Schweiz
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ARCHIV - 18.09.2010, Bayern, Muenchen: Junge Frauen trinken in einem Festzelt auf dem Oktoberfest Bier. (KEYSTONE/picture alliance/dpa)

Der Hopfen im Bier ist in Gefahr. Bild: DPA

Bierproduktion: Klimawandel macht Hopfenbauern zu schaffen



Wer trinkt nicht gerne mal ein Bier? 470 Millionen Liter wurden 2018 in der Schweiz davon getrunken. Am Freitag, am Tag des Biers, soll daher das «Schweizer Bier gebührend» geehrt werden, wie der Schweizer Brauerei-Verband auf seiner Internetseite schreibt. Doch das schöne Wetter macht den Hopfenbauern zu schaffen.

Noch gehe es zwar mit der Trockenheit, sagte Stéphane Quellet, Präsident der Genossenschaft für Schweizer Hopfen zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«Zu einem Problem wird es, wenn es zwischen Mai und Juli zu trocken ist, dann brauchen die Pflanzen viel Wasser.» Denn der Hopfen, eine Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse, mag «zwar schönes Wetter, aber gleichzeitig nicht zu heiss und nicht zu trocken», sagt Quellet.

Hopfen wird bei Kennern auch als die «Seele des Bieres» bezeichnet. Er wurde zum Bierbrauen vor allem wegen seiner Bitterstoffe verwendet, die eine keimtötende Wirkung haben.

Das war früher wichtig, da die Haltbarkeit des Getränks damit wesentlich erhöht werden konnte. Die Anfänge des Biers können gemäss dem Schweizer Brauerei-Verband bis in die Zeit um 4000 vor Christus zurückverfolgt werden.

Zehn Prozent Schweizer Hopfen

In der Schweiz gibt es gemäss Schweizer Brauerei-Verband etwa zehn Hopfenpflanzer, die rund 30 Tonnen Hopfen ernten. «Dies entspricht ungefähr zehn Prozent des Bedarfs an Hopfen für die Schweizer Bierproduktion.»

Angebaut wird die Pflanze vor allem im zürcherischen Stammertal und im Fricktal im Kanton Aargau. Aber auch im solothurnischen Wolfwil sowie in der Kartause Ittingen bei Frauenfeld in Kanton Thurgau gibt es Hopfenbauern.

Der Rest muss importiert werden. Grosse Hopfenproduzenten sind Deutschland - mit der bayrischen Hallertau, dem grössten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt-, Nordamerika, Australien und Neuseeland. Die Anbaufläche von Hopfen weltweit entspricht rund 60'000 Hektaren.

Preis auf Weltmarkt gestiegen

Die letzte Trockenheit, die sich stark auf die Hopfenernte auswirkte, war 2003 und 2006. Damals hätten die Bauern grosse Ernteeinbussen erlitten, sagte Quellet. Als Folge davon stieg der Preis für Hopfen auf dem Weltmarkt, was wiederum die Bierbauer traf.

Seitdem habe die «Hopfenwelt» angefangen, neue Sorten zu züchten, die hitzebeständiger seien als jene Sorten aus den 70er und 80er Jahren. Ausserdem habe man in den letzten 10 bis 20 Jahren neue Bewässerungssysteme eingeführt - die Tropfenbewässerung, die sich gut für den Hopfen eigne, der es gerne feucht habe.

«Damit sind die Hopfenbauern heute gegenüber den Nuller-Jahren besser gerüstet,» sagt Quellet. Doch werde es noch trockener, wovon auszugehen sei, werde sich der Hopfenanbau gen Norden verschieben.

Hinzu kommt zudem: Mit der Trockenheit werden die Hopfenpflanzen geschwächt, was sie wiederum anfällig für Schädlinge und Krankheiten macht.

Hopfen-Gipfel in Brüssel

So stellen der «Klimawandel und höhere Anforderungen beim Schutz der Umweltressource» die Hopfenproduzenten auf der ganzen Welt vor grosse Herausforderungen, wie der Verband Deutscher Hopfenpflanzer schreibt.

Dies zwinge die Produzenten, «über die Neuausrichtung des Hopfenanbaus für die Zukunft» zu diskutieren. Daher hatte der Verband im letzten November zum ersten gemeinsamen «Hopfen-Gipfel» - dem «Global Hop Summit» der Hopfen- und Brauwirtschaft - in Brüssel geladen, bezeichnenderweise in der bayerischen EU-Vertretung.

Über 100 Teilnehmer aus 13 Ländern folgten der Einladung und auch Vertreter der EU-Kommission und des EU-Parlaments waren anwesend. Ausserdem waren zahlreichen Experten aus Wissenschaft, Forschung und Züchtungsinstituten geladen.

Ein Blick in den strahlend blauen Aprilhimmel lässt erahnen, dass es in den kommenden Jahren noch mehr Hopfen-Gipfel geben wird. Die Hopfen-Bauern dürften also weiter gefordert sein. (sda)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ThePower 23.04.2020 19:05
    Highlight Highlight Oh oh, Scheisssse...😬😬😬
  • Auric 23.04.2020 18:00
    Highlight Highlight Seltsame Nachricht...

    oder Fake News?

    Das ist der Hopfenertrag Deutschlands

    und wenn es in Bayern für Hopfen zu warm werden sollte (wenn das überhaupt ein Problem ist das auch garnicht eintreten könnte) dann wird der Hopfen halt in der Uckermark oder noch weiter in Norden evtl. von St. Gretas Familie? angebaut... nein natürlich nicht, da gibt es keine Mitglieder die der Arbeiterklasse angehören.

    Benutzer Bild
    • Samurai Gra 23.04.2020 23:23
      Highlight Highlight Es geht hier nicht primär um die Temperatur sondern um die Trockenheit.
      Die ist eine folge des KlimaWANDELS.

      Diesen Sommer werden wir einen Vorgeschmack erhalten auf kommende Jahre.
    • Coffeetime ☕ 24.04.2020 00:04
      Highlight Highlight Also hier draussen in der Natur, sieht man schon echt den Wassermangel. Wenn es nicht bald regnet, werden wir auf einen Badesommer ohne Wasser uns einstellen müssen, mit vielen Waldbränden, teurem Gemüse, etc. 😳☀️☀️☀️
    • Auric 24.04.2020 15:04
      Highlight Highlight Und wieder wird Wetter mit Klimahysterie verwechselt.
      Es hat reichlich geregnet hier, die Grundwasserbestände sind voll, in den USA gab es den schneereichsten Winter seit ewigen Zeiten, das Polareis am Nordpol ist so dick dass der Versorgungseisbrecher stecken geblieben ist, Californien hat reichlich Regen bekommen, alles Wetterphänome.
      Aber nein man pickt sich die zur Klimareligion passenden Wetterphänome weltweit zusammen und verheimlicht die unpassenden oder noch schlimmer deutet aber auch jedes Phänomen als Resultat der herbeigesehnten Klimakatastrophe
  • mostindianer 23.04.2020 17:24
    Highlight Highlight Wein auf Bier, das rat‘ ich dir!
    Sagt auch das Klima.
  • Kiril 23.04.2020 17:01
    Highlight Highlight Jungs, jetzt wird's ernst, wir müssen den Klimawandel stoppen 😬
  • Rethinking 23.04.2020 16:41
    Highlight Highlight Sie hatten das besser Global Hope Summit genannt...
  • Franbon aka Mami 23.04.2020 16:30
    Highlight Highlight Zum Glück findet das Oktoberfest nicht statt, so kann Unmengen an Bier gespart werden 🤓

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