilnehmer hingegen wiegelten ab. Erst solle die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) an die Arbeit gehen. Sie ist ohnehin zuständig für die Aufsicht über den Nachrichtendienst des Bundes (NDB).

SVP im Dilemma

Ihr Präsident, der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer, kündigte am Donnerstag die Eröffnung einer Untersuchung an. Heer war ebenfalls eingeladen und wollte dann doch nicht kommen. An seiner Stelle vertrat der Solothurner Nationalrat Christian Imark die SVP. Diese ist in der Regel die feurigste Verteidigerin des Sicherheitsapparats, doch Cryptoleaks stürzt sie in ein Dilemma.

Video: srf

Denn für die SVP ist die Neutralität der Schweiz ein Dogma ähnlich der unbefleckten Empfängnis. «Diese Affäre hat mein Verständnis von Neutralität erschüttert», gab Imark zu. Auch das Vertrauen in die Schweiz sei erschüttert. Gleichzeitig bemühte er sich, den Ball flach zu halten: «Spionagesumpf ist ein grosses Wort.» Eine «lückenlose» Aufklärung forderte aber auch er.

Weil Imark wenig zu sagen hatte, sprang die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder als «Verteidigerin» der offiziellen Schweiz in die Bresche. Solche Geschichten seien geeignet, die gute Reputation des Landes zu beschädigen, räumte sie ein. Gleichzeitig betonte sie, dass im Ausland «kein riesiges Interesse» bestehe. Tatsächlich wirft Cryptoleaks dort keine hohen Wellen.

«Seit Jahren bekannt»

Eine PUK will Markwalder «als Option» in der Hinterhand behalten, «falls die GPDel nicht weiterkommt». Was bei Fabian Molina auf Widerspruch stiess: «Man kann die PUK aus dem Parlamentsrecht streichen, wenn man sie jetzt nicht einsetzt.» Worauf Sandro Brotz ihm vorhielt, dass die SP in den letzten Jahren neun Mal eine PUK gefordert habe.

Video: srf

Das vielleicht stärkste Argument für eine PUK lieferte Balthasar Glättli, der mangels kompetenter Gäste in die zweite Reihe «verbannt» worden war: «Wichtige Puzzlesteine waren seit Jahren bekannt. 2015 wurde vieles entklassifiziert. Es stand in den Zeitungen. Warum fand die GPDel, es interessiere sie nicht, obwohl Neutralität und Souveränität der Schweiz auf dem Spiel standen?»

Villiger im Fokus

Für die Luzerner CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann hat die GPDel dennoch genügend Kompetenzen, um «ein zusätzliches Türchen» zu öffnen: «Sie kann Bundesratsprotokolle einsehen und ehemalige Bundesräte aufbieten. Sie müssen Auskunft geben.» Für Brotz war dies das passende Stichwort, denn vor allem ein Bundesrat steht derzeit im Fokus: Kaspar Villiger.

Video: srf

Neben ihm haben weitere Freisinnige einen Bezug zu den Nachrichtendiensten und zur Zuger Crypto AG. «Ist das alles Zufall?» wollte Brotz von Christa Markwalder wissen. Die Bernerin liess sich auf diese eher plumpe Provokation nicht ein: «Sie konstruieren eine parteipolitische Nähe.» Auch die Integrität von Alt-Bundesrat Villiger zweifle sie nicht an, betonte Markwalder.

Spätestens an diesem Punkt war klar, dass aus dieser Cryptoleaks-Arena nichts Substanzielles herauszuholen war. Mehr erfährt man vielleicht, wenn die «lückenlose» Untersuchung des Parlaments abgeschlossen ist, ob durch die GPDel oder eine PUK. Im Juni soll zudem der vom Bundesrat in Auftrag gegebene Bericht des früheren Bundesrichters Niklaus Oberholzer vorliegen.

Video: srf

Auf den Punkt brachte es Fabian Molina, der immer für ein knackiges Quote gut ist und damit zum Stammpersonal in der «Arena» aufgerückt ist: «Entweder haben wir den schlechtesten Nachrichtendienst der Welt oder er hat etwas gewusst.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zahlenheini 16.02.2020 13:28
    Highlight Highlight Beste Werbung, die FDP Bern nicht zu wählen. Ansonsten rettet nur die Moderation dieses Format.
  • SunTzu 16.02.2020 09:49
    Highlight Highlight Das Problem heisst weder Markwalder noch Molina, sondern Arena. Ein in der gegenwärtigen Form völlig nichtssagendes Sendegefäss. Eine Kabarettbühne für Amateurpolitiker und Pseudoexperten. Rotstift ansetzen!
  • RETO1 15.02.2020 23:41
    Highlight Highlight Eine teure PUK die absolut nichts bringt aber den Steuerzahler sehr teuer zu stehen kommt
  • P. Pinkel 15.02.2020 16:08
    Highlight Highlight Hmmm, das ist doch schon seit 1995 bekannt. Warum tut man plötzlich so überrascht? 🤷🏻‍♂️

    https://www.baltimoresun.com/news/bs-xpm-1995-12-10-1995344001-story.html
    • Ueli der Knecht 16.02.2020 14:58
      Highlight Highlight Man müsste sich auch mal fragen, warum die 4. Gewalt der Schweiz damals derart versagt hat. Denn die bekamen alle die besagten Infos ebenfalls zugespielt.
  • d10 15.02.2020 15:37
    Highlight Highlight Schlechte Auswahl der Teilnehmenden gestern und deshalb schwache Diskussion.

    Mit welcher Mimik und Rhetorik Markwalder den FDP/Militär/Nachrichtendienst-Klüngel zu beschönigen versuchte, war kaum auszuhalten. Die CVP-Dame trug wie zu erwarten war auch nur etwas Beschönigung bei. Molina war der Einzige, der klar argumentierte. Imark war überraschenderweise halbwegs mit ihm einverstanden bezüglich PUK.

    Klar braucht es eine unabhängige PUK! Egal was das Ausland dazu meint, wir Schweizer wollen wissen, wer alles davon gewusst hat und warum das trotz all den Hinweisen soo lange passieren konnte!
  • smoking gun 15.02.2020 12:31
    Highlight Highlight Hätte Christa Markwalder die Wahrheit sagen dürfen, dann etwa so: “Eine PUK? Ja da müssen wir zuerst in Langley und Pullach nachfragen, ob das so in Ordnung geht“.
  • Barracuda 15.02.2020 12:27
    Highlight Highlight Wow, ziemlich bizarrer und verdächtiger Auftritt von Markwalder. Wer sich vom FDP-Filz noch um den Finger wickeln lässt, ist nur noch naiv. Krass wie offensichtlich plump und skrupellos die FDP mit ihren Widersprüchen ihre Wähler für dumm verkauft. 🤦🏻‍♂️
    • rodolofo 15.02.2020 13:46
      Highlight Highlight Und was mir besonders auffiel, war die feindselige Haltung gegenüber srf im allgemeinen und Sandro Brotz im speziellen!
      Wir erleben hier eine Art "Amerikanisierung" der Verhältnisse in der Schweiz:
      Nicht "cryptoleaks" sind das Problem, sondern diejenigen professionellen JournalistInnen und Medien, die es wagen, die zu Tage geförderten Informationen auch noch zu veröffentlichen!
      Das ist ja schon fast Gotteslästerung, gegen den liberalen Mammon zu recherchieren!
    • Ueli der Knecht 16.02.2020 15:05
      Highlight Highlight Das ist doch keine "Amerikanisierung" rodolofo, sondern eine Russifizierung. Amerika russifziert sich, und über Amerika auch die Schweiz und weite Teile der westlichen Welt.

      Mit dem American Spirit hat diese Zensur, Medienkontrolle und die Aufhebung der Gewaltenteilung jedenfalls nichts zu tun. Diese Kultur stammt vielmehr aus dem Osten.
    • rodolofo 16.02.2020 16:27
      Highlight Highlight @ Ueli der Knecht
      Da bin ich mir eben überhaupt nicht mehr sicher!
      Die USA scheint vielmehr äusserst versiert darin gewesen zu sein, der Welt "zwei Gesichter" zu zeigen und zwei gegensätzliche Welten in sich zu vereinen, die gleichzeitig nebeneinander existierten: Einen republikanischen Teil und einen demokratischen Teil.
      Einen faschistoiden, "Militärisch-Industriellen Komplex", der während der Hochkonjunktur vorwiegend "nach aussen" wütete(z. B.) im "Hinterhof" Lateinamerika, und einen vorbildlich demokratischen Teil mit Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit und Medienvielfalt, den Du meinst...
    Weitere Antworten anzeigen
  • BlickvonAussen 15.02.2020 12:10
    Highlight Highlight Der Tell, der Walter, die Heidi, der Geissenpeter, der Alphöhi, die Kühe, die Berge, die Seen und die Schweizer Neutralität. Der Obergriff dazu: Disneyland Schweiz.
  • Lowend 15.02.2020 11:30
    Highlight Highlight Diese Arena könnte man unter das Motto stellen:

    «Wie flexibel muss man sich als Politiker verbiegen können, um unangenehmen Fragen auszuweichen und Fakten und Zusammenhänge nicht benennen zu müssen.

    Die rechten Vertreter Imark, Markwalder und Glanzmann zeigten da echt Schlangenmenschqualitäten, aber leider machten Molina und auch Glättli die Sache auch nicht viel besser, denn am Ende stellt sich nur eine Frage.

    Warum soll man der Untersuchung des BR oder der GPDel Vertrauen schenken, wenn beide tief in den Skandal verstrickt sind? Genau die Verstrickung muss doch Gegenstand einer PUK sein?
    • rodolofo 15.02.2020 13:53
      Highlight Highlight Ich glaube, das hat damit zu tun, dass sowohl Glättli, als auch Molina ein Stück weit gezwungen sind, das scheinheilige Theater der Bürgerlichen mitzuspielen.
      Sie sagen dann Dinge wie: "Von Links bis Rechts sollten wir doch alle ein Interesse haben an einem tadellos funktionierenden Rechtsstaat!"
      So versuchen sie, die Bürgerlichen an ihren eigenen leeren Worthülsen und Versprechungen zu packen.
      Doch diese durchschauen das natürlich, denn sie haben effektiv nur Interesse an einem parteiisch funktionierenden, RECHTEN Rechtsstaat mit einem linken Adlerauge und einem blinden, rechten Auge...
  • joevanbeeck 15.02.2020 10:55
    Highlight Highlight Ach die gute alte Zeit, damals brauchte man um Freund und Feind auszuspionieren noch eine schwere klobige Maschine, heute reichen dafür ein paar Mausklicks. Lustig fand ich ja den künstlich aufgeregten Weltpolitiker Molina. Molina ist nur sauer weil die CIA der SP-Schweiz damals nie mitgeteilt hat das die linken Diktatoren dieser Welt ganz böse sind. Dann wäre den SP-Granden die peinlichen Besuche und die "Brüderlichen Grüsse" des SP Fussvolkes an Ceausescus, Honecker und Konsorten erspart geblieben.
    • Hierundjetzt 15.02.2020 12:27
      Highlight Highlight Ok. Mit der Kasachastan-Markwalder, im Lead wüsstest Du nicht mal, dass es ein Spionage-Fall gäbe.

      Dank Links-Grün gibts eine GPdel evtl. eine PUK.

      Nur so

    • rodolofo 16.02.2020 07:23
      Highlight Highlight Wüsste nicht, dass da jemand von der SP war, der Tschautschescu, Honegger und Konsorten gegrüsst hätte...
      Du verwechselst da was.
      Die "5. Kolonne Moskaus" war damals die PdA (Partei der Arbeit), sozusagen die "Schweizer Stalinisten". Sie waren sehr aktiv dabei, die damalige Friedensbewegung (gegen die atomare Aufrüstung in Europa mit Mittelstreckenraketen) im Sinne der Sowjetunion zu unterwandern und zu instrumentalisieren.
      Etwas ganz Ähnliches geschieht übrigens heute, einfach auf der gegenüber liegenden Seite des politischen Spektrums:
      Heute instrumentalisiert der Kreml Rechtsextremisten...
  • Wetterleuchten 15.02.2020 10:01
    Highlight Highlight Wird in diesem Fall PFEFFERSCHARF aufgeklärt, wie immer, wenn die FDP etwas unternimmt. Wer's glaubt! Ich wäre jedenfalls sehr überrascht, wenn da jemand genannt oder belangt würde und wenn, dann höchstens 1-2 subalterne Bauernopfer. Auch die BA unternimmt nichts. Wäre bei Crypto und "Umgebung" seit Bekanntwerden nicht eine Hausdurchsuchung fällig? Und im Ausland regt sich nicht so viel, weil wir dort vor allem als Rosinenpicker und Opportunisten bekannt sind, unter dem Deckmantel der Neutralität. Die "CH-Neutralität" ist bei der politischen- und Finanz Elite ein reines Marketingtool.
    • DasGlow 15.02.2020 11:15
      Highlight Highlight "Und im Ausland regt sich nicht so viel, weil wir dort vor allem als Rosinenpicker und Opportunisten bekannt sind, unter dem Deckmantel der Neutralität."

      Woran das wohl liegen mag?

      FYI: Chilis sind schärfer als Pfeffer.
  • Gantii 15.02.2020 09:54
    Highlight Highlight Heer ist demnach als Führer der Aufsichtskomission unbrauchbar und gehört (als wahrscheinlicher Mitwisser) ebenfalls Angeklagt, wenn er nichtmal in die Arena kann. Jeder der gegen eine PUK ist, ist wahrscheinlicher Mitwisser und gehört entsprechend angezeigt
    • rodolofo 15.02.2020 14:06
      Highlight Highlight Ich habe Heer während dem Interview in der Rundschau beobachtet:
      Seine Augen funkelten. Er grinste dem jungen Rundschau-Moderator herausfordernd und unverhohlen frech ins Gesicht und drohte diesem sogar selbstsicher, jetzt müsse er dann langsam aufpassen, was er da sage.
      Endlich kann der Kandidat fürs SVP-Präsidium wieder mal richtig "Kriegerlis" spielen, als todesverachtender Irokesenhäuptling sozusagen!
      Dieses Mal wird die deutsche Kavallerie ja wohl nicht ausreiten, da sie (zusammen mit der US-Kavallerie) selber hinter dem Jahrhundert-Spionagecoup steckt...
  • Vecchia 15.02.2020 09:22
    Highlight Highlight Frau Markwalder scheint mir ziemlich vom Boden abgehoben und recht hemmungslos, was die Verharmlosung rechtlich heikler Aktionen zu Gunsten von eigenen Interessen (politisch/wirtschaftlich) betrifft.
    Sie redete, wie wenn sie das "Volk vera...." wollte und das so offensichtlich, dass sich wahrscheinlich selbst PR-Berater an den Kopf greifen.
  • Satan Claws 15.02.2020 09:22
    Highlight Highlight Ach kommt schon wir machen es so wie immer und dümpeln rum bis es vergessen ist.
    • rodolofo 15.02.2020 14:17
      Highlight Highlight Der Geschäftsmann mit dem deutschen Akzent im Hintergrund sagte es klar und deutlich:
      1. Super-GAU für das Verkaufs-Argument "Schweizer Präzision und Seriosität"!
      2. Ist das Vertrauen einmal zerstört, kann es nicht mehr so einfach mir nichts Dir nichts wiederhergestellt werden!
      Die Art und Weise, wie Verantwortliche Einladungen zur Arena-Diskussion ausschlugen, wie die bürgerliche Politiker die Angelegenheit verharmlosten und versuchten, Zeit zu gewinnen, zersetzt die letzten Vertrauensreste auch noch.
      Am Ende sind wir da, wo "Schweiz" eine Synthese ist aus "(Angst-)Schweiss" und "Geiz"...
    • sowhat 16.02.2020 10:20
      Highlight Highlight Stimmt, aufklären würde die Sache nur unnötig lange im Bewusstsein halten. Totschweigen ist besser. Die nächste Manager- resp. Politikergeneration wird sich nicht mehr daran erinnern. 😉
  • Spiegelkopf 15.02.2020 08:57
    Highlight Highlight Sandro Brotz war nicht zu beneiden. Vorbildliche, neutrale Moderation, herausfordernde Fragen an alle Diskutierenden. Habe Verstaendnis fuer Molina, sind doch vermutlich wegen genau solcher, neutralitaetsbefreiten Machenschaften einige seiner Bekannten oder sogar Verwandten in extreme Schwierigkeiten geraten. Uns wurde eine neutrale Schweiz vorgelogen, deren Neutralitaet aber von Amtstraegern Typ Markwalder bedenkenlos geopfert wurde. Geschliffenes Reden ist nicht das Mass aller Dinge. Hintertuerchen fuer UNSERE Informationsbeschaffung ohne fremde Mitwirkung waere etwas ganz anderes gewesen.
  • _kokolorix 15.02.2020 08:52
    Highlight Highlight Sehr naiv, zu erwarten, dass im Umfeld der Geheimdienste so etwas wie eine lückenlose Aufklärung möglich ist. Eher werden die Verantwortlichen all zu neugierige Aufklärer beseitigen lassen, als zuzusehen, wie ihre sprudelnden Pfründe offengelegt werden
    • Hierundjetzt 15.02.2020 09:12
      Highlight Highlight Chabis, wir sind in der Schweiz, nicht in Hollywood.

      Darf ich darauf hinweisen, dass ein NDB Mitarbeiter im 2018
      (?) hochsensible Daten verkaufen wollte, und dies mur Dank einem aufmerksamen UBS Kassenmitarbeiter einer UBS Landfiliale misslang?

      Der NDB wusste nicht mal das gestohlen wurde...

      Aber: Seit Sommer 2019 (Start SRF Recherche) hat der NDB Zeit sämtliche relevante Akten zu schreddern.
  • dorfne 15.02.2020 08:50
    Highlight Highlight Bekannt ist: Geheimdienste machen solche Sachen und sie benutzen und verheizen gnadenlos Menschen. Auch das weiss man.
    Der Bundesrat u.a. wussten von den Manipulationen? Wenn ja liegt eine bewusste Verletzung der Neutralität vor. Wieso nur kann ich mich darüber nicht ergelstern? Weil ein Land, das massenhaft Waffen in kriegsführende Länder exportiert
    und korrupten ausländischen Potentaten beim Verstecken von gestohlenem Geld hilft schon lange nicht mehr neutral ist. Die CH-Neutralität ist ein Mythos. Es braucht keine teure PUK. Wir haben echte Probleme zu lösen.





  • N. Y. P. 15.02.2020 08:39
    Highlight Highlight Einig war man sich darin, dass die Affäre schonungs- und vor allem «lückenlos»..💤

    Im Fussball heisst es auch «lDer Trainer geniesst unser vollstes Vertrauen.»
    Zwei Tage später wird er dann entlassen.

    «lückenlos» in der Crypto- Affäre heisst also : Wir sitzen es aus. In 1-2 Jahren interessiert sich niemand mehr dafür.

    Die Schweiz wird ab jetzt vermutlich nicht mehr als vertrauenswürdiger Staat eingestuft.
    • rodolofo 15.02.2020 09:56
      Highlight Highlight Es ist mir, als ob ich da Putin sprechen hörte, oder wenn ich das dürre Statement eines Pressesprechers eines Multinationalen Konzerns lesen würde.
      Zuerst spielen sie die vorbildlichen, fleissigen und tüchtigen Super-Patrioten und Unternehmer.
      Dann, wenn Ungereimtheiten und krumme Geschäfte aufgedeckt werden, versuchen sie Zeit zu gewinnen, streiten alles ab und drohen mit ihren Anwälten.
      Und irgendwann geben sie doch etwas zu und verweisen auf eine "weltweit übliche Praxis".
      Heute leben wir im Jahre 3 nach Trump:
      Der muss nicht mal mehr "so tun, als ob" und wird trotzdem gewählt und gefeiert.
  • Hierundjetzt 15.02.2020 08:29
    Highlight Highlight Warum untersuchen? Eine FDP Parteiversammlung langet.

    (Leider Mörgelis Zitat)
  • N. Y. P. 15.02.2020 08:27
    Highlight Highlight Wie naiv sind eigentlich diese Länder, die in der Schweiz Chiffriergeräte gekauft haben?
    Die haben tatsächlich geglauubt, dass die CIA nicht ihre Griffel im Spiel hätten?
    Chiffriergeräte von fremden Staaten kaufen, ist doch ein Widerspruch in sich. Wenn man nicht eigene Chiffriergeräte entwickelt, bleibt halt ein Restrisiko.

    Niemand will also Stellung nehmen. Spricht für sich. Bzw.die wichtigen Stellen haben alle davon gewusst.
    • rodolofo 15.02.2020 08:44
      Highlight Highlight Jedenfalls mussten die Lateinamerikanischen Militärdiktaturen ja nichts von diesem Mitwissertum der "westlichen" Geheimnisse befürchten, da sie ebenfalls "mit eingebunden waren" in die "Freie Marktwirtschaft"...
      Erst als es die Argentinier wagten, mit der versuchten Besetzung der Falkland-Inseln Gross Britannien herauszufordern, wurde der Vorteil der Informationsbeschaffung durch die "Hintertüre" der Crypto-Geräte sofort ausgenutzt und hart bestraft!
      So lange die Militärdiktaturen von Chile und Argentinien aber "gegen innen" wüteten, liess man sie frei (linke) Oppositionelle abschlachten...
    • _kokolorix 15.02.2020 08:49
      Highlight Highlight Wer einer Schweizer Firma aus Zug vertraut, dem ist tatsächlich nicht zu helfen. Es sollte sich doch, gerade in diesen Kreisen, herumgesprochen haben, dass dort mit genug Geld alles möglich ist. Gesetze, Menschenrechte, die Umwelt, alles steht zur Disposition, wenn der Ertrag nur gross genug ist, und die Zuger sind auch noch mächtig stolz darauf
    • Hierundjetzt 15.02.2020 09:14
      Highlight Highlight Jaaaa guet, nur gute Krypto Ingenieure gibts vielleicht 100 auf der Welt.

      Blödes (!) Gegenbeispiel: wir kaufen ja unsere Panzer und Flugzeuge auch aus dem Ausland, die FA18 können ohne US ok nicht mal starten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Elke Wolke 15.02.2020 08:22
    Highlight Highlight Frau Markwalder, die regelmässig u.a. mit Gelder der AmCham die USA bereist und deren Partner via Avenir Suisse massiv für ein Freihandelsabkommen Schweiz-USA weibelt, ist hier leider komplett unglaubwürdig.
    Ihre Behauptung, es gebe kaum öffentliche Reaktionen aus dem Ausland auf #Cryptoleaks, ist extrem naiv für jemanden seit 2003 in der APK sitzt. Der Schaden wird graduell kommen z.B. bei Wahlen in internationalen Gremien, UN, etc. Da ist der ganze Goodwill der Schweiz nun für Jahre weg. Immerhin muss FDP-Bundesrat Cassis jetzt einen grossen Teil des Schadens selber ausbaden.
    • dorfne 15.02.2020 09:02
      Highlight Highlight Das glaube ich nicht. Die meisten Länder wissen gar nicht, dass die CH "neutral" ist. Die Medien haben halt einen grossen Rechercheaufwand betrieben, jetzt wollen sie das ausschlachten. Die PUK dient vor Allem der Profilierung einzelner Politiker und lenkt von den akuten Problemem ab, was einigen willkommen sein dürfte. Dann stellt sich heraus, dass Alles verjährt ist, nicht beweisbar usw.. Eine offizielle Entschuldigung der Bundespräsidentin an die betroffenen Länder würde reichen. Massnahmen treffen, damit sowas möglichst nicht mehr passieren kann. Das wärs.


    • rodolofo 15.02.2020 09:26
      Highlight Highlight @ dorfne
      Du versuchst sehr geschickt, das Instrument einer PUK dadurch zu diskreditieren, dass es v.a. von linken PolitikerInnen gefordert wird.
      Es ist doch klar, dass Leute wie Glättli und Molina von einer PUK nichts zu befürchten haben, weil sie eben nicht zur "Macht" gehören!
      Und ebenso klar ist, dass der "Bürgerliche Schulterschluss" eine Untersuchung durch die zahnlosere und mit bürgerlicher Mehrheit leicht zu kontrollierende GPDel bevorzugt und schein-tüchtig sagt, diese könne "gleich morgen mit der Arbeit loslegen!".
      Was hat denn diese "hyper-aktive" GPDel die letzten Jahre gemacht?
    • joevanbeeck 15.02.2020 11:26
      Highlight Highlight Die "Täter" sind immer noch die Geheimdienste der USA und von Deutschland die in der Schweiz eine Firma eines Schweden heimlich aufgekauft hatten. Und das davon auch die europäischen Zwerge profitierten finde ich jetzt nicht unbedingt schlecht. Das linke Ewiggestrige die immer noch dem Untergang ihrer Ost-Sozi Freunden, die sie oft und gerne besuchten, nachtrauern, finde ich vernachlässigbar. Dafür sollte man "der Maschine" ja fast schon ein Denkmal erstellen. Ob jetzt ein Schweizer Berufspolitiker in ein unnützes UN-Amt gewählt wird oder eben nicht ist mir ehrlich geschrieben ziemlich egal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 15.02.2020 08:20
    Highlight Highlight Im Laufe der Sendung zeigte sich sehr deutlich, wer am tiefsten in diesem Korruptionssumpf von "cryptoleaks" drin steckt: Die (früher staatstragende, heute ziemlich geschrumpfte) FDP, sinnigerweise vertreten durch "Kasachstan-Markwalder", die sehr gut weiss, wie Korruption geht...
    Die anderen bürgerlichen Parteien sind wohl mit-involviert, haben aber weniger von einer schonungslosen Aufdeckung des Skandals zu befürchten.
    Also spielen sie auf Zeit und mimen eine (gut eingeübte) Rolle als Schein-Opposition.
    Der Präsident der GPDel, Heer (SVP) ist doch ein Kalter Krieger wie aus dem Bilderbuch!
    • Hierundjetzt 15.02.2020 09:15
      Highlight Highlight Merci Rodolfo. So ists.
  • drjayvargas 15.02.2020 07:31
    Highlight Highlight Wertlose Sendung, es wird nichts passieren oder aufgelöst werden. Das ist leider eine oder zwei Nummern zu gross für alle Beteiligten.
    • grandvlad 15.02.2020 09:43
      Highlight Highlight Genau und Abstreiten scheint bei den Politikern noch immer als beste Strategie - tatsächlich kommen sie auch noch weit damit.... Egoistisch und nicht fürs Volk... Die Misere ausbauen darf dann aber das Volk.
    • circumspectat animo 15.02.2020 09:49
      Highlight Highlight Mit allem einverstanden, bis auf die Nummern zu gross, das ist entscheidungssache.
  • grandvlad 15.02.2020 07:27
    Highlight Highlight Das glaube ich, dass K. V. Dreck am Stecken hat. Ein Bundesrat nicht zum Wohl des Volkes, sondern nur für sein Ego.
    • dorfne 15.02.2020 09:06
      Highlight Highlight K.V. ist grad der Richtige. Und seine Parteifreundin Markwalder, der Big Business wichtiger ist als echte Neutralität und Menschenrechte. Würg. Dem K.V. war ja auch die AHV ein Stachel im neoliberalen Fleisch, wie eine Altbundesrätin, deren Namen ich hier nicht nenne, einst sagte.
  • Spooky 15.02.2020 07:02
    Highlight Highlight Wenn Villiger und Regli dazu verpflichtet wären, dem Volk die Wahrheit zu sagen, könnte man den Geheimdienst ja gleich abschaffen.
    • rodolofo 15.02.2020 08:54
      Highlight Highlight Aber zu leugnen, wenn die Wahrheit bereits ans Licht gekommen ist, kann man nur noch als "kindisch", oder "dumm", oder "unverfroren" bezeichnen!
      Markwalder versuchte mit verzweifelt weinerlichem Gesichtsausdruck, der vom Versuch, weiterhin souverän und arrogant zu lächeln fratzenhaft verzerrt und halb eingefroren wirkte, einen Gegenangriff zu starten, indem sie dem srf Sensationsgeilheit vorwarf.
      Zu dumm, dass die "No Bilag"-Initiative von Jungfreisinnigen und vom alten Vollprivatisierer Bigler (Gewerbeverbandspräsident FDP) vom Volk abgelehnt wurde!
      Diese Arena hätte nicht passieren sollen...
    • dorfne 15.02.2020 09:11
      Highlight Highlight So ist es. Eine PUK halt ich für unnötig. Das Meiste ist sowieso verjährt. Was wir jetzt wissen reicht, um sagen zu können: Die CH-Verantwortlichen haben davon gewusst und es geduldet. Wenn man es ihnen jetzt auch noch
      beweisen kann..., was soll das jetzt noch bringen? Ausser dass eine PUK hunderttausende von Steuerfranken verbrennt.

    • dorfne 15.02.2020 09:18
      Highlight Highlight @rodolfo. In einem Punkt bin ich mit Markwalder einig: Es braucht keine PUK. Weil die Aktivitäten der Geheimdienste nun mal geheim sind und skrupellos, und die CH-Neutralität eh nur ein Mythos ist. Es sind die Medien, die das Thema pushen und profilierungssüchtige Politiker.
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Kommentar

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