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Schüler der Albert-Schweitzer-Grundschule in Hannover (Niedersachsen) stellen am 23.08.2017 mit Vertretern von Polizei und Schule mit einem Banner das Pilotprojekt

Kinder machen bei einer Schule in Deutschland auf die Gefahren von Elterntaxis Aufmerksam. Bild: DPA dpa

Wenn der Papa mit der Luxuskarrosse vorfährt – das Elterntaxi boomt und sorgt für Stunk

Eine neue Studie zeigt: In der Romandie wird bereits jedes zweite Kind mit dem Auto zur Schule gefahren. Der Trend sorgt unter den Eltern für Streit. 



Die Luxuskarrossen stauen sich vor der Montessori-Schule an der Signaustrasse in Zürich, Kinder springen aus den Wagen und überqueren die Strasse. Die Schulleitung hat laut einem Bericht der Sonntagszeitung auf die gefährlichen Chauffeure reagiert. Am Gittertor vor dem Schulgelände hängt ein Warnschild: «Bitte Vorsicht beim Rückwärtsfahren: Auch Ihr Kind könnte hinter dem Auto durchgehen.»

Die Montessori-Schule ist kein ein Einzelfall. Laut einer neuen Studie des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS), die der Zeitung vorliegt, werden Kinder zwischen 6 und 9 Jahren vermehrt mit Elterntaxis zur Schule gefahren.

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zeigen, dass in der Deutschschweiz jedes zehnte Kind  regelmässig zur Schule chauffiert wird. In der Romandie sind es 50 Prozent, im Tessin gar 63 Prozent. Gemäss Zahlen der Mikrozensus-Erhebungen des Bundes hat sich der Anteil der Kinder, die mit dem Elterntaxis zur Schule gefahren werden, «um 40 Prozent erhöht», wie der VCS festhält. Davon betroffen seien «alle Sprachregionen der Schweiz».

Zwei Drittel der befragten Eltern gaben Sicherheitsgründe für ihre Chauffeurdienste an.

«Es kommt zu gefährlichen Wendemanövern, bei denen die Kinder fast überfahren werden»

Gemeindepräsident Luterbach

Experten warnen aber davor, dass die besorgten Eltern selbst zum Risiko werden, weil sie zum täglichen Verkehrschaos vor vielen Schulen beitragen. «Es kommt auch immer wieder zu gefährlichen Wendemanövern, bei denen die Kinder fast überfahren werden», sagt etwa der Gemeindepräsident von Luterbach SO, der vor dem Kindergarten sogar Poller errichten liess. 

«Die manövrierenden Autos bei Schulhäusern sind manchmal die grösste Schulweg-Gefahr für die Kinder», sagt Erwin Gräni, Chef Prävention bei der Luzerner Polizei, zur «Sonntagszeitung». Zu Beginn dieses Schuljahres haben die Zentralschweizer Polizeikorps Eltern aufgerufen, aus Sicherheitsgründen auf Taxifahrten zu verzichten. Der Mehrverkehr führe zu «einer zusätzlichen Gefährdung». Die Fahrzeuge würden die Zu- und Wegfahrten zu den Schulhäusern verstopfen und andere Autofahrer zu «riskanten Manövern» verleiten.

Konflikte unter Eltern

«Elterntaxis sind nicht nur ein grosses Ärgernis, sondern auch für Erziehungsdefizite verantwortlich», sagt Beat W. Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes. «Man nimmt den Kindern so die Möglichkeit, den Umgang mit Gefahren zu lernen».

Inzwischen sorgen die Taxifahrten selbst unter Eltern für Konflikte. An der Schule in Eschenbach LU stieg ein besorgter Vater aufs Turnhallendach, um das Verkehrsgeschehen vor der Schule zu filmen. Auch im luzernischen Büron wehren sich verärgerte Väter und Mütter, die um die Sicherheit der Kinder fürchten. Sie haben an der Strasse zur Schule Warnschilder aufgestellt: «Vorsicht Kinder! Hier fahren eure Eltern.»

Dieses Papa-Sohn-Duo beweist: Hip Hop ist bildend!

Video: watson/can

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