DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Fotograf wegen öffentlicher Unruhestiftung in Honkong vor Gericht

09.09.2020, 14:12
Marc Progin
Marc Progin
Bild: keystone

Der freischaffende Westschweizer Fotograf Marc Progin hat am Mittwoch in Hongkong wegen öffentlicher Unruhestiftung vor Gericht erscheinen müssen. Vorgeworfen wird ihm Mithilfe bei einem Angriff auf einen chinesischen Bürger bei einer Demonstration im letzten Jahr.

Im schlimmsten Fall droht Progin ein Jahr Gefängnis. Progin, ein Uhrmacher, lebt seit einigen Jahrzehnten in Hongkong. Im Oktober 2019 hatte der 74-Jährige im Zusammenhang mit den Protesten in Hongkong eine Szene fotografiert, bei der demokratische Demonstranten einen chinesischen Banker vor den Büros der amerikanischen Bank JP Morgan Chase bedrängten und ein Mann auf den Banker einschlug.

Zuvor hatte der Banker in die Menge gerufen «Wir sind alle Chinesen». Das wurde offensichtlich von einigen Demonstranten als Provokation empfunden.

Ein Video des Vorfalls zeigte den Pensionär, wie er die Türe der Bank schloss, um besser fotografieren zu können. Das Gericht wirft dem Schweizer vor, vorsätzlich die Türe geschlossen und damit ermöglicht zu haben, dass die Menge den Banker umzingeln konnte und dieser sich nicht im Gebäude in Sicherheit bringen konnte.

Die Polizei hoffe wohl, mithilfe seiner Fotos den Übeltäter identifizieren zu können, sagte Progin gegenüber Schweizer Fernsehen SRF.

Beim Schweizer Aussendepartement EDA hiess am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, man habe Kenntnis von dem Fall und unterstütze den Schweiz im Rahmen des konsularischen Schutzes. Der Schweizer Generalkonsul in Hongkong sei in Kontakt mit den lokalen Behörden und mit Marc Progin. Die Schweizer Vertretung verfolge den Prozess am Gericht. (aeg/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die neuesten Bilder von den Krawallen in Hongkong

1 / 13
Die neuesten Bilder von den Krawallen in Hongkong
quelle: ap / kin cheung
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hongkong und Macau rufen die höchste Taifun-Warnstufe aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Furcht vor den Tian'anmen-Protesten: China zensiert sogar Emojis

In China jährt sich das Tian'anmen-Massaker. Nicht nur verbietet die Regierung ein Gedenken zum zweiten Jahr in Folge, sie zensiert auch Emojis, die mit dem Tag in Verbindung gebracht werden könnten.

Wer heute auf der populären chinesischen App «Weibo» etwas posten möchte, muss auf Kerzen- und Kuchen-Emojis verzichten. Bereits gestern, einen Tag vor dem Jahrestag des Massakers, seien die Emojis von der App entfernt worden, berichtet «Insider». Die Kerzen- und Kuchen-Emojis werden typischerweise im Zusammenhang mit dem Massaker verwendet. Mithilfe von Emojis versuchen die Nutzerinnen und Nutzer, in verschiedenen Kontexten der Zensur zu entgehen.

Die Kuchen- und Kerzen-Emojis können zwar …

Artikel lesen
Link zum Artikel