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Marder knabbern an Autos, weil sie hässig sind – vor allem in der Ostschweiz 



Kommt das Auto am Morgen nicht vom Fleck, war vielleicht ein Marder am Werk und hat Kabel und Schläuche angeknabbert. Der Albtraum vieler Autofahrer wird auch in diesem Frühjahr wieder kostspielige Schäden unter den Motorhauben anrichten.

Statistisch gibt es im Mai bis Juni am meisten Marderschäden bei Fahrzeugen. Dann ist das Revierverhalten der Steinmarder besonders ausgeprägt. Und das Revierverhalten ist denn auch der Grund, warum Marder sich unter der Motorhaube zu schaffen machen.

Ursachen dafür sind nämlich nicht, wie vielfach angenommen, die Restwärme des Motors oder der Geruch, der die Tiere anlockt. Reviermarkierungen von Artgenossen im Motorraum sind hauptsächlich verantwortlich für das Interesse der Steinmarder an Autos. Das heisst, nicht der erste Marder, der unter dem Auto Zuflucht suchte, beschädigt das Auto, sondern der nächste, den der Geruch des Kontrahenten so aggressiv macht, dass er um sich beisst.

Hohes Risiko in der Ostschweiz, kaum Probleme in Graubünden

In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Thurgau und St. Gallen ist das Risiko für solches Ungemach besonders hoch. Relativ zur Anzahl der versicherten Autos beissen die Tiere dort nämlich am häufigsten zu. Lenkerinnen und Lenker in den besonders gefährdeten Kantonen haben ein über 40 Prozent höheres Risiko einen Marderschaden am Auto zu erfahren als der Durchschnitt, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der Versicherung AXA Winterthur zeigt.

Marderschäden an Autos nach Kantonen

Quelle

Quelle: AXA Winterthur

In Graubünden, Wallis oder Genf hingegen müssen Autofahrer kaum über die Marder ärgern: Ihr Risiko für einen Marderschaden ist um 60 bis 80 Prozent geringer als der Schnitt.

Nur bis in mittlere Höhenlagen

Das liegt nicht etwa daran, dass Bündner Autos den Mardern weniger gut schmecken als Fahrzeuge aus dem Appenzell. «Grund für die Unterschiede dürfte die Geographie der der verschiedenen Kantone sein», erklärt Fredy Egg, Leiter Schaden bei der AXA Winterthur.

Steinmarder kämen in der Schweiz nur bis in mittlere Höhenlagen vor. In einem bergigen Kanton lebten also deutlich weniger der kleinen Raubtiere als in tieferen Lagen.

Schäden in zweistelliger Millionenhöhe

Die Anzahl der gemeldeten Schadensfälle nimmt in der Schweiz tendenziell zwar ab, aber die Gesamtkosten bleiben für die Versicherungen in etwa konstant. Das bedeutet, dass die Durchschnittskosten pro Fall immer höher werden.

Jedes Jahr bezahlen die Schweizer Versicherungen zweistellige Millionenbeträge für Schäden, die durch die kleinen Raubtiere verursacht werden. Alleine bei der AXA Winterthur wurden im vergangenen Jahr rund 17'000 Marderschäden gemeldet.

Moderne Autos besser geschützt

In den vergangenen Jahren haben Marderschäden tendenziell abgenommen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt das an der technischen Entwicklung der Fahrzeuge. Moderne Autos haben weniger frei zugängliche Komponenten, die ein Marder anbeissen könnte. Zahlreiche Autos verfügen heutzutage über einen Unterbodenschutz.

Bei der AXA Winterthur beläuft sich der Schadenbetrag durchschnittlich auf rund 400 Franken, wie die Versicherung mitteilte. Etwas gegen Marderschäden zu unternehmen, lohne sich trotzdem – gerade in besonders gefährdeten Gegenden.

Den besten Schutz bietet nach wie vor eine geschlossene Garage. Normalerweise sind die Marderschäden bei einer Teilkaskoversicherung versichert. Folgekosten wie zum Beispiel Defekte an Motor und Abgasanlagen werden aber nicht von allen Versicherungen gedeckt. Hier kommt es auf den entsprechenden Versicherungsvertrag an. (whr/sda)

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