Schweiz
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Wie sich das Coronavirus international verbreitet – so schneidet die Schweiz ab



Das Coronavirus hat die Welt im Griff. In vielen Ländern steigen die Fallzahlen weiterhin an, in anderen flacht die Kurve seit Längerem ab. Damit du den Überblick darüber behältst, wie sich die Situation in der Welt entwickelt, haben wir folgende Grafiken zusammengestellt:

Stand der Daten: 3. Juni

Alle hier verwendeten Daten stammen aus den Daily Reports der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie werden zwei Mal pro Woche aktualisiert, jeweils am Montag und am Donnerstag.

Entwicklung der Fallzahlen in Europa

Die Kurve mit den kumulierten Fallzahlen seit Beginn der Pandemie in den jeweiligen Ländern zeigt vor allem, welche Länder es wie schnell und stark geschafft haben, die Kurve zu brechen – und wo die Zahlen immer noch exponentiell steigen.

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Die kurze Abnahme bei Spanien und Frankreich liegt an Umstellungen der Meldemethode. quelle: Who

Die Entwicklung der Fallzahlen international

Während in Europa die Kurven abflachen, zeigen sie in den USA und vor allem in Russland und Brasilien noch eher nach oben. Das hat bei den beiden letztgenannten Ländern auch damit zu tun, dass sie erst jetzt mehr testen. Den Peak haben diese Länder aber wohl noch nicht erreicht.

Die enorme Anzahl Fälle hängt in den USA natürlich auch mit der grössten Anzahl Einwohner zusammen. Rechnen wir die gemeldeten Fälle von ausgewählten Ländern auf 100'000 herunter, sieht es da noch etwas freundlicher aus (siehe weiter unten).

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Die Zahlen basieren auf den Meldungen, welche die WHO normalerweise täglich erhält. quelle: WHo

Fallzahlen der WHO am 3. Juni (Top 15 & Schweiz, Schweden & Österreich):

USA: 1'798'330
Brasilien: 526'447
Russland: 432'277
Grossbritannien: 277'989
Spanien: 240'304
Italien: 233'515
Indien: 207'615
Deutschland: 182'370
Peru: 170'039
Türkei: 165'555
Iran: 157'562
Frankreich: 147'935
Chile: 108'686
Mexiko: 93'435
Kanada: 92'151
Schweden: 38'589
Schweiz: 30'791
Österreich: 16'674

quelle: who

Tägliche Neuansteckungen

Die Zahl der täglichen Neuansteckungen zeigt, wie viele positiv getestete Menschen in den jeweiligen Ländern pro Tag gemeldet werden. Die Höhe dieser Zahl hängt stark von der Anzahl Tests ab, die in den Ländern durchgeführt werden. Trotzdem sind sie ein guter Indikator, wie stark die Coronapandemie in den einzelnen Ländern aktuell noch grassiert. Denn je höher die Zahl der täglichen Neuinfektionen, desto unmöglicher wird das Tracing der Fälle.

Zuerst schauen wir auf die Gruppe der mit der Schweiz vergleichbaren Länder:

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Fehlt ein Balken, erhielt die WHO an jenem Tag keine neue Fallmeldung. quelle: who

Der Vergleich mit Dänemark und Österreich

Dänemark und Österreich sind einwohnermässig mit der Schweiz zu vergleichen. Zudem haben sie als erste Länder in Europa Massnahmen gegen das Coronavirus getroffen – und sie gehörten zu den ersten in Europa, die die Massnahmen nach Ostern wieder lockerten.

In Dänemark dauerten die weitreichendsten Massnahmen damit 28 Tage, in Österreich 29 Tage. In der Schweiz waren es bis am 27. April 41 Tage – allerdings verzeichneten wir zum Zeitpunkt des Lockdowns auch schon deutlich mehr Fälle als Dänemark und Österreich.

Die Lockerungen haben sich in den beiden Ländern bisher nicht negativ auf die Kurven ausgewirkt. In Österreich konnte die Zahl der täglichen Neuansteckungen von über 100 nach Ostern auf konstant unter 100 gedrückt werden. Österreich machte am 4. Mai den zweiten Lockerungsschritt (Besuche in Alters- und Pflegeheimen, älteste Schüler wieder in der Schule), am 29. Mai den dritten (Fitnessstudios, Freibäder, etc).

In Dänemark blieben die Neuansteckungen in etwa auf gleichem Niveau wie vor den Lockerungen. Sie bewegen sich meist knapp über 100 neuen Fällen pro Tag. Die Regierung kündigte an, ab dem 8. Juni weitere grössere Lockerungen durchführen zu wollen.

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quelle: Who / Grafik: watson

Tägliche Neuansteckungen Europa

Deutlich mehr tägliche Ansteckungen verzeichnen in Europa auch einwohnermässig grössere Länder. Die Ausnahme: Schweden. Mit dem Sonderweg steht das Land aktuell noch bei rund 400 täglichen Neuinfektionen, obwohl Schweden von der Einwohnerzahl her in die obere Gruppe gehören würde.

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Fehlt ein Balken, erhielt die WHO an jenem Tag keine neue Fallmeldung. quelle: who

Tägliche Neuansteckungen ausgewählte Länder

Auch in Grossbritannien stecken sich täglich noch deutlich mehr Menschen mit dem Virus an als auf dem europäischen Festland. In Brasilien nehmen die täglichen Neuinfektionen in den letzten Tagen leider wieder zu.

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Fehlt ein Balken, erhielt die WHO an jenem Tag keine neue Fallmeldung. quelle: who

Fälle pro 100'000 Einwohner

Länder mit einer grossen Bevölkerungszahl haben insgesamt mehr gemeldete Fälle. Das ist wenig erstaunlich. Berücksichtigt man die Einwohnerzahl und rechnet man die Fallzahlen pro 100'000 Einwohnern, ergibt sich ein anderes Bild. Die USA haben hier jetzt allerdings Spanien überholt:

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quelle: who

In der Schweiz flacht die Kurve merklich ab und wir liegen jetzt unter Italien. Was lässt sich aus dieser Kurve interpretieren? Grundsätzlich verbreitet sich das Virus in bevölkerungsreichen Ländern genau gleich wie in bevölkerungsarmen.

Je mehr Einwohner ein Land jedoch hat, desto länger kann sich das Virus weiter verbreiten, weil der Pool an potenziell Infizierten grösser ist. Was sich aktuell in Russland und Brasilien zeigt, wo die Kurve deutlich nach oben geht.

Diese Länder sind noch nicht betroffen

Der Blick auf die Karte zeigt es: Es gibt kaum noch ein Land, das nicht vom Coronavirus betroffen ist. Einzig die hier schwarz eingefärbten Länder haben gemäss der WHO noch keinen Fall gemeldet. Konkret sind dies:

Das muss nicht heissen, dass es auch keine Fälle gab. Die allermeisten der 13 Staaten sind entweder kleine Inseln oder sehr verschlossen (z. B. Nordkorea). Für die Region Westsahara (grau) gibt es gemäss der WHO keine anwendbaren Daten. Als letztes Land kam am 15. Mai Lesotho dazu.

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Rot: Alle Länder, die gemäss der WHO bestätigte Fälle gemeldet haben. bild: datawrapper

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