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Vitus Huonder nicht mehr Bischof von Chur: Papst beschliesst Übergangslösung



ARCHIVBILD ZUR MELDUNG: VITUS HUONDER IST NICHT MEHR BISCHOF VON CHUR - Der Churer Bischof Vitus Huonder verlaesst am Mittwoch, 9. Maerz 2011, nach einer Fruehmesse die Kathedrale auf dem Hof in Chur. Anlaesslich einer bereits seit laengerem geplanten Sitzung haben sich gestern Dienstag, 8. Maerz 2011, in Einsiedeln Vertreter der Biberbrugger-Konferenz mit Vertretern der Dekanate des Bistums Chur getroffen. Die Gespraechsrunde sei besorgt ueber die derzeitige aufgewuehlte Situation im Bistum Chur. Generalvikar Andreas Rellstab hatte im Februar wegen Differenzen mit Bischof Vitus Huonder sein Amt zur Verfuegung gestellt. Auch weitere Fuehrungskraefte in der Dioezese demissionierten. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Vitus Huonder Bild: KEYSTONE

Im Bistum Chur kommt es an der Spitze zu einer Übergangslösung. Der Papst ernannte den Oberwalliser Peter Bürcher zum Apostolischen Administrator, bis eine definitive Lösung für die Nachfolge von Vitus Huonder getroffen ist.

Vitus Huonder verabschiedete sich am Montag nach fast zwölf Jahren als Churer Bischof. Das Bistum bestätigte, dass er sich zurückzieht nach Wangs SG ins Knabeninstitut «Sancta Maria» der Priesterbruderschaft St. Pius X. Gleichzeitig informierte die Diözese, der 73-jährige Peter Bürcher, emeritierter Bischof von Reykjavik (Island), übernehme auf Wunsch des Papstes die Bistumsleitung in Chur als Apostolischer Administrator.

«Totale Überraschung»

Die Ernennung sei für ihn eine «totale Überraschung» gewesen, schrieb Bürcher in einer Botschaft an die Angehörigen der Diözese. Als emeritierter, also pensionierter Bischof, habe er mit 73 Lebensjahren nach ein wenig Ruhe gestrebt. Doch der Papst habe anders entschieden.

Bürcher nimmt an, er werde das Bistum «ein paar Monate» führen. Er will in einer ersten Phase im neuen Amt interne Gespräche führen, um sich mit der Diözese vertraut zu machen.

Das Bistum Chur zählt derzeit 686'000 Katholikinnen und Katholiken. Es umfasst die Kantone Graubünden, Glarus, Uri, Nidwalden, Obwalden Schwyz und Zürich.

Zürich hofft auf Dialog

Die Katholische Kirche des Kantons Zürich schrieb, sie begrüsse den neuen Administrator: «Wir reichen ihm unsere Hand für den Versöhnungsprozess, der in unserem Bistum dringend notwendig ist.» Bürcher sei in Zürich noch nicht sehr bekannt: «Unsere Türen stehen offen für einen zukunftsgerichteten Dialog», hiess es weiter.

Peter Bürcher gab das Bischofsamt in Reykjavik im Oktober 2015 auf. Gesundheitliche Gründe hatten ihn dazu bewogen, Island zu verlassen. Eine starke Lungenentzündung hatte ihn schwer mitgenommen.

Island wegen der Gesundheit verlassen

Geboren wurde der Kirchenmann am 20. Dezember 1945 in Fiesch im Oberwallis. 1971 erwarb er in Freiburg das Lizentiat in Theologie. Im gleichen Jahr wurde er in Genf zum Priester geweiht.

Im März 1994 wurde er zum Bischof ernannt. Bürcher wirkte zunächst als Weihbischof im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg, ehe er 2007 den Schritt zum Bischof von Reykjavik machte.

Früherer Bischof Grab gestorben

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass der frühere Churer Bischof Amédée Grab gestorben ist. Er verschied am Sonntagnachmittag im Alter von 89 Jahren in Roveredo im Misox, wohin er sich zurückgezogen hatte. Beigesetzt wird er am Montag nächster Woche auf dem Bischofsfriedhof vor der Kathedrale in Chur.

Grab übernahm das Bischofsamt in Chur im August 1998. Zuvor hatte er die Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg geleitet. Es war das erste Mal, dass ein amtierender Bischof das Bistum wechselte. Grab schied im Februar 2007 nach achteinhalb Jahren als Oberhirte der Diözese Chur altershalber aus dem Bischofsamt aus. (aeg/sda)

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