Schweiz
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People demonstrate against racism after the worldwide movement of the Black Lives Matter (BLM) protest against the recent death of George Floyd in Bern, Switzerland, Saturday, 13 June 2020. Floyd, a 46-year-old African-American man, died on 25 May after being detained by police officers in Minneapolis (Minnesota), USA. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Tausende gingen am Samstag gegen Rassismus auf die Strassen: Etwa in Zürich, Bern, Luzern und St. Gallen. Bild: keystone

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Zehntausende an «Black Lives Matter»-Demos in der Schweiz ++ Zwischenfall in Zürich



BLM-Proteste in der Schweiz: Impressionen aus Zürich, Bern und Luzern

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Team watson
Dennis Andrew Frasch
20:20
Zusammenfassung: Tausende protestieren gegen Rassismus
In Zürich demonstrierten weit über 10'000 Menschen. Die vorwiegend jungen Teilnehmer zogen mit dem Segen der Polizei quer durch die Innenstadt. Die fast ausnahmslos schwarz gekleideten Demonstranten besammelten sich vor 14 Uhr auf dem Sechseläutenplatz. Sie hielten Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie «White silence is violence» oder «Black lives matter».
People demonstrate against racism after the worldwide movement of the Black Lives Matter (BLM) protest against the recent death of George Floyd in Zurich, Switzerland, 13 June 2020. Floyd, a 46-year-old African-American man, died on 25 May after being detained by police officers in Minneapolis (Minnesota), USA. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Der Umzug verlief friedlich, wie ein watson-Reporter vor Ort beobachten konnte. Ihr Anliegen taten die grösstenteils weissen Teilnehmer allerdings mit Nachdruck kund. Mehrmals knieten sich die Demonstrierenden hin, um an den durch die Polizei verursachten Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai in Minneapolis zu erinnern.

Ausschreitungen am Rande der Demo: Polizist am Hals verletzt
Am Rande der Demonstration kam es später zu Ausschreitungen gegen die Polizei. Polizisten wurden mit Gegenständen beworfen. Ein Polizist soll am Hals verletzt worden sein. Daraufhin wurden mehrere Personen verhaftet, wie die Stadtpolizei Zürich twitterte. Die Vorfälle ereigneten sich gegen 16 Uhr auf dem Stadelhoferplatz. Gemäss Stadtpolizei waren die Urheber Personen aus der links-autonomen-Szene, die zwar an der Demonstration teilgenommen hatten, aber nichts mit deren Organisation zu tun hatten. Bereits während der BLM- Demonstration waren demnach Exponenten der linksautonomen Szene dabei und versuchten die Leitung der Demonstration zu übernehmen. «Dies konnte aber von den Teilnehmenden erfolgreich verhindert werden», schreibt die Polizei. Auch in der Folge sei es nie zu einer Solidarisierung der friedlichen Demonstrationsteilnehmenden mit den Linksautonomen gekommen.

Laut SRF kam es auch zu Zwischenfällen, als Teilnehmer der «Black Lives Matter»-Demonstration auf eine Gruppe Corona-Demonstranten traf.

Toleranz in Bern
In Bern nahmen schätzungsweise 4000 Menschen auf dem Bundesplatz an einer unbewilligten Kundgebung gegen Rassismus teil. Die Polizei liess trotz des Verbots von Versammlungen von über 300 Personen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewähren.

Die meisten Besucher folgten einem Aufruf der Organisatoren und erschienen schwarz gekleidet zur Kundgebung. Immer wieder wurde «Black lives matter» skandiert, also «Auch das Leben von Schwarzen zählt». Viele Kundgebungsteilnehmer trugen Masken. Zu sehen waren Schilder wie etwa «Auch Ignoranz ist ein Virus» und «Wir alle bluten dasselbe Blut».
epa08482954 People protest against racism in light of the recent death of George Floyd, in Bern, Switzerland, 13 June 2020. Floyd, a 46-year-old African-American man, died on 25 May after being detained by police officers in Minneapolis, Minnesota, USA.  EPA/PETER KLAUNZER
Die Kundgebungsteilnehmer liessen sich auch vom Gewitter nicht abhalten, das um etwa 15.30 Uhr den Bundesplatz erreichte. Als die letzten Redebeiträge vorbei waren, spielten die Organisatoren Musik und diejenigen Personen, die nicht vor dem Regen geflohen waren, begannen zu tanzen. Auch in der Umgebung des Bundesplatzes kam es - an vom Regen geschützten Orten - zu partyähnlichen Szenen. Wegen der Kundgebung kam es zu Umleitungen im öffentlichen Verkehr.

Die Behörden der Stadt Bern und die Polizei hatten gemeinsam beschlossen, die Kundgebung zu tolerieren. Die Kundgebung aufzulösen hätte die Gefahr von Ausschreitungen bedeutet. Auch wäre das Risiko von Ansteckungen höher gewesen. Zu Anhaltungen kam es nicht.

Rassismus auch in der Schweiz
In Luzern demonstrierten am Nachmittag mehrere Hundert Personen für die Überwindung des Rassismus. Diesen gebe es nicht nur in den USA, sondern auch in der Schweiz. Die bewilligte Kundgebung führte vom Bahnhof durch die Neustadt zum Helvetiagärtli und wieder zurück.
People demonstrate against racism after the worldwide movement of the Black Lives Matter (BLM) protest against the recent death of George Floyd in Luzern, Switzerland, Saturday, 13 June 2020. Floyd, a 46-year-old African-American man, died on 25 May after being detained by police officers in Minneapolis (Minnesota), USA. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Die meisten Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer waren jung, schwarz gekleidet und mit Mundschutz ausgerüstet. An der Kundgebung wurde kritisiert, dass Rassismus zu oft toleriert und dass nicht darüber gesprochen werde. Er sei im Alltag vorhanden.

In St. Gallen gingen nach Angaben der Stadtpolizei St. Gallen etwa 1100 Menschen auf die Strasse. Die meist jungen Kundgebungs-Teilnehmer versammelten sich am frühen Nachmittag auf dem Bärenplatz. Eine junge dunkelhäutige Frau verlas die letzten Sätze Floyds, die auf Video festgehalten sind. Der friedliche Demonstrationszug zog durch die Stadt und versammelte sich zum Schluss im Kantipark.
An der Kundgebung gegen Rassismus in St. Gallen nahmen viele junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil.
In Lausanne gingen rund 1000 Personen bei einer bewilligten Kundgebung auf die Strasse. Im Genf waren es am Dienstag, am Tag der Beisetzung Floyds, 10'000 gewesen.
People demonstrate against racism during a protest in Lausanne, Switzerland, Saturday, 13 June 2020. Worldwide protests continue to take place prompted by the death last month of George Floyd by police officers in Minneapolis, USA that has led to protests in many countries and across the US calling for an end to racial injustice. (Jean-Christophe Bott/Keystone via AP)
Gemäss den Vorgaben des Bundes gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind nur Kundgebungen mit bis zu 300 Personen erlaubt. Es ist in der Schweiz schon die zweite Woche in Folge mit Kundgebungen gegen Polizeigewalt und Rassismus. (sda)
19:45
Rund 1000 Menschen demonstrieren in Lausanne gegen Rassismus
In Lausanne haben am späten Samstagnachmittag rund 1000 Menschen gegen Rassismus demonstriert. Dazu aufgerufen hatte ein Kollektiv von Vereinigungen von Menschen mit afrikanischen Wurzeln.
epa08483391 People demonstrate against racism in light of  the recent death of George Floyd in Lausanne, Switzerland, 13 June 2020.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Sie versammelten sich auf der Place de la Riponne, wo die Teilnehmenden der bewilligten Kundgebung die Hände desinfizieren und Masken entgegennehmen konnten. Die Mehrheit war schwarz gekleidet und hielt Banner in die Höhe mit Aufschriften wie «Stop Racisme», «Nos vies noires comptent» (englisch: «black lives matter») oder «No Justice, No Peace».

Auslöser der unterdessen weltweit stattfindenden Antirassismus-Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis, USA, am 25. Mai. (sda)
18:11
Autonome stören BLM-Demo in Zürich
Laut Polizei verlief die Demo in Zürich friedlich und es kam zu keinerlei Zwischenfällen oder Sachbeschädigungen. «Getrübt wurde der friedliche Nachmittag am Schluss durch Autonome, die beim Stadelhoferplatz die Konfrontation mit der Polizei suchten. Dabei wurde ein Polizist verletzt.» Mehrere Personen seien festgenommen worden. Die Polizei betont, dass es nie zu einer Solidarisierung der friedlichen Demonstrationsteilnehmenden mit den Linksautonomen gekommen sei.
16:25
Zürich: Polizisten werden mit Gegenständen beworfen
Die zunächst friedliche Demo in Zürich endet im Tumult vor dem Stadelhofenplatz. Die Polizei setzt mehrmals Tränengas ein, Leute rennen wild durcheinander, Kastenwägen mit Blaulicht schlängeln sich durch die Menge und werden von wütenden Demonstrierenden mit Gegenständen beworfen. Es gibt auch Verhaftungen «aufgrund der Angriffe auf die Einsatzkräfte», wie die Polizei auf Twitter mitteilt.

Polizisten wurden zuvor am Stadelhoferplatz mit Gegenständen beworfen. Ein Polizist wird verletzt. Die meisten Demonstrierenden verhalten sich nichtsdestotrotz grösstenteils friedlich.



Ob die Angriffe auf die Polizei von Teilnehmern der Black-Lives-Matter-Demonstration gegen Rassismus verübt wurden, ist nicht klar. Die Polizei war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
15:52
Hunderte prangern in Luzern Rassimus an
In Luzern haben am Samstagnachmittag mehrere Hundert Personen für eine Überwindung des Rassismus demonstriert. Diesen gebe es nicht nur in den USA, sondern auch in der Schweiz.

Die bewilligte Kundgebung führte vom Bahnhof durch die Neustadt zum Helvetiagärtli und wieder zurück. Wegen der Corona-Massnahmen waren maximal 300 Personen zugelassen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten bei der Versammlung den Organisatoren ihre Kontaktangaben hinterlassen und wurden gezählt. Viele schlossen sich aber auch frei dem Umzug an.

Die meisten Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer waren jung, schwarz gekleidet und mit Mundschutz ausgerüstet.
15:37
Tausende demonstrieren in Zürich gegen Rassismus
Auch in Zürich haben am Samstagnachmittag Menschen gegen Rassismus demonstriert. Mehrere tausend vorwiegend junge Teilnehmer zogen mit dem Segen der Polizei quer durch die Innenstadt.

Die fast ausnahmslos schwarz gekleideten Demonstranten besammelten sich vor 14 Uhr auf dem Sechseläutenplatz. Sie hielten Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie «White silence is violence» oder «Black lives matter». Immer wieder skandierten sie die Parole «No justice no peace.»

Die Polizei forderte die Anwesenden mehrmals freundlich auf, auf die «Veranstaltung zu verzichten». Diese sei gemäss der Covid-Verordnung des Bundesrates verboten. Die Polizei drückte gleichzeitig Verständnis aus für das Anliegen der Demonstrierenden.

Viertel nach 14 Uhr Lenkte die Polizei dann ein. Die Demonstration würde toleriert, sofern sie friedlich bleibe. Für den Umzug sei eine Route abgesteckt und gesichert worden.

Der schwarzgekleidete Demonstrationszug bewegte sich sodann skandierend über die Quaibrücke zum Bürkliplatz und in die Bahnhofstrasse. Gegen 15 Uhr erreichten die Demonstrierenden den Paradeplatz und zogen weiter.

Der Umzug verlief friedlich, wie ein Augenschein von watson vor Ort zeigte. Ihr Anliegen taten die grösstenteils weissen Teilnehmer allerdings mit Nachdruck kund. «Black lives matter» und «No justice no peace» wiederholten sie immer wieder.
Alle fünf Minuten hielt der Demozug an, die Demonstrierenden knieten jeweils nieder für eine Schweigeminute. Der Tod des Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz in den USA hatte Proteste auch in Europa ausgelöst. (oli/sda)
15:08
Antirassismus-Kundgebung in Bern mit grossem Zulauf
Schätzungsweise 2000 bis 4000 Menschen haben sich am Samstagnachmittag in Bern für eine Kundgebung gegen Rassismus versammelt, welche sich in eine Reihe von Demonstrationen in aller Welt stellt. Die Polizei lässt den unbewilligten Anlass bisher unbehelligt.
epa08482491 People demonstrate against racism after the worldwide movement of the Black Lives Matter (BLM) protest against the recent death of George Floyd in Zurich, Switzerland, 13 June 2020. Floyd, a 46-year-old African-American man, died on 25 May after being detained by police officers in Minneapolis (Minnesota), USA.  EPA/ENNIO LEANZA
Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Aufruf der Organisatoren befolgt und sind schwarz gekleidet zur Kundgebung auf dem Bundesplatz erschienen. Immer wieder wird «Black lives matter» skandiert, also «Auch das Leben von Schwarzen zählt».

Dies in Erinnerung an den Tod von Geoge Floyd vor gut zwei Wochen bei einer Polizeikontrolle in den USA. Viele Kundgebungsteilnehmer tragen Masken. Zu sehen sind Schilder wie etwa «Auch Ignoranz ist ein Virus» und «Wir alle bluten dasselbe Blut»:

Etwas Aufregung gab es zu Beginn der Kundgebung, als plötzlich das Wasserspiel auf dem Bundesplatz startete und viele Teilnehmer überraschte. Die Polizei twitterte in der Folge, sie versuche, die Verantwortlichen zu erreichen.

Wie ein Augenschein an der Berner Kramgasse ergab, hat die Berner Zunft zum Mohren eine Figur eines Schwarzen vor der Kundgebung eingepackt. Diese Figur war Thema eines Artikels in der «Berner Zeitung» vom Samstag. Am Haus, an dem die Figur prangt, befindet sich der Sitz der Zunft.
14:49
Die Demo in Luzern hat sich in Bewegung gesetzt
Mittlerweile sind es auch in Luzern deutlich mehr als 300 Personen:
14:21
Demo in Zürich gestartet
Die Demo in Zürich hat sich in Bewegung gesetzt. Die Stimmung ist friedlich, neben Bob-Marley-Liedern wird fortwährend «Black Lives Matter!» skandiert. Die Polizei hält sich trotz der riesigen Teilnehmerzahl im Hintergrund.
14:19
Am Zürcher Bellevue geht nichts mehr
14:15
Der Bundesplatz in Bern ist proppenvoll
watson-Reporter Adrian Müller schätzt, dass sich «tausende» Personen eingefunden haben.
14:03
Die Demos gehen jetzt offiziell los
Wir werfen einen Blick auf den Sechseläutenplatz in Zürich:
13:53 Uhr: Hunderte Leute in Zürich
von Dennis Andrew Frasch
Der Sechseläutenplatz füllt sich langsam. Es sind bereits weit mehr als 300 Leute vor Ort. Die Stadtpolizei Zürich lässt per Lautsprecher durchsagen, dass sie Verständnis haben für die Demo. Der Abstand müsse allerdings gehalten werden. Die Durchsagen werden von lauten Kuhglocken-Gebimmel der Lockdown-Gegner gestört.
13:10
Noch ist es ruhig
Es dauert noch rund eine Stunde, bis in Luzern, Basel, Zürich, Bern und St.Gallen die Anti-Rassismus-Demos losgehen. Wie watson-Reporter Dennis Frasch berichtet, ist es derzeit noch ruhig am Zürich Stadelhofen. Erste Demonstrierende suchen das Gespräch mit der Polizei.
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