Schweiz
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Pope Francis waves to members of the media as he leaves a morning session of a two-week synod on family issues, at the Vatican, Friday, Oct. 10, 2014. Gay rights groups are cautiously cheering a shift in tone from the Catholic Church toward homosexuals, encouraged that Pope Francis' famous

Papst Franziskus äusserte sich am Mittwoch wohlwollend zur eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. Bild: AP/AP

Schweizer Bistümer hadern mit der Homo-Charmeoffensive des Papstes

Papst Franziskus hat sich erstmals öffentlich für die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ausgesprochen. Die Schweizer Bistümer hingegen reagieren verhalten.



Papst Franziskus sagte am Mittwoch in einem Interview, dass homosexuelle Menschen das Recht hätten, in einer Familie zu leben. «Sie sind Kinder Gottes. Man soll weder jemanden aus einer Familie werfen, noch ihnen dafür das Leben zur Hölle machen. Wir brauchen dafür ein Partnerschaftsgesetz, auf diese Weise sind sie rechtlich abgesichert.»

Franziskus' Aussage lässt aufhorchen. Es ist das erste Mal, dass er sich im Amt als Papst öffentlich für die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ausgesprochen hat.

Die Schweizer Bistümer scheint die Nachricht aus dem Vatikan überrascht zu haben. Sowohl in Chur als auch in Vaduz, Basel, St.Gallen und Sitten hüllt man sich in Schweigen. Man verweist auf die Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Doch auch eine Medienanfrage bei der SBK bleibt bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

«Wir wollen abwarten, bis wir die Aussagen von Papst Franziskus bestätigt kriegen», lässt Sprecherin Encarnación Berger-Lobato verlauten. Sobald man den genauen Wortlaut aus dem Vatikan erhalte, würde man auch Stellung nehmen können.

Im Nachbarland Liechtenstein möchte man gar nicht erst mit «ausländischen Medien» reden.

«Die katholische Kirche ist im Jahr 2000 angekommen»

Bei «Pink Cross», der Dachorganisation für schwule und bisexuelle Männer in der Schweiz, ist man dennoch erfreut über die Aussagen des Papstes: «Das ist ein wichtiges Zeichen für gläubige Schwule und Lesben. Vor allem für diejenigen, die in katholisch geprägten Ländern leben», sagt Geschäftsleiter Roman Heggli.

In Euphorie verfällt Heggli deswegen jedoch nicht. «Die katholische Kirche ist mit diesem Bekenntnis im Jahr 2000 angekommen.» Damals sei das Thema eingetragene Partnerschaft in der Schweiz aktuell geworden. Seit 2007 dürfen sich gleichgeschlechtliche Paare offiziell eintragen lassen.

Heggli schöpft in den Aussagen des Papstes jedoch auch ein bisschen Hoffnung für das Thema Kinder. «Franziskus hat gesagt, dass auch homosexuelle Menschen ein Anrecht auf Familie haben. Vielleicht wollte er damit vorsichtig implizieren, dass schwule und lesbische Paare das Recht haben sollten, Kinder adoptieren zu dürfen»

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