Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die SP fordert weniger Arbeitszeit – und ein Sabbatical für alle

Nicht nur SBB-CEO Andreas Meyer soll in den Genuss eines Sabbaticals kommen. Die SP will, dass jeder einmal im Arbeitsleben die Chance dazu hat. Allgemein soll das Arbeitsleben angenehmer werden. 

Othmar von Matt / Schweiz am Wochenende



Es warf hohe Wellen. Ende Mai nahm SBB-CEO Andreas Meyer nach elf Jahren an der Konzernspitze ein zweimonatiges Sabbatical. Nach seiner Rückkehr schwärmte Meyer auf Twitter von dieser Erfahrung. Ab und zu richtig abschalten wolle er auf allen Ebenen fördern. Und im Mitarbeitermagazin sagte er: «Ich glaube, das wird wichtiger in einer Zeit, in der das Tempo schneller wird.»

Die SP Schweiz hat sich Meyers Aussagen offensichtlich zu Herzen genommen. Sie fordert im neuen Wirtschaftskonzept, das am Parteitag im Dezember verabschiedet wird, ein Sabbatical für alle Angestellten. Der bezahlte Urlaub soll an keine Bedingungen geknüpft sein. «Dieser Urlaub dauert maximal 12 Monate und kann flexibel bezogen werden, ab 25 Jahren bis zum ordentlichen Rentenalter», heisst es im SP-Wirtschaftspapier. «Die Entschädigung entspricht dem Existenzminimum.» Wie das Sabbatical finanziert werden soll, ist noch nicht klar. SP-Vizepräsident Beat Jans kann sich eine Mischfinanzierung zwischen Bund und Unternehmen vorstellen.

Grundsätzlich will die SP die Arbeit gerechter verteilen. «Unser wichtigstes Ziel ist gute Arbeit für alle», heisst es im Konzept. Deshalb sollen die Arbeitszeiten wieder sinken, von heute 45 bis 50 Stunden pro Woche in einem ersten Schritt auf 40 und mittelfristig auf 35 Stunden, bei vollem Lohnausgleich. «Nur so können wir auch in Zukunft möglichst viele Menschen in der Arbeitswelt halten», steht im Papier. «Die Schweiz hat heute ein Problem mit der Verteilung der Erwerbsarbeitszeit.»

Der wirtschaftliche Fortschritt und die wachsende Arbeitsproduktivität sollten endlich wieder den Lohnabhängigen zugutekommen. «Damit könnte die Lebensarbeitszeit inklusive Sorgearbeit abnehmen, und wir alle hätten mehr Zeit für private oder gesellschaftliche Aktivitäten.» Eine kollektive Senkung der Wochenarbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die individuelle Flexibilisierung der Arbeit «eine Befreiung» sein könne.

Christian Levrat, President du Parti Socialiste Suisse, PS, boit une biere en manifestant devant la brasserie Cardinal contre la fermeture de cette derniere ce samedi 4 septembre 2010 a Fribourg. Feldschloesschen, proprietaire de Cardinal, a annonce mardi dernier qu'il allait fermer le site de Cardinal a Fribourg. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Chrsitian Levrat, Präsident der SP Schweiz. (Archivbild) Bild: KEYSTONE

Wer seinen Platz in der Arbeitswelt verliert, soll künftig in der Allgemeinen Erwerbsversicherung (AEV) aufgefangen werden. In ihr möchte die SP Arbeitslosenversicherung (ALV), Erwerbsersatzordnung (EO), Unfallversicherung (UV) und Sozialhilfe vereinen. Die AEV soll über Lohnprozente und Steuern finanziert werden. Viele Probleme des heutigen Sozialsystems wie Versicherungslücken, Bürokratie und Stress für die Betroffenen würden damit verbessert. Trotz grosser Zahl von Sozialversicherungen sei das soziale Netz in der Schweiz nicht durchgängig, heisst es im Papier. «Es ist kompliziert und verzettelt.»

Die SP will zudem, dass psychosoziale Risiken bei den Sozialversicherungen berücksichtigt werden. Burnout, Depression und andere stressbedingte Erkrankungen sollen als Berufskrankheiten anerkannt werden. (aargauerzeitung.ch)

Politische Korrektheit?

Der böse Bruder des PICDUMPs: «Schwarzer Humor ist wie Essen – hat nicht jeder ... »

Link zum Artikel

12 Millionen sind jetzt Twitter-Waisen: Trolle haben Stephen Fry vertrieben. Verpisst euch doch selbst!

Link zum Artikel

«Nieder mit den Bösen!»: 5 Gründe, warum mich die Dauer-Empörung im Netz empört 

Link zum Artikel

An die Gralshüter der politischen Korrektheit: Ihr überlasst den Hasspredigern das Terrain! – Ein offener Brief

Link zum Artikel

Exodus und kein Ende – schaffen wir das wirklich? Politisch unkorrekte Gedanken zur Flüchtlingskrise

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Jetzt entscheidet wohl das Volk über das Anti-Terror-Gesetz – ein Überblick in 5 Punkten

Mit dem Anti-Terror-Gesetz kann gegen gefährliche Personen auch ohne richterlichen Beschluss vorgegangen werden. Kritiker befürchten eine Verletzung der Grundrechte. Heute wurden die Unterschriften für das Referendum eingereicht.

«Willkürparagraph» nennen die Gegner das neue Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus. Eine unheilige Allianz brachte die 50'000 nötigen Unterschriften für ein Referendum gegen das Gesetz zusammen und reichte diese heute bei der Bundeskanzlei ein. Nach deren Prüfung hat damit wohl das Volk das letzte Wort. Was du über die Vorlage wissen musst.

Ab 2015 entfachten die Anschläge des Islamischen Staats in europäischen Städten auch in der Schweiz eine Diskussion …

Artikel lesen
Link zum Artikel